
«Der Schweizer Weinbau befindet sich in einer Phase grosser Schwierigkeiten angesichts der Konkurrenz durch ausländische Weine, in einem Kontext sinkenden Weinkonsums.»
Rahel Thévoz
Ziel sei es, den Weinmarkt zu entlasten und zu stabilisieren, teilte der Staatsrat am Donnerstag in seinen wöchentlichen Beschlüssen mit. Es wurde ein Erlass beschlossen, «ein Moratorium für die Zulassung neuer Rebflächen zur Weinproduktion» beschlossen. Der am 18. März beschlossene Erlass «führt ein Moratorium für die Zulassung neuer Rebflächen zur Weinproduktion ein», wie es im Gesetzestext heisse. Das Verbot gelte für die neun Weinregionen des Kantons Waadt. Es trete mit Inkrafttreten des Beschlusses am Mittwoch in Kraft.
«Der Schweizer Weinbau befindet sich in einer Phase grosser Schwierigkeiten angesichts der Konkurrenz durch ausländische Weine, in einem Kontext sinkenden Weinkonsums. In dieser schwierigen Situation der Branche hat der Staatsrat ein solches Moratorium beschlossen», erklärt er.
Kantonaler Aktionsplan
Diese Massnahme sei Teil des kantonalen Aktionsplans für die Periode 2025–2028 mit dem Titel «Zukunft des Waadtländer Weinbaus», der im vergangenen November von der zuständigen Staatsrätin Valérie Dittli vorgestellt wurde. Mit einem Betrag von 17,2 Millionen Franken stütze er sich auf drei Schwerpunkte: Märkte, Produktion (zu der auch das Moratorium gehört) und Nachwuchs.
Bereits 2022 hatte der Kanton der Branche mit 5,8 Millionen Franken unter die Arme gegriffen. Dieses neue Paket solle die aktuellen Schwierigkeiten abfedern, die durch die Konkurrenz ausländischer Weine, den rückläufigen Konsum von Schweizer Wein – insbesondere bei jungen Menschen – sowie klimatische Unsicherheiten verursacht werden.
Die Fachstellen von Frau Dittli haben mit den Akteuren des Weinsektors zusammengearbeitet, darunter die Communauté interprofessionnelle du vin vaudois (CIVV), die Fédération vigneronne vaudoise (FVV) und die Office des vins vaudois (OVV), um diesen Plan umzusetzen.
Wiederbelebung in der Deutschschweiz
Ebenfalls in seinen wöchentlichen Beschlüssen kündigte der Staatsrat am Donnerstag an, «eine gezielte und aussergewöhnliche Massnahme» zu ergreifen, indem er dem OVV eine Subvention von 910’000 Franken gewähre, um den Weinsektor zu unterstützen. Dieser Betrag decke die Jahre 2025 und das erste Halbjahr 2026 im Bereich «Märkte» des kantonalen Plans.
Es handle sich um eine erste Tranche für diesen Schwerpunkt, für den insgesamt 3,5 Millionen Franken für die Förderung vorgesehen seien, so der Kanton. Die 910’000 Franken sollen dazu beitragen, die Verkäufe im Horeca-Kanal (Hotels, Restaurants und Cafés) zu stärken, die Märkte in der Deutschschweiz auszubauen sowie die Wirkung der «offenen Kellereien» zu verstärken.
Die restliche Finanzierung erfolge nach einer Änderung des Weingesetzes und der Genehmigung durch den Grossen Rat.