
Beim Fressen beginnt der Wolf meist mit der Öffnung des Bauchraumes. Die inneren Organe werden vor dem Muskelfleisch bevorzugt, jedoch nicht der Magen und der Darm. Bei vollständiger Verwertung des Beutetiers bleiben am Ende nur die großen Knochen übrig.
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Nach ihrer Ausrottung wanderten Wölfe in der Schweiz erstmals wieder 1996 ein. 2012 entstand das erste Rudel im Calandagebiet im Kanton Graubünden. Damals lebten etwas mehr als 20 Wölfe in der Schweiz.
Über 300 Wölfe
Seither hat sich die Population stark vergrössert. Heute gibt es rund 40 Rudel, davon 10 grenzüberschreitend. Gemäss dem Jahresbericht der Stiftung Kora wurden 2025 hierzulande rund 350 Wölfe nachgewiesen. Es wurden 153 Wolfswelpen beobachtet und 97 genetisch nachgewiesen. Die nächste Einschätzung zur Rudelsituation folgt im November 2026.

In der Schweiz wandern wieder einzelne Wölfe seit 1996 natürlich aus Italien ein, wo die Art nie ausgestorben war.
Kora
Der Wolf wird aber nicht überall gerne gesehen. Im Kanton Nidwalden haben die beiden Buochser SVP-Landräte Beat Risi und Sepp Gabriel eine Motion eingereicht, mit welcher der Kanton Nidwalden beim Bund eine Standesinitiative zur Aufhebung des Schutzstatus des Wolfs einreichen soll .
Landräte wollen schweizweit maximal 100 Wölfe
Der Wolf soll zur regulären Jagd freigegeben werden, wobei das Gebiet des Schweizerischen Nationalparks ausgenommen bleibt. Die Kantone sollen ausserdem die Möglichkeit erhalten, weitere Gebiete zu definieren, in denen der Wolf nicht bejagt werden darf. «Der Bund soll jährliche Abschusszahlen festlegen, um eine Wolfspopulation von 50 bis maximal 100 Tieren sicherzustellen», heisst es im Vorstoss.
Bislang haben die Kantone den Wolfsbestand dreimal präventiv reguliert: ein erstes Mal in einer verkürzten Phase (1. Dezember 2023 bis 31. Januar 2024) sowie zwei weitere Male während jeweils fünf Monaten (1. September 2024 bis 31. Januar 2025 und 1. September 2025 bis 31. Januar 2026). Für die letzte Regulierungsphase stimmte das Bundesamt für Umwelt der Regulierung von ungefähr 115 Wölfen zu, die zum Abschuss von 77 Wölfen führten. Im Vergleich dazu hatten die Kantone in der vorangegangenen Phase (2024–2025) die Zustimmung zur Regulierung von etwa 125 Wölfen erhalten; bis zum Ende der Periode wurden 92 Wölfe erlegt. 2023/2024 hatte das BAFU dem Abschuss von rund 100 Wölfen zugestimmt. Die Kantone erlegten bis Ende März 2024 insgesamt 55 Wölfe. Derzeit läuft die vierte präventive Regulierung bis Ende Januar 2027.
Die beiden Landräte begründen ihre Motion mit der starken Ausbreitung des Wolfs. Die Rudeldichte sei in den angrenzenden Kantonen Obwalden, Glarus, Schwyz, Graubünden, Wallis und Tessin besonders hoch. Die Rudel würden sich bis an die Nidwaldner Kantonsgrenze ausdehnen, halten die beiden Landräte fest. In Nidwalden sei die Wolfspräsenz zunehmend spürbar. «Wiederholte Sichtungen, Risse an Nutztieren und Begegnungen in Siedlungsnähe haben in den letzten Jahren zugenommen und sorgen für Verunsicherung in der Bevölkerung», halten sie fest.
Alpwirtschaft unter Druck
Durch die Wölfe gerät gemäss Risi und Gabriel die Alpwirtschaft zunehmend unter Druck. Die Folge seien frühzeitige Alpabzüge, nicht mehr bestossene Alpen und steigende Risszahlen. Dies gefährde die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe. Die Zunahme der Wolfspopulation sei nicht nur für die Landwirtschaft ein Problem, halten sie fest.
«Familien im Kanton Nidwalden, darunter unsere eigenen, hatten direkten Kontakt mit dem Wolf. Solche Begegnungen führen bei Kindern zu Angst und Verunsicherung. Diese Sorgen sind real und dürfen von der Politik nicht ignoriert werden», machen Risi und Gabriel deutlich.
«Keine Ausrottung»
Es brauche aus ihrer Sicht eine Anpassung des rechtlichen Rahmens. Bewilligte Abschüsse hätten nicht vollzogen werden können. «Eine reguläre Jagd ist die einzige praktikable Lösung, um die Wolfspopulation nachhaltig zu regulieren», so die beiden Landräte weiter.
Das Ziel der Standesinitiative sei nicht die Ausrottung des Wolfs, sondern ein Bestand, der sowohl ökologisch tragbar als auch für die Alpwirtschaft und die Bevölkerung akzeptabel sei. «Der Kanton Nidwalden muss handeln, bevor sich die Situation weiter zuspitzt», halten sie fest.