
Der Japankäfer (Popillia japonica) ist ein ursprünglich aus Japan stammender Käfer aus der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Er befällt über 300 verschiedene Pflanzenarten, darunter Obstbäume, Gemüse und Zierpflanzen. Der Japankäfer ist invasiv und stellt eine Bedrohung für die Landwirtschaft und Gartenbau dar.
zvg
An diesem Sommernachmittag sind vom Schwimmbad in Lancy Rufe zu hören, sofern sie nicht vom Vorbeifahren eines Zuges übertönt werden.
53 Fallen
Jede Woche öffnet Jérémy Rossi die am Zaun befestigte Falle. Eine Fliege fliegt davon. «Bislang haben wir in diesem Jahr nur einen japanischen Käfer im ursprünglichen Befallsherd gefangen», erklärt der Leiter des Bereichs Pflanzenschutz und Agronomie beim Kantonalen Amt für Landwirtschaft und Natur der Nachrichtenagentur Keystone-SDA.
Die Fallen bestehen aus einem grünen Trichter, in dem sich der Pheromon-Köder befindet, und einem undurchsichtigen Behälter. Seit Juni sind 53 Fallen an strategisch wichtigen Orten im Kanton aufgestellt, wie hier auf halbem Weg zwischen einer Bahnstrecke, einem Schwimmbad und einem Fussballstadion. Das Insekt, das mit Menschen und Gütern einreist, liebt gepflegten Rasen, auf dem das Weibchen seine Eier ablegt.
Keine Bewässerung
Dieser exotische Käfer, der 2017 aus Norditalien in die Schweiz gelangte – zunächst ins Tessin, wo er sich mittlerweile stark vermehrt -, kann erhebliche Schäden an Pflanzen verursachen. Im Juli 2025 wurde nach dem Fang von zwölf Exemplaren ein Befallsherd in der Genfer Umgebung am linken Seeufer identifiziert. Der Kanton legte gemäss den vom Bund vorgesehenen Bestimmungen unverzüglich ein Bekämpfungsgebiet fest.

Bei einem Fund den Japankäfer einfrieren. Anschliessend ein Foto machen und den Standort notieren. So rasch wie möglich den kantonalen Pflanzenschutzdienst kontaktieren.
BLW
Im sogenannten Befallsgebiet, das einen Umkreis von einem Kilometer um den Befallsherd umfasst, ist es zum zweiten Mal in Folge vier Monate lang bis Ende September verboten, Rasenflächen zu bewässern, um die Eiablage einzudämmen und die Entwicklung der Larven im Boden zu verhindern. Hinzu kommt das Verbot, Grünabfälle aus diesem Gebiet zu entfernen.
Parallel dazu wurde eine Anlockzone in Form einer gepflegten und bewässerten Rasenfläche eingerichtet, um die Eiablage an einem Ort zu konzentrieren. «Diese wurde anschliessend durch Fräsen zerstört», sagt Rossi. Ausserdem wurden fünfzehn Gärten rund um den Befallsherd mit Nematoden behandelt, mikroskopisch kleinen Würmern, die die Larven töten, indem sie ihnen ein Darmbakterium übertragen.
Die Bemühungen fortsetzen
Bis vor kurzem schienen die Massnahmen Früchte zu tragen, stellt der Experte fest. Zumal die diesjährigen Wetterbedingungen die Bekämpfung begünstigen: eine frühe, milde Saison, die dazu führt, dass die ausgewachsenen Käfer früher aus dem Boden kommen, sowie eine Trockenheit, die die Eiablage erschwert.
Doch Anfang August ergab die wöchentliche Kontrolle der Fallen, dass in diesem Gebiet ein Japankäfer vorhanden war. «Es ist schwer zu sagen, ob dies der einzige in dieser Saison sein wird oder ob wir weitere beobachten werden», so Rossi. Die Bemühungen müssen daher fortgesetzt werden. Ohne einen Fang hätte die Quarantäne nach zwei Sommern aufgehoben werden können.
Früherkennung
Der Japankäfer ist etwa so klein wie eine Kaffeebohne, zweifarbig (grün und bronzefarben) und hat fünf weisse Punkte auf jeder Seite des Hinterleibs. Er kann sich von mehr als 400 verschiedenen Pflanzenarten ernähren: Blätter und Früchte im Falle des ausgewachsenen Käfers, während sich die Larven von Graswurzeln ernähren. Südlich der Alpen sind die Schäden an Weinreben, aber auch zunehmend an Mais und Auberginen, erheblich.

An was lässt sich der Japankäfer erkennen?
LANAT
Der Bund will die Ausbreitung des Schädlings verlangsamen. Die Strategie des Kantons Genf basiert weiterhin auf dessen Ausrottung, die durch eine frühzeitige Erkennung ermöglicht wird. Daher liegt der Schwerpunkt auf der Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit.