Schleppschuh statt Schleppschlauch

Der Kanton Aargau fördert den Einsatz des Schleppschuhs und des Gülleeindrillens ab diesem Jahr mit 45 Franken pro Hektare. Damit sollen die Ammoniakemissionen noch weiter sinken.

Das Ausbringen der Gülle mit Schleppschlauch ist in der Schweiz seit dem 1. Januar 2024 Pflicht. Ausser es betrifft steile Hänge oder kleine Betriebe. Das Ziel ist, die Ammoniakemissionen zu senken. Wenn Stickstoff in der Form von Ammoniak in die Atmosphäre entweicht, verschmutzt dies die Luft und sorgt für die Überdüngung oder Versauerung der Böden. Das schädigt Moore und Wälder, man siehts etwa am Wuchern der stickstoffliebenden Brombeeren.

Öffnen der Grasnarbe

Betreffend Ammoniak noch besser als der Schleppschlauch ist der Schleppschuh. Bei diesem sind an jedem Schlauchauslauf federbelastete schuh- bzw. ku­fenähnliche Werkzeuge angebracht. Die am Schlauchauslauf angebrachten Werkzeuge bewirken ein Scheiteln bzw. Öffnen der Grasnarbe, sodass die Gülle direkt auf den Boden bzw. in den leicht angeritzten obersten Bodenbereich abgelegt wird. So beschreibt es die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft. Am ­allerwenigsten Ammoniakemissionen verursacht das Gülledrillen. Dabei wird die Gülle direkt ein bis vier Zentimeter tief in den Boden injiziert.

Manuel Baur von der Fachstelle Boden und Düngung des Kantons Zürich sagt, dass gerade im Grünland und auf Milchviehbetrieben der Schleppschuh «eigentlich die bessere Wahl ist, da der Schleppschlauch vor allem für die Ausbringung auf Ackerkulturen entwickelt wurde».

45 Fr. pro ha

Der Kanton Aargau war seinerzeit der zweite Kanton, der den Schleppschlauch förderte. Jetzt geht er bei der Förderung des Schleppschuhs und des Gülleeindrillens voran. Er bezahlt dafür 45 Franken pro Hektare, womit grundsätzlich die vollen Mehrkosten gegenüber dem Schleppschlauch abgegolten sein sollen. Im Kanton Zug gibt es 15 Franken pro Hektare.

Im Aargau lässt die Förderung die Nachfrage nach diesen Gülleausbringtechniken sprunghaft ansteigen, wie an einer Maschinenvorführung des Bauernverbands Aargau gestern Dienstag zu erfahren war. Zwei Einwände waren allerdings zu hören. «Wegen der hohen Beteiligung gibt es wohl weniger als 45 Franken, und bald gibt es keine Förderung mehr», sagte einer. Ein anderer ergänzte, in Holland, wo der Schleppschuh vor dreissig Jahren entwickelt worden sei, sei inzwischen nur noch das Gülledrillen zugelassen.

Kommentare (5)

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  • der kritische Fred | 13.06.2026

    Subventionen müssen die gesamte Wirtschaft unterstützen. Der Landwirt ist dabei nur der Durchlauferhitzer. Der tatsächliche Nutzen für die Umwelt über die betriebliche Stickstoffbilanz ist bis heute mit dieser Symptombekämpfung bis heute nicht bewiesen.


    Sicher ist: mit Schleppschuh gibt es noch mehr Gewicht!

  • Stadtbauer | 07.06.2026
    Super und die Landmaschinenbranche,
    Reibt sich schon wieder die Hände!!!!!
    So werdet ihr nie Geld verdienen!!!!!
    Nach dem Motto Angelogen und Abgezockt!!
    Wünsche allen weiterhin ein dickes Portemonnaie beim Gülleausbringen.
  • Gesunder Menschenverstand | 06.06.2026
    Habt ihr vergessen wie es läuft:
    Zuerst Förderung, nach ein paar Jahren wirds obligatorisch!
    --> Die fast neuen Schleppschläuche verschrotten!!!
  • Sam | 06.06.2026
    Wieder mal typisch, im 24 mussten alle auf streifenförmige ausbringung umstellen, hätte man da schon gesagt man fördere den schleppschuh, wäre das ziel wohl viel schneller ereicht worden! Manchmal habe ich das gefühl da arbeiten bürogummis die am morgen ins bürokommen in ein kränzchen sitzen und die frage in die runde werfen:“ so mit was wollen wir die landwirte heute ärgern?“
    • gesunder Menschenverstand | 09.06.2026

      Da gebe ich Dir teilweise recht.. aber ich glaube auch die Leute in den Ämtern meinen es nicht böse, sie haben wirklich das Gefühl die Massnahmen nützen etwas... Vieles ist schlussendlich einfach nicht zu ende gedacht.


      Am meisten entäuscht bin ich jedoch von unseren Politikern. Die SVP (starke Landwirtschaftsvertreter) wäre die stärkste Partei in der Schweiz aber sie nehmen sich halt auch lieber den üblichen populistischen Theman an als uns zu helfen....

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