
Angesichts der aussergewöhnlichen Wettersituation hat der Kanton Freiburg die Schweizer Armee ersucht, die Swiss Helicopter AG beim Wassertransport zu unterstützen.
Jonas Kambli, VBS
Seit Monaten regnet es in der Schweiz zu wenig. Der Wassermangel verschärft sich, so auch im Kanton Freiburg. Er vergleicht die Trockenheit mit jener der Jahre 1976 und 2003. Aufgrund des Wassermangels für die Tränkung des Viehs auf den Alpen hat der Freiburger Staatsrat für den Vivisbach-, den Greyerz- und den Sensebezirk die besondere Lage verhängt.
20 Alpen zu versorgen
Rund zwanzig Alpen sind nicht über die Strasse erreichbar und müssen über die Luft versorgt werden. Seit dem 28. Juli 2026 ist die Swiss Helicopter AG für die Versorgung dieser Alpen im Einsatz. Nun soll die Schweizer Armee den privaten Anbieter unterstützen. Der Einsatz ist bis Ende August vorgesehen.
«Wenn die Alpen nicht rasch mit Wasser versorgt werden können, ist das Wohlergehen der Tiere oder gar ihr Leben stark gefährdet», teilt die Freiburger Regierung mit. Ein Abzug des Viehs auf die tiefer gelegenen Sömmerungsweiden oder ins Tal müsse so lange als möglich hinausgezögert werden. Begründet wird dies einerseits mit dem Futtermangel auf den Talbetrieben. Andererseits sollen wirtschaftliche Einbussen in der Käsebranche verhindert werden. Und es gibt einen weiteren Grund: Weil heuer keine Schweizer Rinder wegen der Lumpy-Skin-Krankheit in Frankreich gesömmert werden dürfen, grasen über 5000 Tiere mehr auf den Westschweizer Alpen.
Bauernverband koordiniert Einsätze
Gestützt auf die Verordnung über die militärische Katastrophenhilfe im Inland ersucht der Staatsrat daher um die Unterstützung durch die Armee. Der Freiburger Bauernverband AgriFreiburg kümmert sich um die Abwicklung der Gesuche und schlägt vor, diese Kosten zwischen den Alpbewirtschaftern, die Helikoptertransporte in Anspruch nehmen, aufzuteilen. «Dies unabhängig davon, ob diese von der Armee oder von der Swiss Helicopter AG durchgeführt werden», heisst es in der Mitteilung weiter.