
Zwischen dem 1. September 2025 und dem 31. Januar 2026 wurden insgesamt 35 Wölfe proaktiv erlegt – mit Blick auf die kommende Weidesaison.
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Im Jahr 2025 wurden im Kanton Graubünden insgesamt 11,5 Wolfsrudel gezählt – gleich viele wie im Vorjahr, heisst es in einer Mitteilung des Kanton Graubündens.
Nutztierrisse unverändert
In der Statistik enthalten seien auch grenzüberschreitende Rudel, die anteilsmässig berücksichtigt werden. Neu hinzugekommen seien die Rudel Seta, Agnas, Sinestra und Frisal. Das macht Graubünden zum Kanton mit den meisten Wölfen in der Schweiz. Zum Vergleich: Das Wallis zählte noch vor der Regulation im August 2025 neun Rudel. Grenzüberschreitende Rudel werden hälftig gerechnet.
Parallel dazu blieb auch die Zahl der Nutztierrisse nahezu unverändert, wie der Kanton mitteilt. Insgesamt wurden 217 gerissene Tiere registriert, nur leicht mehr als 2024 mit 213 Fällen. Betroffen waren weiterhin fast ausschliesslich Schafe und Ziegen (97,7 Prozent). Risse bei Rindern und Pferdeartigen blieben mit fünf Fällen selten.
Weniger auffällige Wolfsbeobachtungen
Auffälliges Verhalten von Wölfen sei 2025 zwar punktuell gemeldet worden, insgesamt hielten sich die Tiere jedoch seltener in Siedlungsnähe auf als in den Vorjahren. Als mögliche Gründe gelten laut Mitteilung milde Witterungsbedingungen sowie die bereits in den Herbstmonaten 2024 und 2025 durchgeführten Regulationsabschüsse.
Zwischen dem 1. September 2025 und dem 31. Januar 2026 wurden insgesamt 35 Wölfe proaktiv erlegt. Das sind 13 Wölfe weniger als im Vorjahr. Geschossen wurden 32 Wölfe aus zehn Rudeln. Zudem waren drei verhaltensauffällige Einzelwölfe erlegt worden.
Gezielte Eingriffe in Rudelstrukturen
Die Auswertung von DNA-Analysen zeigt zudem Fortschritte bei der Umsetzung der Regulation. So kam es zu weniger Fehlabschüssen als im Vorjahr, und auch die Zahl rudelfremder Tiere unter den erlegten Wölfen war mit zwei Individuen gering.
Bemerkenswert ist, dass in mehreren Rudeln gezielt Leittiere entnommen wurden – darunter das Leitweibchen im Rudel Sinestra sowie Leitmännchen in den Rudeln Moesola und Muchetta. Laut Adrian Arquint vom Amt für Jagd und Fischerei können solche Eingriffe die Rudelstruktur nachhaltig verändern. Wie sich dies konkret auswirkt, soll das laufende Monitoring in den kommenden Monaten zeigen.