Heisser Sommer setzt Milchbauern und Wald zu

Der Sommer 2026 war sehr heiss und trocken. Das spürten Bauern, die Milch für die Käsereien des Vacherin Mont-d’Or produzieren. Sorgen macht sich die Sortenorganisation um den Wald.

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In den vergangenen Monaten war es in der Schweiz viel zu warm. Zudem fiel weniger Niederschlag als üblich. Das wirkte sich negativ auf das Graswachstum auf den Weiden und Wiesen aus.

Bauern mit höheren Aufwänden

Betroffen waren auch die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten aus dem Waadtländer Jura, die den Rohstoff für den Weichkäse Vacherin Mont-d’Or erzeugen. Gemäss der Sortenorganisation sind einige Bauern mit ihren Kuhherden zeitweise von der Alp abgestiegen. «Teils mussten sie bereits Winterfutter einsetzen. Einige mussten ihren Tierbestand reduzieren», heisst es in der Mitteilung. Auf die Qualität der Milch und des Käses habe dies aber keinen Einfluss.

Erstmals hingegen wurde der Start der Verkaufssaison des Weichkäses mit der Holzschachtel um eine Woche früher angesetzt als seit Jahrzehnten gewohnt. Der Vacherin Mont-d’Or wird bereits ab dem 11. September 2026 zu kaufen sein. Die Saison dauert bis in den kommenden Frühling.

Gelder für Wald nicht kürzen

Sorgen macht die Sortenorganisation aber um den Wald. «Die Fichte, aus deren Holz die typische Schachtel um die Käsedelikatesse besteht, ist durch die Klimaerwärmung gefährdet», heisst es in der Mitteilung. Der Rohstoff wird aus dem Waadtländer Jura beschafft. Die Erwärmung und die Trockenperioden führten in der Region langfristig zu Waldsterben und vermehrtem Schädlingsbefall durch den Borkenkäfer, warnt die Sortenorganisation. «Es wird Holz in erstklassiger Qualität benötigt – insbesondere ist Geschmeidigkeit für die Bänder und die Schachtelringe wichtig», so die Organisation.

Sie prüft Anpassungsmöglichkeiten. Sie hat jedoch auch Forderungen. «Wir unterstützen vollumfänglich das an Bund und Parlament gerichtete Anliegen, die Budgets für den Waldschutz, also die Anpassung der Wälder an den Klimawandel, beizubehalten. Sie zu streichen wäre abwegig», hält Cédric Baudois, der neue Geschäftsführer der Interprofession du Vacherin Mont-d’Or AOP, fest.

Mehr zum Vachein Mont-d’Or

Die Milch stammt aus einem Umkreis von maximal 20 Kilometern um seinen Produktionsort, das Holz der Verpackung kommt ebenfalls aus der Region. Die Interprofession Vacherin Mont-d’Or AOP zahlt den Produzent·innen für die Einhaltung des AOP-Pflichtenhefts eine Prämie von 2 Rappen pro Kilo Milch. Das AOP«Appellation d’origine protégée» steht für Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung.

Der Vacherin Mont-d'Or AOP wird aus erhitzter Milch hergestellt, im Gegensatz zu früher – und zum französischen Vacherin Mont-d’Or noch heute. Dann reift der Käse rund zwanzig Tage lang in den Reifekellern der Region. Von den etwa 520 Tonnen, die jährlich produziert werden, gelangen leicht mehr als 120 Tonnen in den Export, hauptsächlich nach Frankreich, England, Deutschland und mittlerweile auch nach Skandinawien. Rund 340 Tonnen gelangen gemäss der Sortenorganisation über die Grossverteiler Migros und Coop, der Rest über das gute Lebensmittelfachgeschäft ins Schweizer Verkaufsregal.

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