Möglich werde dies dank eines ausgebauten Überwachungssystems am Oigschtchummun-Gletscher sowie neuer Sicherheitsvorkehrungen entlang der Strasse, teilten der Kanton Wallis und die Gemeinde Blatten am Mittwoch mit. Die Wiedereröffnung erfolge nach intensiven Abklärungen infolge der erhöhten Aktivität dieses Gletschers.
Radar im Einsatz
Seit Dezember vergangenen Jahres hatten Fachleute ein Vorrücken der Gletscherzunge und mehrere Eisabbrüche am Oigschtchummun-Gletscher südlich der Fafleralp registriert. Einzelne Abbrüche erreichten laut Kanton ein Volumen von bis zu 10'000 Kubikmetern. In den vergangenen Monaten wurden deshalb Erkundungsflüge, Vermessungen und verschiedene Modellierungen durchgeführt.
Zur Überwachung des Gletschers kommt bereits ein interferometrisches Radar zum Einsatz, das Bewegungen grosser Eismassen frühzeitig erkennen kann. Ergänzend wird nun ein Doppler-Radar installiert, das kleinere Eisabbrüche erfassen soll, die die Kantonsstrasse gefährden könnten. Zusammen mit einer Lichtsignalanlage soll das System Verkehrsteilnehmer im Gefahrenfall sofort warnen und eine rasche Sperrung der Strasse ermöglichen.
Sperrzone und geschlossene Wanderwege
Trotz der Wiedereröffnung bleiben verschiedene Schutzmassnahmen bestehen. So wird südlich der Lonza zwischen Chiematt und der Mündung des Inneren Talbachs eine Sperrzone eingerichtet. Zwei Wanderwege bleiben weiterhin geschlossen.
Zudem dürfen Velofahrer und Fussgänger den betroffenen Strassenabschnitt nicht benutzen. Für Motorfahrzeuge gilt eine Mindestgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern; Anhalten ist untersagt. Die gesammelten Messdaten werden laufend ausgewertet, die Situation soll mehrmals pro Woche neu beurteilt werden.
Mit der Öffnung der Strasse wird auch der öffentliche Verkehr wieder aufgenommen. Ab Samstag, 27. Juni, verkehren zwischen Wiler und der Fafleralp zwei Kleinbusse. Wegen der beschränkten Kapazitäten ist für die Fahrten eine Reservation erforderlich. Täglich sind zehn Kurspaare vorgesehen, darunter eine Früh- und eine Abendverbindung direkt von beziehungsweise nach Wiler. Die Anschlüsse in Wiler und auf der Lauchernalp seien sichergestellt, hiess es weiter.
