Landwirtschaftlicher Innovationspreis: Finalisten sind bekannt

Eine elektrische Blackengabel, essbare Käseetiketten sowie Strom aus Molke: Das sind drei von fünf Projekten, die im Kanton Freiburg im Rennen um den Preis für landwirtschaftliche Innovation stehen. Es winkt ein Preisgeld von 30’000 Franken. Wir stellen die Projekte vor.

pd/clu |

Der Preis für landwirtschaftliche Innovation im Kanton Freiburg zeichnet alle zwei Jahre die innovativsten Projekte in den Bereichen Landwirtschaft und Lebensmittel aus. Für die 19. Ausgabe hat die Jury unter dem Vorsitz von Staatsrat Didier Castella fünf Finalisten ausgewählt.

In einer Mitteilung stellt die Direktion der Institutionen und der Land- und Forstwirtschaft (ILFD) die fünf Projekte vor. Ab Juni kann für das Lieblingsprojekt eine Stimme abgegeben werden. Das sind die Finalisten:

Elektrische Blackengabel

Gemeinsam mit seiner Firma Overney Technologie GmbH sowie den Partnern Zbinden AG in Posieux FR und dem Kanton Freiburg entwickelte Edouard Overney ein Gerät, mit dem mithilfe von künstlicher Intelligenz und Strom bis zu 5000 Blacken pro Stunde behandelt werden können. Kürzlich hat der Maschinenbauingenieur dem «Schweizer Bauer» über seine Blackengabel berichtete .

Käseetiketten auf Molkebasis

Ein weiteres Projekt setzt auf essbare Käseetiketten («Käsemarken») auf Molkebasis. Entwickelt wurden diese vom Adolphe Merkle Institute und der Interprofession du Gruyère (IPG). Die heutigen Etiketten sollen durch solche ersetzt werden, die aus Gruyère-Molke hergestellt werden. Das bisherige System sei von einem ausländischen Monopolanbieter abhängig und weise technische Einschränkungen auf, wie es auf der Website zum Preis heisst.  Erste Prototypen würden bereits in der Käserei von Misery getestet.

Viren gegen die «Schwarzbeinigkeit»

Mit PHAGRI+ hat ein Team der Hochschule für Technik und Architektur Freiburg eine biologische Lösung gegen bakterielle Pflanzenkrankheiten entwickelt. Im Fokus steht der Erreger der «Schwarzbeinigkeit» bei Kartoffeln. Der Ansatz dieses Projekts basiert auf der Verwendung von Bakteriophagen, wie es in der Mitteilung zum Innovationspreis heisst. Phagen sind Viren, die bereits in der Natur vorkommen und in der Lage sind, diese Bakterien gezielt anzugreifen und zu eliminieren.

Grüner Wasserstoff aus Molke

Auch das Projekt «Wheydrogen» gehört zu den Finalisten. Molke, die bei der Käseherstellung anfällt und im Kanton Freiburg in grossen Mengen vorhanden ist, lasse sich gemäss der Jury derzeit nur schwer verwerten. Wie es auf der Website zum Preis heisst, stelle sie gar eine erhebliche Umweltbelastung dar. Das Projekt «Wheydrogen» hat nun ein Verfahren entwickelt, das sogenanntes Molkepermeat verwertet: Mittels dessen Umwandlung in grünen Wasserstoff soll erneuerbare Energie entstehen.

Mit Drohnenüberwachung gegen Asiatische Hornisse

Nominiert wurde zudem ein Projekt zur Drohnenüberwachung der Asiatischen Hornisse. Diese bedrohten Bestäuber und beeinträchtigt die Ernten. Die derzeitigen Methoden zur Ortung von Nestern seien langsam und wenig effizient, insbesondere in der Höhe oder bei dichter Vegetation, so das ILFD. Das Projekt kombiniert Drohnen mit einer von  Robor Nature entwickelten Telemetrietechnologie, um die Hornissen zu verfolgen. Möglich ist dies, weil einzelne Tiere mit Mikrosendern ausgestattet würden, wodurch sie über eine mobile App in Echtzeit verfolgt werden können.

Abstimmen ab Juni

Die Bekanntgabe der Gewinnerinnen und Gewinner sowie die Preisverleihung finden am 16. September 2026 statt. Der Preis wird in Zusammenarbeit mit den Verbänden der Freiburger Raiffeisenbanken durchgeführt. Insgesamt werden 30’000 Franken vergeben, davon 5000 Franken für den Publikumspreis.

-> Ab Juni kann auf der Webseite abgestimmt werden: innovation-pia.ch

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