Wallis stellt erste kantonale Klimastrategie vor

Der Kanton Wallis hat am Donnerstag erstmals eine kantonale Strategie zur langfristigen Bewältigung von Klimarisiken vorgestellt. Sie beruht auf drei Säulen: Prävention, Antizipation und Wiederherstellung nach Extremereignissen.

sda |

Finanz- und Energiedirektorin Franziska Biner (Mitte) betonte vor den Medien in Sitten, dass das Wallis zwar seit jeher mit klimatischen Risiken lebe, extreme Wetterereignisse jedoch deutlich zugenommen hätten. Bislang habe der Kanton weder über eine Klimastrategie noch über ein Klimagesetz verfügt.

Zur Finanzierung will der Kanton ab 2027 rund 0,5 Prozent des Jahresbudgets – etwa 22,5 Millionen Franken – zusätzlich in Präventions- und Anpassungsmassnahmen investieren. Die Strategie zielt unter anderem darauf ab, Treibhausgasemissionen zu senken und sich den Klimazielen des Bundes anzunähern.

Umsetzung in 8 Bereichen

Gleichzeitig sollen bestehende Risiken besser antizipiert werden – durch den Schutz von Bevölkerung, Sachwerten und Umwelt sowie durch Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel. Im Ereignisfall steht die rasche Wiederherstellung von Infrastrukturen und Dienstleistungen im Vordergrund.

Umgesetzt wird die Strategie in acht Bereichen, darunter Raumplanung und Mobilität, Naturgefahren, Wasserbewirtschaftung, Gesundheit, Ökosysteme, Wirtschaft, Landwirtschaft sowie Gebäude. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der sanften Mobilität, eine verstärkte Überwachung von Naturgefahren, mehr Biodiversitätsflächen, Massnahmen zur Hitzeminderung sowie die Unterstützung von Unternehmen bei Dekarbonisierung und Nachhaltigkeit.

Klimaneutralität bis 2050

Der Kanton sieht sich dank hoher Sonneneinstrahlung, Wasserkraft und eines starken Forschungs- und Innovationsumfelds gut aufgestellt. Dennoch lagen die Treibhausgasemissionen 2023 mit 14,6 Tonnen CO2 pro Kopf über dem Landesdurchschnitt. Bis 2050 strebt das Wallis Klimaneutralität an.

Erstmals erstellte Klimakarten zeigen zudem eine zunehmende Hitzebelastung: Ohne Gegenmassnahmen könnten die gefühlten Temperaturen in städtischen Gebieten der Talebene in den kommenden Jahrzehnten auf über 45 Grad steigen, hiess es.

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