
Wölfe sind bei der Wahl ihrer Beute sehr anpassungsfähig, doch sie jagen hauptsächlich Huftiere. Der Wolf ist ein Hetzjäger und Opportunist: Er reisst Beute, wann immer sich eine günstige Gelegenheit bietet.
Marcel Langthim
Der Angriff ereignete sich in der Nacht vom 5. auf den 6. Juni in der Gemeinde Les Verrières, im Ortsteil La Planée. Der kantonale Wildinspektor, Christophe Noël, bestätigte am Donnerstag auf Anfrage von Keystone-SDA eine entsprechende Meldung von «Arcinfo».
Tiere werden jeden Abend eingetrieben
Ein Rind sei leicht verletzt, ein zweites getötet worden. Ein drittes Rind aus derselben Herde sei wahrscheinlich schon etwas früher getötet worden. Dies würden die vor Ort von den Wildhütern gefundenen Überreste vermuten lassen, erklärte der Wildhüter. Nach Angaben des Landwirts, dessen Vieh von diesem Angriff betroffen war, wog das zuletzt getötete junge Rind zwischen 300 und 400 Kilogramm. Die Herde zählte vor den Angriffen 34 Tiere.
Die betroffene Bauernfamilie wird ihre Tiere nun jeden Abend eintreiben. Dies bedeutet für sie einen erheblichen Mehraufwand, da sich die Tiere auf einer Sommerweide 11 Kilometer vom Hof entfernt befinden, wie der Landwirt im Artikel von «Arcinfo» ausführte.
Nachtwache im Gespräch
Die Massnahme, die Rinder einzutreiben, wurde unmittelbar nach dem Angriff umgesetzt. Sie wird vom Kanton finanziert. Zudem werde die Frage einer Unterstützung durch den Verein OPPAL für die nächtliche Überwachung der Tiere geprüft, fügte der Leiter des Amtes für Wild, Wald und Natur hinzu.
Der Wildhüter hält es für wahrscheinlich, dass der Angriff von einem Wolf aus dem Rudel Jougne-Suchet VD stammt und nicht von einem Wolf aus dem Rudel in La Brévine NE, dessen Revier weiter östlich liegt.
Das war ganz sicher kein einzelner Wolf, sondern ein ganzes Rudel. Und wenn man seit Jahren von Präsenz der Wölfe Kenntnis hat und den Herdenschutz nicht massiv ausbaut kann ich auch nichts dafür. Es gab vor einigen Jahren einen Bericht über einen Züchter von Pyrenäenberghunden irgendwo im Jura. Im übrigen extra für Kühe. Und sonst hätte man sich im grenznahen Frankreich erkundigen können. Aber da bei vielen das herumfahren wichtiger ist, als der Herdenschutz, zahlen Sie das jetzt mehrfach. Wenn man die Doku über die HSH in Frankreich sieht, wie extrem Bindung Hund-Kuh wird, staunt man nur noch. So ein Riesengrosses Tier lässt den Hund an seinen Kopf liegen, übrigens mit Hörnern. Aus diesem Grund ist Flächendeckender Herdenschutz für mich logisch. Da der Bund erstaunlicherweise wieder 80% zahlen muss. Denn ich weiss aus dem österreichischen Projekt von Fällen, die haben nach Wolfsangriffen angefangen HSH zu integrieren und es funktioniert.