
Champion Original Braunvieh: Arcas Hortensia.
Hirtler Christof
Glockengebimmel am frühen Morgen: Es ist Grossviehausstellung in Schattdorf. Viele Züchterfamilien zogen mit ihren Tieren zu Fuss zum Schauplatz in der Bärenmatte. Noch lag der Talboden im Schatten, die Berggipfel leuchteten in der Morgensonne, im Verlauf des Tages wurde es sommerlich warm.
Eingeteilt waren 627 Tiere in 44 Abteilungen, fast gänzlich fehlte das Wappentier des Kantons Uri – der Stier. Nur drei jüngere Stiere waren auf dem Schauplatz zu sehen.
Ein Höhepunkt
Gebannt verfolgten die vielen Braunviehzüchterinnen und -züchter die Rangierungen in zwei Ringen und fieberten dem ersten Höhepunkt entgegen: den Schöneuterbeurteilungen BS und OB. Schöneutersiegerin der OB-Kühe bei den jüngeren Kühen wurde Rasimus Meiaeli von Michi Ziegler-Briker, Flüelen. Rocky Rauna heisst die Schöneutersiegerin der jüngeren BSKühe von Martin Aschwanden-Gisler, Altdorf. Auch die erstrangierte Kuh der 2. und 3. Laktation – Lennox Laura von Franz Arnold-Baumann, Bürglen – sowie die Kuh der 4. und weiteren Laktationen – Holdrio Holla von Martin Arnold-Imhof, Silenen – überzeugten die Experten durch ihre hervorragenden, leistungsfähigen Euter.
«Im Gegensatz zu den Bezirksschauen oder Regionalschauen sind hier Tiere aus dem ganzen Kanton vertreten – das gibt mir eine repräsentative Gesamtübersicht über den Stand der Braunviehzucht im Kanton Uri.»
Experte Josef Portmann, aus Schüpfheim LU mit 22-jähriger Erfahrung, kommt immer gern nach Uri. Er sagte: «Der Schauplatz ist schön, die Urner Kantonale Grossviehausstellung ist eine sehr beeindruckende Schau, in jeder Abteilung hat es Spitzentiere, die auch national mithalten können. Im Gegensatz zu den Bezirksschauen oder Regionalschauen sind hier Tiere aus dem ganzen Kanton vertreten – das gibt mir eine repräsentative Gesamtübersicht über den Stand der Braunviehzucht im Kanton Uri.»
Ausserkantonal beliebt
Darum stosse die Urner Grossviehausstellung auch bei ausserkantonalen Züchterinnen und Züchtern auf grosses Interesse. Der Experte Albin Ebnöhter kürte aufgrund «der wunderschönen Flankentiefe und seines stark aufgesetzten Widerrists» das OB-Rind Zarino Elona von Petra und Armin Zurfluh, Isenthal, zum Rinder-Champion OB 2026.

Den Miss-Toitel holte sich bei BS-Kühen die Kuh Janco Shannelle von Manuel und Sandra Arnold, Erstfeld auf den ersten Platz.
Hirtler Christof
Das Rind verteidigte damit souverän seinen Vorjahreserfolg und verwies damit das feingliedrige Rind Tiago Lara von Roger Kempf, Isenthal, auf den zweiten Platz. Armin Zurfluh freute sich über seinen Erfolg aus der Eigenzucht: «Die Kuh Zira ist die Mutter des Stiers Zarino, Elona ist seine Tochter.» Zudem erreichten Armin Zurfluh und seine Partnerin mit der Jungkuh Anakin Evita bei den Champion-Wahlen OB-Kühe den dritten Platz. Rinder-Champion BS wurde Brice-ET Hostye von Werner Infanger, Isenthal.
Sensationelles Becken
Die rahmenstarke Arcas Hortensia von Toni und Heidi BrandInderbitzin, Spiringen, gewann den Titel Champion OB. Den Ehrenplatz erreichte Rivo Rosmarie von Heinz Planzer aus Bürglen. Simone Tabacchi, Experte aus dem Val Lavizzara TI, setzte bei den BS-Kühen Janco Shannelle von Manuel und Sandra Arnold, Erstfeld, auf den ersten Platz. Die Miss Uri überzeugte Simone Tabacchi durch «die obere Linie, die breite Brust, das sensationelle Becken und durch das hervorragende, hoch aufgehängte, breite Euter».
Die Ehrenplätze belegten Benissimo Begonia von Martin Arnold-Imhof, Silenen, vor Calvin-Et Cameron von Urs Gisler, Andermatt. Viel Publikum, darunter viele junge Familien, beobachteten den Abzug der vielen Herden am späteren Nachmittag. Am Abend feierten die Viehzuchtgenossenschaften ihre Erfolge bei einer Party.