
Mit dem Projekt «Slow Water» wird der Wasserrückhalt in Ackerflächen gefördert. Auf dem Bild ist ein Retentionsteich zur Regenwasserrückhaltung aus Keylines zu sehen.
Johannes Heeb
Mit dem gemeinsamen Ressourcenprojekt «Slow Water» fördern die Kantone Luzern und Basel-Landschaft den Wasserrückhalt im Kulturland. Mithilfe gezielter hydrotechnischer und agronomischer Massnahmen soll Regenwasser besser im Boden gespeichert und ein schneller Wasserabfluss reduziert werden. Wie der Kanton Luzern mitteilt, werden die Massnahmen gemeinsam mit Landwirtschaftsbetrieben und Gemeinden umgesetzt und ihre Wirkung wissenschaftlich begleitet.
Vorbereitung auf Klimawandel
Der Klimawandel führt zunehmend zu Wetterextremen wie Hitze, Trockenheit und Starkniederschlägen. Dies ist derzeit auch in der Schweiz deutlich spürbar. Längere Hitze- und Trockenperioden beeinträchtigen die landwirtschaftliche Produktion, sowohl im Acker- und Futterbau als auch bei Spezialkulturen und in der Tierhaltung.
Andererseits treten immer häufiger auch Starkregenereignisse auf, bei denen innerhalb kurzer Zeit viel Niederschlag fällt. Sie führen zur Erosion fruchtbarer Böden und verursachen durch hohe Wasserabflüsse Schäden an der Infrastruktur. Daher sind Lösungen gefragt, die Regenwasser besser nutzen und zurückhalten, die die Ertragsfähigkeit der Landwirtschaft sichern und die Trinkwasserversorgung langfristig gewährleisten.
-> Wie ein Bauer der Trockenheit den Kampf ansagt
Projektorganisation und Finanzierung
Das Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) ist für die Beratung der teilnehmenden Landwirtschaftsbetriebe sowie für die operative Koordination des Projekts zuständig. Die Projektleitung liegt bei der Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) des Kantons Luzern.
Weitere Projektpartner sind die Universität Basel (Wirkungsmonitoring), die Seecon gmbh (integrales Wassermanagement) und Agridea (Beratungs- und Informationstools). Finanziell getragen wird das Ressourcenprojekt vom Bundesamt für Landwirtschaft sowie von den Kantonen Luzern und Basel-Landschaft.
Individuelle Retentionsstrategien finden Anklang
Hier setzt das Projekt «Slow Water» an. In den Luzerner Gemeinden Luthern, Hergiswil, Willisau, Menznau, Romoos und Reiden sowie in elf Gemeinden des Oberbaselbiets werden gemeinsam mit Gemeinden und Landwirtschaftsbetrieben betriebsindividuelle und einzugsgebietsbezogene Strategien zur Wasserretention entwickelt. Die beiden Projektgebiete unterscheiden sich insbesondere hinsichtlich der jährlichen Niederschlagsmenge, der Speicherfähigkeit der Böden und der landwirtschaftlichen Nutzung.

Mit Wasser gefüllte Keyline nach Regenereignis.
Markus Schwegler
«Mit dem Projekt «Slow Water» werden verschiedene Massnahmen zur Wasserspeicherung und Bodenverbesserung gefördert», schreibt der Kanton. Dazu gehören Retentionsteiche, Versickerungsgräben und -mulden sowie die Sammlung von Regenwasser von Dächern. Unterstützt werden ebenfalls die nachhaltige Wasserführung im Gelände durch sogenannte Keylines, der Humusaufbau auf Bewirtschaftungsflächen sowie Hecken, Agroforst und Obstgärten. Ergänzt werden diese Massnahmen durch Untersaaten, Zwischensaaten und eine schonende Bodenbewirtschaftung.
Positives Echo
Das Ressourcenprojekt «Slow Water» sei auf ein positives Echo gestossen, so der Kanton. In den ersten zweieinhalb Jahren haben sich im Kanton Luzern rund 110 Landwirtinnen und Landwirte für eine Beratung angemeldet. Knapp 80 Retentionsstrategien wurden erarbeitet und 57 Betriebe haben eine Vereinbarung für die Umsetzung von Retentionsmassnahmen unterzeichnet.
Auf 27 Betrieben wurden die Massnahmen bereits umgesetzt oder befinden sich in Umsetzung, vier Betriebe haben ihre Retentionsprojekte bereits erfolgreich abgeschlossen.
-> Hier gibts weitere Informationen zum Projekt «Slow Water»

