
Bild: Monika Gerlach
Im Kanton Jura ist gegen ein Geothermie-Projekt in der Gemeinde Haute-Sorne demonstriert worden. Rund tausend Menschen hätten laut SRF an der Kundgebung teilgenommen.
Am Sonntag kam es zu einer Kundgebung gegen das geplante Geothermie-Projekt in Haute-Sorne, nahe der jurassischen Gemeinde Bassecourt. Wie SRF berichtet, seien rund 1000 Menschen dem Aufruf der Vereinigung von verantwortungsbewussten jurassischen Bürgern (CRJ) gefolgt, und hätten den sofortigen Stopp des Vorhabens gefordert.
Worum geht es?
Léa Petitjean-Gisiger vom CRJ schreibt dazu folgendes: «Das Pilotprojekt in Haute-Sorne sieht eine Bohrung von einer Tiefe von 5 km vor, die dann horizontal über 1,5 km umgelenkt wird. Sobald die Bohrung abgeschlossen ist, werden die Projektentwickler*innen die Fracking-Technik (hydraulische Frakturierung) anwenden, um das Gestein aufzubrechen und, so die Hoffnung, Wärme für die Stromerzeugung gewinnen. Diese Methode ist auf dem Gebiet mehrerer Kantone verboten. ... Mit diesem Verfahren sind zahlreiche Risiken verbunden, wie etwa die Auslösung von induzierten Erdbeben. Im Jura wird die Erde beben. Die Befürworter des Projekts schreiben selbst: ‘Letztendlich ist es das Projekt selbst, das zuverlässige Informationen über die seismische Reaktion des Untergrunds liefern wird.’ Wir sind also Versuchskaninchen, nicht mehr und nicht weniger. Der Standort wurde übrigens ausdrücklich deshalb gewählt, weil unsere sehr ländliche Region im Gegensatz zu den grossen städtischen Zentren der Schweiz eine geringe Bevölkerungsdichte aufweist.»

Bild: Monika Gerlach
Sorgen um das wertvolle Wasser
Die Vereinigung von verantwortungsbewussten jurassichen Bürgern macht sich jedoch nicht nur Sorgen um die Gefahr von Erdbeben. Ein weiterer Faktor ist das Thema Wasser. Zwar hat es in diesem Frühling viel geregnet und die Schweizer Seen sind aktuell gut gefüllt, doch im Jura versickert das Wasser schnell im kalkigen Untergrund. Wasser ist hier kostbar. Léa Petitjean-Gisiger sagt: «Das Projekt soll eine astronomische Menge an Wasser verbrauchen, mehr als 400 Millionen Liter, die aus dem lokalen Bach Tabeillon und aus dem Trinkwassersystem entnommen werden. « Es sei inakzeptabel, dass ein solches Projekt die Erlaubnis erhalte, derartige Mengen an Wasser anzuzapfen, im Wissen, wie knapp das rare Gut vor allem im Sommer sei.
Die Mobilisierung der CRJ fand gehör, was über 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Demonstration und ein breites Medienecho zeigen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht.