
Angesichts der aussergewöhnlichen Wettersituation hat der Kanton Freiburg die Schweizer Armee ersucht, die Swiss Helicopter AG beim Wassertransport zu unterstützen.
Jonas Kambli, VBS
Das Wasser wird knapp, das Gras wächst nicht mehr. Auf mehreren Sömmerungsbetrieben im Kanton Freiburg spitzt sich die Lage laut dem Freiburgischen Bauernverband (Agri Freiburg) zu. Laut dem Verband stellt der Futtermangel inzwischen die grössere Herausforderung dar als der Wassermangel, da die Weiden nicht mehr genügend Futter für die Tiere lieferten.
Kosten der Helikoptertransporte
In den vergangenen Tagen hätten sich mehrere Tierhalter an Agri Freiburg gewandt, um eine Lösung für den Wassermangel zu finden. In Zusammenarbeit mit der Swiss Helicopter AG und der Schweizer Armee konnten die ersten Wassertransporte per Helikopter organisiert werden, wie der Verband mitteilt. So hat der Kanton Freiburg anfags dieser Woche bei der Armee einen Antrag auf Unterstützung eingereicht, um die Versorgung des Viehs auf den Alpen mit Wasser sicherzustellen.
Das Wasser werde dabei aus Seen entnommen. Agri Freiburg, das die Anfragen zentral entgegennimmt und koordiniert, hat nach eigenen Angaben zudem vorgeschlagen, die Kosten der Helikoptertransporte auf alle Alpenbetriebe zu verteilen, die diese Wasserversorgung in Anspruch nehmen – unabhängig davon, ob die Transporte von der Schweizer Armee oder von der Swiss Helicopter AG durchgeführt werden. «Damit soll eine Gleichbehandlung aller betroffenen Alpbewirtschafter gewährleistet werden», schreibt der Verband.
Situation ist nicht neu
Viele Tierhalter würden sich laut der Mitteilung von Agri Freiburg inzwischen dafür entscheiden, die Sömmerung vorzeitig zu beenden und ihre Herden auf die Talbetriebe zurückzubringen. Diese frühzeitige Alpabfahrt gewährleiste zwar eine bessere Versorgung mit Wasser und Futter, verkürze jedoch die Alpsaison und hatlaut dem Verband auch wirtschaftliche Folgen. Zudem seien die Talbetriebe ebenfalls von der Trockenheit betroffen und verfügten häufig nur über begrenzte Futterreserven.
«Trockenheitsperioden, die Wassertransporte erforderlich machen, sind nicht neu. Vergleichbare Situationen gab es bereits in den Jahren 2003, 2015, 2018 und 2022», schreibt der Verband abschliessen.