
Japankäfer sammeln sich zum Fressen gerne in Gruppen.
Louise Stoehr
In verschiedenen Standorten auf dem Gebiet der Stadt Luzern und in den Gemeinden Horw und Kriens wurden bis Ende Juli 25 Japankäfer gefangen, teilte die Staatskanzlei am Mittwoch mit. Der Kanton geht deshalb von einer «kleinen Population» aus und scheidet neben dem bestehenden Befallsherd in Neuenkirch einen weiteren Befallsherd mit angrenzender Pufferzone aus.
Pufferzone
Betroffen sind laut Mitteilung Gebiete in den Gemeinden Adligenswil, Buchrain, Ebikon, Horw, Kriens, Luzern, Malters, Meggen und Schwarzenberg.
Die Pufferzone reicht zudem bis in die Kantone Nidwalden und Obwalden, wie diese gleichentags in getrennten Communiqués informierten. So umfasst die Pufferzone im Kanton Nidwalden weite Teile von Hergiswil und Stansstad sowie kleinere Gebiete in Ennetbürgen, Ennetmoos und Stans. In Obwalden sind das Gebiet Niederstad und die Renggstrasse in Alpnach betroffen.
Zusätzliche Lockstofffallen
Ab 1. August gilt im Befallsherd ein Bewässerungsverbot für Rasen und Grünflachen. Das betrifft Teilflächen in den Gemeinden Kriens, Luzern und Horw, wie Mario Kurmann von der kantonalen Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) auf Anfrage mitteilte. Zudem darf Grüngut den Befallsherd oder die Pufferzone nicht verlassen. Gleichzeitig will der Kanton mehr Fallen aufstellen, um möglichst viele Käfer zu fangen und die Ausbreitung einzudämmen. Die reguläre Grüngutabfuhr für Privathaushalte bleibe möglich, wie es hiess.

An was sich der Japankäfer erkennen lässt.
LANAT
In den Kantonen Nidwalden und Obwalden gelten andere Fristen. Grund dafür sei der unterschiedliche Zeitpunkt der Veröffentlichung der Allgemeinverfügung, wie Kurmann erklärte. Während Luzern die Massnahmen ab 1. August umsetzt, gelten sie in Nidwalden und Obwalden vom 6. August bis 30. September. In dieser Zeit darf Pflanzenmaterial aus der Grünpflege die Pufferzone nicht verlassen. Ausnahmen gelten für gehäckseltes oder getrocknetes Material sowie insektensicher abgedecktes frisches Grüngut. Die reguläre Grüngutentsorgung bleibt wie in Luzern möglich.

Bei einem Fund den Japankäfer einfrieren. Anschliessend ein Foto machen und den Standort notieren. So rasch wie möglich den kantonalen Pflanzenschutzdienst kontaktieren.
BLW
Wird ein Japankäfer entdeckt, soll dieser eingefangen und daran gehindert werden, wieder zu entkommen. Jeder Fund soll umgehend dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden. Der Japankäfer ist ungefähr so gross wie eine Kaffeebohne. Er hat einen metallisch grün schimmernden Kopf und kupferbraune Deckflügel. Zur Identifikation dienen die weissen Haarbüschel an beiden Seiten des Hinterleibs. Für die Meldung an die Behörden soll ein Foto des Insekts gemacht und der genaue Fundort notiert werden.
Bedrohung für Landwirtschaft
Der Japankäfer stelle eine ernsthafte Bedrohung für die Landwirtschaft, den Gartenbau und die Umwelt dar. Er befällt Blätter, Früchte und Blüten von über 400 Pflanzenarten. Seine Larven schädigen zudem die Wurzeln von Rasenflächen. Sein Schadenspotenzial wird auf mehrere 100 Millionen Franken pro Jahr geschätzt.
Erstmals entdeckt wurde der Käfer in der Schweiz im Jahr 2017 im Tessin. Seither hat er sich südlich der Alpen stark ausgebreitet. Im vergangenen Jahr hat er erstmals erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht. Auch nördlich der Alpen gibt es kleine, isolierte Populationen, meist entlang von Hauptverkehrsachsen.