
Ein Hut mit breiter Krempe schützt auch Gesicht und Nacken.
pixabay
Sonnenbrände sind unangenehm, schmerzhaft und beeinträchtigen die Funktion der Haut. Hinzu kommt, dass sie unter Umständen gravierende Spätfolgen haben können. In den Jahren 2018 bis 2022 hat die Nationale Krebsregistrationsstelle der Schweiz im Schnitt jährlich rund 3500 Personen mit einem Melanom erfasst. Ein Melanom ist auch als schwarzer Hautkrebs bekannt. 54% der registrierten Fälle betrafen Männer. Die Schweiz hat im internationalen Vergleich hohe Fallzahlen.
Weisser und schwarzer Hautkrebs
Warum das so ist, ist nicht eindeutig klar. Vermutet wird, dass verschiedene Faktoren dazu beitragen. Einerseits haben Menschen in der Schweiz einen guten Zugang zu medizinischer Versorgung und sind vielleicht auch sensibilisierter für die Thematik. Andererseits hat sich hierzulande über Jahre ein UV-intensives Freizeitverhalten auch mit zahlreichen Aufenthalten an Badestränden etabliert. Mitverantwortlich für die Entwicklung von Hautkrebs ist vor allem die ultraviolette Strahlung der Sonne, die sogenannte UV-Strahlung. Dieser sind Landwirte und andere Berufsgruppen, die mehrheitlich draussen arbeiten, besonders ausgesetzt, was die hohen Fallzahlen in diesen Berufsgruppen erklärt.
Weisser Hautkrebs entsteht, wenn die Haut häufig UV-Strahlen ausgesetzt ist. Schwarzer Hautkrebs entsteht meist, wenn die Haut einer starken UV-Strahlung ausgesetzt wurde. Das heisst, wenn die Haut starke Sonnenbrände verkraften musste. Ob es später zur Bildung von Hautkrebs kommt, hängt auch von der genetischen Veranlagung und der Häufigkeit dieser Sonnenbrände, vor allem im Kindes- und Jugendalter, ab. Die UV-Strahlung ist in unseren Breitengraden von April bis September besonders stark.
Der richtige Schutz
Eveline Bossart ist Spezialistin Prävention bei der Krebsliga Schweiz. Für sie gibt es in dieser Zeit drei wichtige Punkte zu befolgen. «Zwischen 11 Uhr und 15 Uhr nachmittags ist die UV-Strahlung am stärksten. Wir empfehlen, wenn immer möglich, in diesem Zeitraum im Schatten zu arbeiten.» Falls das nicht möglich ist, empfiehlt sie den Schutz durch Kleidung. «Kleidung ist ein effektiver und unkomplizierter Sonnenschutz. Man sollte möglichst viel Haut bedecken. Das heisst, Kleidung tragen, die die Schultern und Arme bedeckt. Im Optimalfall ein leichtes Hemd.
Dazu kommt eine Kopfbedeckung mit breiter Krempe, wenn möglich mit Nackenschutz, und eine Sonnenbrille.» An dritter Stelle rät Bossart zur Sonnencreme. «Sonnencreme soll überall dort angewendet werden, wo die Haut nicht durch Kleidung geschützt ist.» Bei der Wahl der Creme sollte darauf geachtet werden, dass diese eine Wirksamkeit gegen UVB- und UVA-Strahlen aufweist. Wie stark der Schutzfaktor sein soll, hängt unter anderem vom Hauttyp ab. «Der Schutzfaktor sollte mindestens 30 betragen», sagt Bossart. Je sonnenempfindlicher die Haut, desto höher sollte der Schutzfaktor sein.
UV-Index als Massstab
Ausserdem spielen Umweltfaktoren eine Rolle. Helle Oberflächen reflektieren die UV-Strahlung zusätzlich und sorgen für eine erhöhte Belastung. «Wasser wirft zwischen 10 und 30% der Strahlung zurück und sorgt so für eine UV-Strahlung von bis zu 130%. Schnee reflektiert 40 bis 90% der UV-Strahlen.» Die Wirksamkeit von Sonnencreme hänge aber vor allem von den Anwenderinnen und Anwendern ab.
Zu beachten ist: Sich etwa eine halbe Stunde vor Arbeitsbeginn einzucremen, damit die Creme gut einziehen kann. Sie sollte gründlich aufgetragen werden und man soll nicht mit der Menge sparen. «Die Faustregel ist, dass es etwa 4 Esslöffel Creme braucht, um den ganzen Körper einer erwachsenen Person zu schützen.» Wichtig ist auch, dass einmaliges Auftragen der Creme oft nicht reicht. «Der Schutz nimmt ab durch Abrieb, Schwitzen und Waschen der Haut.» Empfohlen wird, nach ungefähr zwei Stunden erneut Sonnencreme aufzutragen.
Aus diesen Gründen wird primär zu einem Schutz durch luftige Kleidung, die viel Haut bedeckt, geraten. «Gerade beim Heuen hat man so auch weniger Staub, der auf der Haut klebt, als mit Sonnencreme», sagt Bossart. Ein Hinweis darauf, wie fest man sich schützen muss, gibt der UV-Index, den mittlerweile auch viele Wetterapps ausweisen. Die Werte gehen von 1 bis 11+, wobei sich Sonnenschutz ab einem Wert von 3 empfiehlt. «Kälte und Bewölkung täuschen oft über die Strahlenintensität hinweg. Auch bei bedecktem Himmel dringen bis zu 80 Prozent der UV-Strahlen durch die Wolkendecke», sagt Eveline Bossart.
Zahlen und Fakten
- Jährlich erkranken rund 3’500 Menschen an einem Melanom. Beim weniger gefährlichen weissen Hautkrebs sind es etwa 7-mal mehr Fälle.
- Weisser Hautkrebs wird durch die Gesamtmenge an UV-Strahlen gefördert.
- Schwarzer Hautkrebs durch starke Sonnenbrände, vor allem im Kindes- und Jugendalter.
- Die UV-Belastung nimmt mit 10 % pro 1’000 Höhenmeter zu.
- Die Sonneneinstrahlung ist von April bis September am stärksten.
Krebserkennung
Neben dem schwarzen Hautkrebs birgt Arbeit an der prallen Sonne auch weitere Risiken wie Hitzschlag, Sonnenstich und die Bildung von weissem Hautkrebs. Bei weissem Hautkrebs waren es im Zeitraum 2017–2021 sogar rund 25’000 neue Fälle pro Jahr. Hautkrebs früh zu erkennen, ist für eine gute Genesung wichtig. Ein Melanom, schwarzer Hautkrebs, kann an jeder beliebigen Hautstelle auftreten, auch unter Fuss- oder Fingernägeln oder an Stellen, die nicht der Sonne ausgesetzt sind – wie zum Beispiel den Fusssohlen oder dem Genitalbereich.
Helle Hautkrebsarten kommen vor allem im Gesicht und auf den sogenannten Sonnenterrassen wie Kopfhaut, Nase, Lippe, Ohren und Nacken vor. Wichtig ist es, auf Veränderungen der Haut zu achten, und wenn solche festgestellt werden, einen Arzt aufzusuchen. «An und für sich sind Muttermale harmlos. Wenn Sie jedoch bemerken, dass sich ein Pigmentmal verändert oder auffällig ist, zeigen Sie es einer Hautärztin oder einem Hautarzt», rät Eveline Bossart von der Krebsliga Schweiz.
Schutz vor der Sonne
1. Wenn möglich Arbeiten zwischen 11 und 15 Uhr im Schatten ausführen.
2. Schützen mit Kleidung, Schultern bedeckt, wenn möglich langärmlig, Kopfbedeckung (mit breiter Krempe und/oder Nackenschutz) und Sonnenbrillen tragen.
3. Nicht bedeckte Körperstellen mit Sonnencreme schützen. Sonnencreme im Abstand von ungefähr 2 Stunden erneut auftragen.
Der Artikel stützt sich auf folgende Quellen: krebsliga.ch , suva.ch , bul.ch cbi