Nach langer Ungewissheit – Stall steht

Nach Monaten der Ungewissheit ist der Neubau von Landwirt Mischa Hofer in Vitznau LU fertig. Dieser markiert einen Schritt zurück zur Normalität.

Jacqueline Graber |

Für Mischa Hofer und seine Partnerin Nadja Trachsel ist es ein schönes Weihnachtsgeschenk: Der alte Stall ist abgerissen, der neue steht. Als symbolische Krönung kamen kurz nach der Fertigstellung die Chlausejäger von Vitznau vorbei. Mit ihren Treicheln vertreiben sie böse Geister – also halten nach traditioneller Auffassung Negatives fern. Und was «negativ» bedeutet, weiss Hofer nur zu gut.

Erdrutsch

Ein Rückblick: 2020 kaufte Hofer in Hinterbergen ob Vitznau einen Landwirtschaftsbetrieb. Im Sommer 2024 kam es oberhalb des Dorfs zu einem Erdrutsch. Das hatte zur Folge, dass die Gebäude in die rote Gefahrenzone eingeteilt wurden. Auch musste Hofer zwischenzeitlich das Anwesen verlassen, seine 30 Stück Rindvieh und acht Burenziegen konnte er bei einem anderen Landwirt unterbringen. Er selbst zog zu seiner Lebenspartnerin nach Zollbrück im Emmental.

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«Dann begann ein Marathon mit den Behörden», erzählt Hofer. Gemeinsam mit Geologen, Planern und einem Biologen galt es, Lösungen zu finden: Es musste ein neuer Stall ausserhalb der Gefahrenzone realisiert werden, dasselbe galt auch für das Wohnhaus.

Nächstes Projekt steht an

In das Vorhaben einbezogen wurde zudem das Vernetzungsprojekt Rigi Süd. Diverse Fachleute gaben vor, wo Hecken, Bäume zu pflanzen und Strukturelemente wie Natursteinmauern zu erstellen seien. «Zum Glück lebten wir schon vorher ein hohes Mass an Biodiversität», sagt der 47-Jährige.

Viele Hecken und Hochstammobstbäume hätten sie bereits in früheren Jahren gesetzt. Nach zahlreichen Gesprächen und noch mehr Dokumenten konnte im Juni dieses Jahres das Baugesuch für den neuen Stall eingereicht werden. Im August begannen die Bauarbeiten, nun ist der Stall fertig, die Tiere sind eingezogen.

Als Nächstes nimmt Mischa Hofer mit seiner Partnerin das Projekt «Bauernhaus» in Angriff. Derzeit übernachtet er in einem Wohnfass, das er 2024 nach den Erdrutschen gekauft hat. Und wenn es ganz kalt wird, zieht es ihn nach Zollbrück – dann schaut ein Betriebshelfer zu den Tieren.

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