
Heinz Planzer ist seit 2024 Vorstandsmitglied der IG Anbindestall.
Christof Hirtler
«Mit meiner Freundin Monika Fässler führe ich einen Milchwirtschaftsbetrieb mit Aufzucht und Alpwirtschaft. Wir halten durchschnittlich 24 Kühe und 27 Stück Jungvieh der Rasse Original Braunvieh», erzählt der Betriebsleiter und OB-Züchter Heinz Planzer. Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst 10 Hektaren auf dem Talbetrieb Lehn und 24 Hektaren in Realp.
Viel Arbeit
Sämtliches Bergheu von Realp transportieren sie zum Talbetrieb in Bürglen. Auf der Alp Garschen im Furkagebiet werden die eigenen Tiere sowie rund 120 fremdes Jungvieh gesömmert. Bei solchen Betriebsstrukturen fällt viel Arbeit an. Zum Glück kann Planzer im Sommer auf die Mithilfe seiner Eltern, eines Lehrlings und in den Arbeitsspitzen im Sommer auch auf seine Geschwister und weitere Helferinnen und Helfer zählen.
«Jedes Tier hat seinen eigenen Platz und seine Ruhe.»
Während der Alpzeit kommen die Kühe nur zum Melken in den Stall, ansonsten verbringen sie Tag und Nacht auf der Weide. Im Frühling wird in der Regel halbtags geweidet, und auch im Winter kommen die Tiere regelmässig in den Auslauf. «Somit wird die Anbindehaltung den natürlichen Bedürfnissen der Tiere bestens gerecht», sagt Heinz Planzer, der im Vorstand der IG Anbindestall aktiv ist.
Der Stall ist hell und geräumig
Der 2003 gebaute Anbindestall von Heinz Planzer ist hell und bietet den Tieren viel Raum. Besonders augenfällig – das ruhige Verhalten der Kühe. Wenn alle Kühe auf ihrem Läger im Stroh liegen, freut sich Heinz Planzer besonders: «Jedes Tier hat seinen eigenen Platz und seine Ruhe. Besonders rangniedere und eher ängstliche Tiere fühlen sich im Anbindestall sehr wohl. Hier können sie ohne Stress in Ruhe und Sicherheit trinken, fressen und liegen.»
«Bei einem Anbindestall sind sowohl die Baukosten als auch der Landverschleiss geringer als bei einem Laufstall.»
Dieser Vorteil macht sich vor allem bei einem allfälligen Platzwechsel, zum Beispiel in der Galtphase, bemerkbar. «Dadurch ist die Verletzungsgefahr im Anbindestall erheblich geringer als in einem Laufstall», sagt der Landwirt. «Durch die Anbindehaltung sind wir täglich nahe beim Tier und haben einen intensiven Mensch-Tier-Kontakt. Das gefällt mir sehr, ich fühle mich im Stall wohl, das wirkt sich positiv auf die Tiere aus.» Gute Erfahrungen macht Heinz Planzer mit dem Strohbett: «Das gibt für uns zwar etwas mehr Arbeit, dafür liegen die Kühe länger. Diese höhere Liegezeit hat positive Auswirkungen auf die Klauen- und Gelenkgesundheit und auf die Milchleistung.»

Mit seinen Kühen nimmt Heinz Planzer auch an Viehschauen teil. Im Bild an der Sorexpo in Zug Ende Januar 2026 .
Samuel Alessandri
Einen weiteren Vorteil sieht Planzer bei den Baukosten und dem Landverschleiss, beides sei bei Anbindeställen im Vergleich zum Laufstall deutlich geringer. Das sind Vorteile, die in den Hanglagen im Berggebiet besonders ins Gewicht fallen. «Zusammengefasst: Der Anbindestall ist vielerorts die sinnvollste Lösung», ist der OB-Züchter überzeugt.
Verband zählt 2500 Mitglieder
Am 23. Februar 2024 feierte die IG Anbindestall Schweiz ihr 10-Jahr-Jubiläum. An dieser Versammlung wurde Heinz Planzer als Vertreter der Innerschweiz in den Vorstand gewählt. 2500 Mitglieder zählt der Verband aktuell. Heute werde über die Hälfte des Rindviehs in der Schweiz in Laufställen gehalten, weiss der Bauer.
«Wir verspüren einen gewissen Druck und sind der Ansicht, dass der Anbindestall keineswegs veraltet ist. Er ist eine tiergerechte Haltungsform, besonders für OB-Tiere. Jede Betriebsleiterin, jeder Betriebsleiter soll auch in Zukunft selber über die Wahl des Systems entscheiden können», unterstreicht der leidenschaftliche OB-Züchter.
Schade, meint man, möglichst wenig Arbeit... Und wer leidet ?
Einmal mehr die Tiere, vor allem die Schwächeren.
Sogar das (heute unnötige) Putzen, würde eine Bindung, Mensch/ Tier herstellen, und zur Gesundheit beitragen.
Hoffe einfach, Sie machen weiter so.
Mit liebem Gruss eine alte Bäuerin.