
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit und Sicherheit verzichtete die Polizei nach eigenen Angaben in der Nacht auf eine Räumung.
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Am Samstag gegen 6.25 Uhr wurde die Einsatzzentrale der Waadtländer Kantonspolizei über eine nächtliche illegale Rave-Party auf der Alp «La Combe-du-Commun» bei Ballaigues VD informiert.
Vor Ort traf die Polizei auf rund 800 Personen, die das Gelände widerrechtlich besetzt hatten. Zwei Bühnen mit Techno-Musik sorgten für eine erhebliche Lärmbelastung, wie es in der Mitteilung der Waadtländer Polizei heisst.
1’000 bis 2’000 Teilnehmende erwartet
Ab 10.30 Uhr habe man Kontakt mit den Organisatoren aufgenommen und sie aufgefordert, die nicht bewilligte Veranstaltung zu beenden. In mehreren Verhandlungsrunden habe man versucht, ein Ende der Rave-Party zu erreichen. Nach Angaben der Organisatoren wurden bis Montag 1’000 bis 2’000 weitere Teilnehmende erwartet.
Aus Gründen der Verhältnismässigkeit und Sicherheit verzichtete die Polizei nach eigenen Angaben in der Nacht auf eine Räumung. Stattdessen wurden sämtliche Zufahrtsstrassen zur Alp gesperrt, sodass keine weiteren Besucher mehr zum Veranstaltungsort gelangen konnten.
Flaschen und Zigarettenstummel
Ein Leserreporter von «20 Minuten» hat dem Newsportal ein Video zugespielt, dass er von einem Bekannten erhalten hat, der in der Nähe eine Alp besitzt. Der Bekannte berichtete ihm: «Die Fahrzeuge sind über die Alpwege gefahren. Die Wiesen wurden sicher in Mitleidenschaft gezogen. Bei der aktuellen Trockenheit hat das gerade noch gefehlt.»
Er befürchtet ausserdem, dass das Gelände in einem schlechten Zustand zurückgelassen wird. «Überall werden Flaschen herumliegen. Ganz zu schweigen von Zigaretten und Zigarettenstummeln. Unter diesen Umständen können die Folgen gravierend sein.»
Am Sonntagmorgen folgten die Organisatoren schliesslich den Anweisungen der Polizei. Gegen 6 Uhr wurde die Musik eingestellt und die Teilnehmenden verliessen das Gelände.
Ein Organisator, einer der DJs sowie sechs weitere an der Organisation beteiligte Personen wurden angehalten, befragt und werden bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, wie es im Bericht der Waadtländer Polizei heisst.
Zwei Verkehrsunfälle
Die Räumung lief nicht ganz reibungslos: Bei der Abreise ereigneten sich zwei Verkehrsunfälle. Nach Angaben der Polizei stürzte ein Velo mit zwei Personen, wobei eine Person leicht verletzt wurde. Zudem beschädigte ein Lastwagen einen Viehtränketrog erheblich.
Die Polizei kontrollierte nach eigenen Angaben mehr als 120 Fahrzeuge und rund 500 Personen. Zudem seien rund 20 Ordnungsbussen wegen Falschparkierens im Bereich der Gemeinde Lignerolle VD ausgesprochen worden. Ein Fahrzeug sei abgeschleppt worden, damit das Alpgebiet dem Eigentümer wieder übergeben werden konnte.
Erhöhtes Waldbrandrisiko
Während des zweitägigen Einsatzes standen rund 80 Angehörige der Gendarmerie und der Kriminalpolizei im Einsatz. Unterstützt wurden sie vom Forstdienst sowie den Feuerwehren der Region Vallorbe, des Nordwaadtlands und vom Schutz- und Rettungsdienst der Stadt Lausanne. Aufgrund der anhaltenden Trockenheit bestand ein erhöhtes Waldbrandrisiko.
Die Gemeinde Ballaigues sowie der Pächter des Alpgebiets reichten Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung ein. Die Staatsanwaltschaft eröffnete eine Strafuntersuchung.