Agri Fribourg: Direktor muss gehen – Töchter verkauft

Dem Freiburger Bauernverband geht es nicht gut. Um die finanzielle Not zu lindern, werden zwei Tochtergesellschaften verkauft. Der Direktor muss den Verband per sofort verlassen.

blu |

Der Freiburger Bauernverband, Agri Freiburg, steckt in Schwierigkeiten. Die finanzielle Schieflage gab der Verband Anfang März bekannt. Präsident Adrian Brügger, der seit November 2024 im Amt ist, hat beim Antritt vernommen, dass «nicht alles rundläuft». Daraufhin sind zwei externe Gutachten in Auftrag gegeben worden.

Verkauf soll Liquidität bringen

Diese brachten zutage, dass sich Agri Freiburg nicht nur organisatorisch, sondern auch finanziell in einer schwierigen Situation befindet. Der Verband, der sich zum grössten Teil aus Mitgliederbeiträgen finanziert, befinde sich in einem Liquiditätsengpass, sagte Brügger Anfang März zu «Schweizer Bauer». Der Verband sei in Nöten. «Aber es ist fünf vor zwölf und nicht fünf nach zwölf», führte Brügger aus.

Die beiden Gutachten machten deutlich, dass sofortige Massnahmen unumgänglich sind. Der Verband hat nun solche Massnahmen eingeleitet. Um den finanziellen Engpass zu lindern, hat der Vorstand von Agri Freiburg beschlossen, sich von zwei Tochtergesellschaften zu trennen. Agro Treuhand und der Maschinenring West werden an die Mitarbeiter verkauft. Die Standorte dieser beiden Unternehmen bleiben laut Mitteilung Agri Freiburg angegliedert und werden ihre Dienstleistungen sowie die Interessenvertretung der Freiburger Bauernfamilien weiterführen.

Philipona übernimmt ad interim

Die Untersuchung hat nun auch personelle Folgen. Direktor Frédéric Ménétrey, der bis Mitte März krankgeschrieben war, muss den Verband per sofort verlassen. Der Entscheid, die Zusammenarbeit mit sofortiger Wirkung zu beenden, sei einstimmig gefallen. «Er ist somit nicht mehr befugt, den Verband zu vertreten», stellt Agri Freiburg klar. Ménétrey leitete seit Februar 2010 die Geschäfte von Agri Freiburg. Er arbeitete unter der Führung von Fritz Glauser, der 20 Jahre im Vorstand des Freiburger Bauernverbands – davon 16 Jahre als Präsident – tätig war.

Bis eine neue Direktorin oder ein neuer Direktor gewählt ist, wird Robin Philipona die Geschicke des Verbandes leiten. Der Direktor ad interim verfüge über ausgezeichnete Führungskompetenzen sowie über fundierte Kenntnisse der Agrarpolitik und der Freiburger Landwirtschaft, heisst es in der Mitteilung.

Die Sanierung der finanziellen Situation und die Reorganisation der Strukturen sollen helfen, den Verband wieder in ruhigere Gewässer zu führen.

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