
Der Sempachersee von Wartensee aus gesehen. Die Luzerner Landwirtschaft konnte die Anzahl Gewässerverunreinigungen im Vergleich zum Vorjahr halbieren.
Rosmarie Brunner-Zürcher
Im Jahr 2025 wurden im Kanton Luzern 68 Fälle von Gewässerverunreinigungen registriert. Diese Zahl liegt deutlich unter dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2025 (78 Fälle) und entspricht in etwa der des Vorjahres, wie der Kanton Luzern mitteilt.
Die Ursachen unterscheiden sich jedoch. Während die meisten Gewässerverunreinigungen im Jahr 2024 durch Landwirtschaftsbetriebe verursacht wurden, waren im Jahr 2025 vermehrt Industrie- und Gewerbebetriebe dafür verantwortlich.
Landwirtschaft verbessert sich deutlich
Die Luzerner Landwirtschaft trug somit im Jahr 2025 spürbar zu saubereren Gewässern bei. Im Vergleich zum Vorjahr halbierte sich die Zahl der Gülle- und Mistverunreinigungen von 29 auf 15. In den meisten Fällen waren menschliches Versagen, fehlende Überwachung oder unzureichend unterhaltene Anlagen die Ursache für die Gewässerverunreinigungen. In einigen Fällen seien technische Probleme oder unbekannte Ursachen ausschlaggebend gewesen.

Am 12. Mai 2025 floss in Müswangen (Gemeinde Hitzkirch) aus einer erdverlegten Leitung Gülle über eine Wiese in den Mülibach.
Luzerner Polizei
Durch gezielte Kontrollen, Sanierungen und Sensibilisierungsmassnahmen auf Landwirtschaftsbetrieben konnten Schwachstellen behoben und Risiken entlang der gesamten Hofdüngerbewirtschaftung reduziert werden. «Die seit dem Jahr 2020 eingeführten Gewässerschutzkontrollen auf Landwirtschaftsbetrieben tragen wesentlich dazu bei, dass bauliche Mängel bei Hofdüngeranlagen oder Betankungs- und Waschplätzen behoben werden konnten», schreibt der Kanton.
-> Infoblatt «Sind meine Hofdünger-Einrichtungen in Ordnung?»
Mehr Fälle von Fischsterben
Die Zahl der Gewässerverunreinigungen mit Fischsterben stieg im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr leicht an. Insgesamt wurden sieben Ereignisse erfasst, zwei mehr als im Vorjahr. In zwei Fällen blieben die Ursachen unklar. Je zwei Fischsterben gingen auf Industrie- und Gewerbebetriebe sowie auf die Landwirtschaft zurück. Ein Ereignis wurde von Privatpersonen verursacht.
Selbst wenn keine Fische sterben, können Gewässerverunreinigungen für kleinere Organismen schwerwiegende Folgen haben. «Solche Auswirkungen sind von blossem Auge kaum oder gar nicht sichtbar», schreibt der Kanton.
-> Infoblatt «Was tun bei einer Gewässerverunreinigung»
Stärkere Verschmutzung durch Industrie und Gewerbe
Im Jahr 2025 nahmen die Gewässerverunreinigungen durch Industrie und Gewerbe deutlich zu. Mit 31 Fällen gab es fast doppelt so viele wie 2024 (16). Ein Drittel davon entstand durch Baustellenabwasser, was dem langjährigen Niveau entspricht. Verstärkte Kontrollen und Sensibilisierungsmassnahmen sollen hier zu weiteren Reduktionen führen.
Zusätzlich kam es zu 24 Ereignissen mit Einträgen von Betriebsstoffen, Bohrflüssigkeiten sowie Öl, Diesel und Benzin, die oft durch menschliches Versagen ausgelöst wurden. Weitere elf Fälle entfielen auf private oder sonstige Quellen. Die niedrigen Werte aus der Siedlungsentwässerung bestätigen eine gut funktionierende Infrastruktur, so der Kanton in seiner Mitteilung.