Sie ist die Böseste

Am Eidgenössischen Schwingfest der Frauen und Meitli haben sich am Samstag in Sion VS zwei Schwingerinnen den Festsieg geteilt. Alleinige Königin, weil sie übers ganze Jahr die Böseste war, ist die Innerschweizerin Isabel Egli.

Es blieb spannend bis zum Schluss: Am letzten Kranzfest des Jahres standen sich im Schlussgang die beiden Schwingerinnen gegenüber, die gegen Ende der Saison auch eng beieinander an der Spitze der Jahreswertung standen. Der Schlussgang in Sion VS war somit auch der Kampf um die Königinnenkrone. Mit dem gestellten Schlussgang teilten sich Jasmin Gäumann von den Bernerinnen und Isabel Egli vom Frauenschwingclub Steinhuserberg den Festsieg.

Egli reichte dies aber, um in der Jahreswertung alle hinter sich zu lassen und den goldenen Kranz zu holen. Gäumann holte sich den silbernen Kranz und Mélissa Suchet vom Schwingklub Pays-d’Enhaut, die vor diesem Fest auch noch Chancen hatte, Königin zu werden, den bronzenen. Reguläre Festkränze wurden in Sion sieben vergeben. Die Schwingerhose an den Nagel gehängt hat Eglis Klubkollegin Fränzi Rickenbacher.

Die neue Schwingerkönigin Egli Isabel

Isabel Egli löst als Königin die Bernerin Angela Riesen ab. Anders als bei den Männern gibt es bei den Frauen jedes Jahr eine Schwingerkönigin. Der goldene Kranz geht dabei an die Schwingerin, die das ganze Jahr über am meisten Punkte gesammelt hat. 2024 gab es elf Kranzfeste, davon zählen die besten acht für die Jahreswertung.

Egli war dies bereits letztes Jahr gelungen. Damals wurde aber im Rahmen eines Pilotprojekts einmalig die Tagessiegerin des Eidgenössischen Frauen- und Meitlischwingfests in Grächen Königin. Die beiden Saisons davor schwang sie auch weit vorne mit, fiel aber einmal wegen einer Verletzung früh aus dem Rennen und hatte im Jahr darauf Kampfpech am letzten Fest, worauf sie den bronzenen Kranz verpasste.

«Brauchte einen Moment, um es zu realisieren»

Am gestrigen Tag in Sion sei die Spannung gross gewesen, sagt sie nach der Krönung. «Da ich aber schon einen Vorsprung und nichts aufzuholen hatte, war der Druck nicht riesig.» Und zum Schlussgang: «Ich wusste, dass mir ein Gestellter reicht. Als es dann so war, brauchte ich trotzdem einen Moment, um es zu realisieren.»

So richtig gespürt habe sie die Freude, als sie von ihrem Klub gefeiert wurde. Beim Einmarsch zur Krönung dann hatte sie erstmals einen Moment mit sich allein, ohne Interviews und Glückwünsche. «Als ich da allein vor allen andern einlief mit dem Lied Schwingerlüüt vom Schwitzerland, und nichts tun musste, als nur da zu sein, habe ich richtig realisiert, dass es wahr ist.»

Auch die Tante, die Schwester und die vier Brüder

Isabel Egli ist 27-jährig, wohnt in Menzberg und kommt aus einer Schwingerfamilie. Geschwungen haben auch schon ihre Mutter und ihr Vater, die fünffache Schwingerkönigin Brigitte Burri-Kunz ist ihre Tante, und auch Eglis Schwester Manuela Dreyer Egli und die vier Brüder schwingen. 2005 schwang sie als Zwergli ihre ersten Feste und wurde 2006 Zweite der Jahreswertung. Als Aktive hat sie insgesamt 24 Kränze geholt sowie letztes Jahr zwei und dieses Jahr fünf Kranzfeste gewonnen. Der Goldene Kranz ist Kranz Nr. 25.

Seit einigen Jahren ist Egli auch Technische Leiterin des Frauenschwingclubs Steinhuserberg und leitete bis letzte Saisons auch die Trainings. Dass der Klub heute einen zusätzlichen Trainer hat, habe ihr geholfen, weiterzukommen. Nun wird sie mit dem Klub noch ein letztes Training absolvieren, bevor es in die Saisonpause geht. Ab Ende Oktober wird Egli die Trainings mit dem FSCS und mit dem (Männer-)schwingklub Wolhusen wieder aufnehmen. Zwar habe sie mit dem Königinnentitel ihr Ziel erreicht. Aber im Training nachlassen werde sie nun nicht. Auch nächstes Jahr will sie um alles kämpfen.

-> Hier finden Sie die gestrigen  Ranglisten und Notenblätter  sowie die  Jahreswertung 2024 .

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