
Der Landwirtschaftsbericht 2024 dient als Leitfaden für die kantonale Agrarpolitik und sieht zahlreiche Massnahmen vor.
Robert Alder
Wie der Kanton mitteilt, dient der Landwirtschaftsbericht 2024 als Leitfaden für die kantonale Agrarpolitik. Das Ziel besteht darin, eine professionelle, produktive, sowie umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft sicherzustellen, die die Lebensqualität der Landwirtinnen und Landwirte berücksichtigt.
Der Untertitel des Landwirtschaftsberichts lautet «Ziele und Massnahmen 2024–2029». Zur Halbzeit zieht die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) eine erste positive Zwischenbilanz. Die meisten Massnahmen verlaufen planmässig und mehrere konkrete Umsetzungen würden den Fortschritt des Programms verdeutlichen. Im Fokus stehen dabei sieben strategische Bereiche (unten in Klammern mit den Nummern 1-7).
Wertschöpfungsketten stärken und regionale Produkte fördern
Die ILFD sei dabei fest entschlossen, die bereits eingeleiteten Bemühungen fortzusetzen, «um eine innovative, produktive und nachhaltige Freiburger Landwirtschaft zu gewährleisten». So sollen im Bereich der landwirtschaftlichen Produktion und der Wertschöpfungsketten (1) kurze Lieferketten gestärkt und der Konsum von Regionalprodukten gefördert werden.
Der Kanton fördert in diesem Bereich beispielsweise mit dem Projekt «Regional kochen» kurze Lieferketten und regionale Produkte in der Gemeinschaftsgastronomie. Mittlerweile hätten sich bereits mehr als 40 Betriebe der Freiburger Charta angeschlossen. Die Plattform De-Saison.ch vernetzt dabei Produzenten und Küchenchefs.
Grangeneuve, Wohlbefinden und Gesundheitsrisiken
Grangeneuve baut seine Rolle als Kompetenzzentrum für den Agrar- und Lebensmittelsektor weiter aus (2). Die neue landwirtschaftliche Grundbildung ab 2026/2027 stärke die Spezialisierung. Nachhaltigkeit, Betriebsführung, neue Technologien und Kommunikation gewinne an Bedeutung.
Dem Wohlbefinden der Bauernfamilien soll verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt werden (3). Eine Studie zu Stress und Belastungen in der Landwirtschaft hat zu neuen Unterstützungsangeboten geführt. Dazu gehören eine Kursreihe für Paare sowie ab November 2026 ein Tag für Junglandwirtinnen und Junglandwirte zur Begleitung von Betriebsübernahmen.
Die Lebensmittelsicherheit und die Tiergesundheit sind nach wie vor zentrale Themen (4), hält der Kanton fest. Angesichts von Tierseuchen wie der Afrikanischer der Schweinepest, der Lumpy-Skin-Krankheit, der Maul- und Klauenseuche sowie der Blauzungenkrankheit verstärkt er die Prävention. Dazu gehören mehr Biosicherheit, Information, tierärztliche Überwachung und eine schnelle Krisenreaktion.
Biodiversität, Klimaanpassung und Administration
Die Umsetzung der kantonalen Biodiversitätsstrategie mit konkreten Projekten sei ein weiterer wichtiger Schritt (5). Grangeneuve hat dazu sein Beratungsangebot ausgebaut. Betriebe erhalten nun Unterstützung bei der Aufwertung ökologisch wertvoller Flächen und der Schaffung neuer Lebensräume.

Die Massnahmen zum Agrarbericht 2024 sehen auch vor, die Landwirtschaft besser an den Klimawandel anzupassen. (Symbolbild)
Monika Gerlach
Der Kanton plant zudem, die Landwirtschaft an den Klimawandel anzupassen (6). Der Kanton hat dazu eine Bewässerungsstrategie verabschiedet. Bis 2035 sind rund 69 Millionen Franken für die Wasserversorgung der Landwirtschaft vorgesehen. Gleichzeitig sollen natürliche Ressourcen und Biodiversität geschützt werden.
Öffentliche und private Kontrollen sollen besser koordiniert und der administrative Aufwand für Betriebe reduziert werden (7). Der Kanton arbeite dazu an digitalen Lösungen und beteilige sich an bundesweiten sowie interkantonalen Projekten.
Dürre: Auf welche Unterstützung können Freiburger Bauern zählen?
Der Kanton Freiburg hat gemeinsam mit dem Freiburger Bauernverband eine Koordinationsstelle für die Wasserversorgung der Alpweiden eingerichtet, bestimmte Vorschriften in Zusammenhang mit der Gewährung von Beiträgen vereinfacht und den Austausch mit der Branche, den Nachbarkantonen und dem Bund verstärkt.
Auf individuelles Gesuch hin sind zudem eine finanzielle Unterstützung in Form von zinslosen Darlehen oder Stundungen für Betriebe mit Liquiditätsengpässen vorgesehen. Auch wird eine vorzeitige Auszahlung der Direktzahlungen geprüft. Längerfristig beabsichtigt der Kanton, die Projekte zur Wasserversorgung weiter zu unterstützen (siehe Bereich 6). pd