SBV: Verantwortliche müssen Verdingkinder entschädigen

Verdingkindern ist viel Leid und Ungerechtigkeit widerfahren. Die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen verlangen einen Fonds zur Unterstützung von Härtefällen. Dies unterstützt der Schweizer Bauernverband (SBV). Für die Äufnung dieses Fonds sind gemäss SBV aber jene Stellen mit aktiver Verantwortung in der Pflicht.

Verdingkindern ist viel Leid und Ungerechtigkeit widerfahren. Die Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen verlangen einen Fonds zur Unterstützung von Härtefällen. Dies unterstützt der Schweizer Bauernverband (SBV). Für die Äufnung dieses Fonds sind gemäss SBV aber jene Stellen mit aktiver Verantwortung in der Pflicht.

„Einige Verdingkinder, die in oft arme Bauernfamilien fremdplatziert wurden, mussten hart arbeiten oder waren gar Opfer von Misshandlungen“, schreibt der Schweizer Bauernverband in einem Communiqué. Vielen Menschen sei grosses Leid widerfahren. Für geschehenes Unrecht habe sich der SBV als Dachorganisation der Schweizer Landwirtschaft und damit im Namen aller Bauernfamilien entschuldigt, hält der SBV fest.

SBV und Bauern hatten keine aktive Rolle inne

Der Bauernverband betont aber, dass weder er als Verein, noch andere bäuerliche Organisationen oder die Bauernfamilien selbst, jemals Kinder ihren leiblichen Eltern weggenommen hätten. Sie hätten damit niemals eine aktive Rolle bei der Zuweisung von Kindern innegehabt wie Gemeinden und Kantone.

Da die Landwirtschaft seit immer viele Arbeiterkräfte benötigt habe, seien die Bauern auch bereit gewesen, Verdingkinder aufzunehmen, schreibt der SBV. „Es ist korrekt, dass einzelne Bauernfamilien von Verdingkindern wirtschaftlich profitiert haben können. Dies war aber auch bei den eigenen Kindern der Fall, die ebenfalls ohne Entgelt mitarbeiten mussten“, erklärt der SBV.

Keine Solidarhaftung

Eine Solidarhaftung mit finanziellen Forderungen gegenüber den Bauernfamilien oder dem Bauernverband lasse sich nicht ableiten. Es gäbe durchaus Härtefalle und diesen sei man sich bewusst, so der SBV. Die Forderung nach einem Fonds wird auch vom Bauernverband unterstützt.

„Es ist an jenen, welche diese menschlichen Dramen ausgelöst haben, die entsprechende Verantwortung wahrzunehmen, die Fonds zu äufnen und eine Verteilung der Gelder an die Betroffenen sicherzustellen“, hält der SBV fest. Der Einsatz von Mitteln aus den Lotteriefonds wird vom SBV begrüsst. Zudem unterstützt er die historische Aufarbeitung, die unentgeltliche Beratung und Unterstützung oder die vollständige Akten- und Dossiereinsicht.

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