Deponie-Sanierung: Stadt Freiburg muss Hauptteil zahlen

Die Stadt Freiburg muss mit 45 Prozent den grössten Kostenanteil für die Sanierung der Abfalldeponie La Pila zahlen. Auf die Nachfolgerin der früheren Betreiberfirma entfallen 25 Prozent. Das Bundesgericht hat diese Verteilung bestätigt.

sda |

Der Kanton Freiburg wird die restlichen 30 Prozent des Millionenbetrags berappen. Darin enthalten ist ein Anteil von 5 Prozent, der auf unbekannte Verursacher entfällt. Diesen Schlüssel hatte die heutige Direktion für Raumentwicklung, Infrastruktur, Mobilität und Umwelt (Rimu) des Kantons Freiburg im Oktober 2020 bestimmt.

PCB-Abfälle

Das Bundesgericht hat die Beschwerden der Stadt Freiburg und der Firma CFR Properties SA im Zusammenhang mit dem Kostenschlüssel in einem am Mittwoch veröffentlichen Urteil abgewiesen. Der Entscheid betrifft eine Verfügung zu bisher aufgelaufenen Kosten von rund 21 Millionen Franken. Der Bund übernimmt davon fast 7 Millionen Franken.

SCFR Properties ist das Nachfolgeunternehmen von Condensateurs Fribourg SA. Dieses entsorgte Abfälle, die mit Polychlorierten Biphenylen (PCB) belastet waren, auf der Deponie. Es handelt sich dabei um giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen. Die Stoffe wurden 1986 verboten.

Das Bundesgericht bestätigt, dass die Deponierung von PCB die unmittelbare Ursache der Verschmutzung sei. Das Nachfolgeunternehmen gelte im Sinne des Umweltschutzgesetzes als Verursacherin, wie es das Freiburger Kantonsgericht als Vorinstanz festgestellt habe.

Detaillierte Analyse

Die Kostenverteilung ist gemäss dem höchsten Schweizer Gericht nicht zu beanstanden. Sie beruhe auf einer detaillierten Analyse der Situation. Hauptsächlich die Firma Condensateurs Fribourg habe die PCB-haltigen Abfälle in der Anlage La Pila deponiert. Sie trage damit einen bedeutende Verantwortung für die Verschmutzung, nicht aber die vorrangige.

Die Stadt Freiburg habe als Betreiberin der Deponie ab 1959 die Ablagerung gefährlicher Abfälle zugelassen, obwohl sie über die Verschmutzung der Saane informiert gewesen sei. Mit einem Kostenanteil von 45 Prozent habe die Vorinstanz somit ihr Ermessen nicht überschritten. Eine Mitverantwortung trägt gemäss Bundesgericht auch der Kanton Freiburg. Er habe seine Pflicht als Aufsichtsbehörde schwer verletzt, denn er habe nicht gehandelt, als die Missstände bekannt geworden seien.

Kontaminiertes Wasser

Die Stadt Freiburg betrieb von 1952 bis 1973 die in der Gemeinde Hauterive gelegene Abfalldeponie La Pila. Untersuchungen ab dem Jahr 2004 ergaben, dass der Standort massiv mit PCB verseucht war.

Im Grundwasser, das in die Saane floss, wurden überhöhte PCB-Werte festgestellt. Weitere Abklärungen ergaben, dass das Unternehmen Condensateurs Fribourg seinerzeit mit PCB belastete Abfälle deponiert hatte.

(Urteile 1C_465/2023, 1C_488/2023 und 1C_219/2024 vom 26.11.2025)

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