Die SMP machen sich grundsätzliche Gedanken. Im Raum steht auch eine Befragung aller Milchproduzenten.
Letzten Donnerstag hat der SMP-Vorstand beschlossen, dass er sich überlegen will, wie eine Umfrage bei der Basis der Milchproduzenten aussehen könnte.SMP-Sprecher Christoph Grosjean-Sommer will sich zu den Beschlüssen noch nicht äussern. Zum Hintergrund der anstehenden Standortbestimmung sagt er: «Von all den Massnahmen, für welche die SMP in den vergangenen acht Jahren gekämpft haben, ist fast keine umgesetzt.» Die Segmentierung in A-, B- und C-Milch funktioniere mehr schlecht als recht, und der Fonds Marktentlastung der Branchenorganisation Milch (BOM) laufe am 30. April 2013 aus, betont Grosjean-Sommer.
Erwartungen nicht erfüllt
Die verschiedenen Produzentenorganisationen (PO) und Produzenten-Milchverwerter-Organisationen (PMO) hätten gesagt, sie wollten die Verantwortung für den Milchmarkt übernehmen. «Doch bis dahin sind die Erwartungen der Milchproduzenten nicht erfüllt, gerade auch, was den Preis betrifft», führt Grosjean-Sommer aus.
Also sei es einmal mehr sinnvoll, mit den Produzenten zu schauen, wo ein gemeinsamer Nenner liegen könnte. Der Wille zu gemeinsamem Handeln müsse da sein, bevor einzelne Massnahmen definiert würden, sagt Grosjean-Sommer.
Letzte Befragung im 2008
Im Jahr 2008 führten die SMP eine Basisbefragung durch. Dabei sprachen sich 81% der teilnehmenden Milchbauern dafür aus, dass die SMP eine nationale Milchverkaufsorganisation gründet. 82% waren für eine nationale Mengensteuerung der SMP. 78% befürworteten höhere Abgaben auf den Mehrmengen.
Trotz der hohen Zustimmungsrate unter den Milchbauern kam nichts dergleichen zustande. Es gibt deshalb die Befürchtung, dass eine Umfrage vor allem zu neuen Gräben innerhalb der Milchbauern führen würde. Ebenso könnten aber Spannungen zwischen Basis und PO-Spitzen aufbrechen.
SMP weg vom Markt?
Am Donnerstag hat der SMP-Vorstand auch die Bäuerliche Interessen-Gruppe für Marktkampf (BIG-M), das Bäuerliche Zentrum Schweiz (BZS), das Bernisch-Bäuerliche Komitee (BBK), die Neue Bauernkoordination Schweiz (NBKS) und Uniterre angehört. Ihre Vorschläge gehen alle in Richtung einer Mengensteuerung in Hand der SMP.
Das BZS verlangt nicht eine blosse Umfrage, sondern eine verbindliche Abstimmung unter den Milchbauern. Andere dagegen fordern, dass sich die SMP in Zukunft vom Milchmarkt fernhalten und sich auf die politische Interessenvertretung und andere Dienstleistungen beschränken