Wenn der Gotthardtunnel im Urnersee versinkt

Die Seeschüttung im Urnersee hat einen Meilenstein erreicht. Bereits über eine Million Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Gotthard-Tunnelbau wurden eingebracht. Während der Betrieb auf Hochtouren läuft, sind angeschwemmte Zündschläuche weiterhin eine sichtbare Nebenerscheinung.

pd/ome |

Wie der Kanton Uri mitteilt, wurden seit Beginn der Materiallieferungen aus dem Bau der zweiten Röhre des Gotthard-Strassentunnels bereits die erste Million Tonnen Ausbruchmaterial im Urnersee geschüttet. Hinzu kommen rund 80'000 Tonnen Ausbruchmaterial aus dem Sisikoner Tunnel. Während der Betrieb auf Hochtouren läuft, sind angeschwemmte Zündschläuche eine sichtbare Nebenerscheinung.

Täglich fünf bis sechs Güterzüge

Im Industriehafen Flüelen herrscht reger Betrieb Täglich treffen fünf bis sechs Güterzüge mit bis zu 6’300 Tonnen Material aus Göschenen sowie rund 50 Lastwagen mit 1’500 Tonnen Material von der Axen-Baustelle ein. Das Gestein wird umgeschlagen und zu den Schüttstellen transportiert.

Die erste Million Tonnen gilt als wichtiger Meilenstein. Laut Projektleiter Roland Senn funktionieren die Abläufe gut und die Lieferketten stabilisieren sich zunehmend. Die volle Auslastung wird ab September erwartet, wenn der Umschlagplatz Dorni in Sisikon in Betrieb geht.

Zündschläuche treiben im Wasser

Für den Transport auf dem See wurde die Flotte erweitert. Zwei neue Klappschiffe wurden beschafft und ein drittes gemietet. Die rund 50 Meter langen Spezialschiffe aus den Niederlanden bieten jeweils Platz für 500 Tonnen und stellen somit die erforderlichen Kapazitäten sicher.

Beim Tunnelbau im Sprengvortrieb fallen Rückstände wie Zündschläuche an, die im Ausbruchmaterial enthalten sind. Da sie leichter als Wasser sind, treiben sie an die südlichen Ufer des Urnersees. «Sie sind auffällig und störend, beeinträchtigen aber weder Wasserqualität noch Gesundheit», erklärt Roland Senn. Eine vollständige Entfernung aus dem Ausbruchmaterial sei technisch nicht möglich.

Regelmässige Uferreinigungen

Die betroffenen Ufer werden seit Anfang 2025 regelmässig gereinigt. Eine Einsatzgruppe kontrolliert die begehbaren Abschnitte und entsorgt angeschwemmte Zündschläuche fachgerecht und säubert gezielt die schwer zugänglichen Bereiche. Auch das Naturschutzgebiet werde monatlich gepflegt.

Auf dem See werden Rückstände laufend eingesammelt. «Ergänzend laufen in Zusammenarbeit mit den Materiallieferanten weiterhin Optimierungen an der Quelle, um den Umfang der Zündschläuche im gesprengten Ausbruchmaterial so weit wie möglich zu reduzieren», schreibt der Kanton.

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