
Im Rahmen des kantonalen Projekts «Absenkpfad PSM Luzern» unterstützt der Kanton Luzern mit einer betriebsspezifischen Beratung Landwirtschaftsbetriebe dabei, Risiken von Pflanzenschutzmitteleinträgen in Gewässer zu erkennen und gezielt zu reduzieren.
zvg
Wie lassen sich Pflanzenschutzmitteleinträge in Gewässer wirksam reduzieren? Das kantonale Projekt «Absenkpfad PSM Luzern» unterstützt Landwirtschaftsbetriebe dabei, Risiken für die Umwelt auf dem eigenen Betrieb zu erkennen und Verbesserungsmassnahmen umzusetzen.
Wie der Kanton Luzern mitteilt, erfreut sich das freiwillige Angebot einer grossen Nachfrage. Der Kanton nehme damit schweizweit eine Vorreiterrolle ein. Sie wird zur Hälfte durch den Kanton mitfinanziert. Seit diesem Jahr kann sie als Weiterbildungskurs für die Fachbewilligung Pflanzenschutzmittel angerechnet werden.
PSM: Auf dem Feld zentral, im Gewässer problematisch
Pflanzenschutzmittel (PSM) müssen sicher gehandhabt werden, damit keine Wirkstoffe in Gewässer gelangen. Gemäss Einschätzungen der Agroscope stammt ein erheblicher Teil der Einträge von Pflanzenschutzmitteln in Oberflächengewässer aus Punktquellen.
«Dank der Beratung konnte ich mit einfachen Mitteln meine betrieblichen Abläufe optimieren und den Waschplatz auf den erforderlichen Standard bringen.»
Dabei handelt es sich um lokale, oft vermeidbare Eintragsquellen, die beispielsweise beim Anmischen und Befüllen der Spritze, bei der Gerätereinigung sowie im Umgang mit Restmengen direkt auf dem Hofareal entstehen. «Mit einer geeigneten Infrastruktur auf dem Betrieb sowie einer guten fachlichen Praxis im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln lassen sich diese Einträge verhindern», schreibt der Kanton.

Mögliche Eintrittspfade von PSM in Oberflächengewässer und ihr mittlerer geschätzter Beitrag zum Gesamteintrag.
Agroscope/KI optimiert
Im Rahmen der betriebsspezifischen Beratung werden die Risiken für den Eintrag von Pflanzenschutzmitteln in Gewässer direkt auf dem Betrieb identifiziert. Auf einer Betriebsbegehung werden die relevanten Arbeitsabläufe rund um die Handhabung von Pflanzenschutzmitteln betrachtet. Im Anschluss werden gemeinsam konkrete Massnahmen zur Risikoreduktion abgeleitet.
Neues Angebot: Betriebsspezifische Beratung PLUS
Der Kanton bietet in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) neu auch die «Betriebsspezifische Beratung PLUS» an. Diese richtet sich an Betriebe im Einzugsgebiet der Wyna (Hintergrund ist die hohe Deltamethrin-Belastung von 2025) und findet von Dezember 2026 bis März 2027 statt. Ergänzend zur Beratung auf dem Hof werden Risiken betrachtet, die bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf dem Feld entstehen können. Im Fokus stehen Abschwemmung und Abdrift. pd
Betriebsspezifische Beratung hat sich etabliert
Die seit 2025 angebotene betriebsspezifische Beratung habe sich im Kanton Luzern rasch etabliert und werde von den Betrieben sehr positiv bewertet. Laut Ruedi Barmettler vom BBZN Hohenrain schätzen die Betriebe insbesondere, dass es sich bei der Massnahme um ein Sensibilisierungs- und Beratungsinstrument handelt und nicht um ein Vollzugswerkzeug.
Auch Adrian Bucheli, Landwirt aus Ruswil, schätzt das Angebot sehr und resümiert: «Dank der Beratung konnte ich mit einfachen Mitteln meine betrieblichen Abläufe optimieren und den Waschplatz auf den erforderlichen Standard bringen.»
-> Hier finden Sie weitere Informationen und das Anmeldeformular zur betriebsspezifischen Beratung