SNB: Konjunkturelle Risiken erhöht

Das Coronavirus hat laut SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg die konjunkturellen Risiken erhöht. Ob die Schweizerische Nationalbank aber auch ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum senkt, hänge davon ab, wie stark sich das Virus noch ausbreiten wird.

Das Coronavirus hat laut SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg die konjunkturellen Risiken erhöht. Ob die Schweizerische Nationalbank aber auch ihre Erwartungen an das Wirtschaftswachstum senkt, hänge davon ab, wie stark sich das Virus noch ausbreiten wird.

Falls sich das internationale Umfeld eintrüben würde, hätte das Auswirkungen auf die Schweiz als kleine, offene Volkswirtschaft, sagte Zurbrügg im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». Zudem sei ein direkter Einfluss über Handelspartner wie China möglich.

Franken aufgewertet

«Und ausserdem suchen Anleger in Zeiten der Unsicherheit vermehrt sichere Häfen wie den Franken, was ihn aufwerten kann», sagte Zurbrügg in dem am Freitabend online veröffentlichten Gespräch. Am Freitagnachmittag hatte der Franken zum Euro bereits deutlich zugelegt, der Euro-Kurs lag unter 1,06 Franken.

Der Währungshüter liess offen, ob die SNB nun die Konjunkturprognose anpassen müsse: «Wie die letzten Wochen zeigen, kann sich die Nachrichtenlage zum Coronavirus rasch ändern.» Das Virus könnte die Aussichten für die Schweizer Konjunktur beeinträchtigen. «Alles hängt davon ab, wie stark es sich ausbreiten wird.»

«Globales, belastendes Element»

Schon bei der letzten geldpolitischen Lagebeurteilung im Dezember habe es Risikofaktoren zu berücksichtigen gegeben, wie der internationale Handelskonflikt oder die sicherheitspolitische Unsicherheit beispielsweise im Nahen Osten. «Mit dem Coronavirus ist nun ein globales, belastendes Element dazugekommen.»

Mitte Dezember ging die SNB davon aus, dass sich die Schweizer Wirtschaft 2020 robust entwickeln wird. Sie erwartete ein Wirtschaftswachstum zwischen 1,5 und 2,0 Prozent. Die nächste geldpolitische Lagebeurteilung nimmt die Nationalbank am 19. März vor.

Mögliche Dämpfung der Inflation

Ob die absehbaren Lieferengpässe die Inflation in der Schweiz ansteigen lassen wird, könne man heute noch nicht wissen, sagte Zurbrügg weiter. Er liess jedoch durchblicken, dass die Nationalbank eher vom Gegenteil ausgeht.

Derzeit beobachte die SNB vielmehr das bekannte Phänomen der Flucht der Anleger in sichere Häfen. «Ein starker Franken führt erwartungsgemäss zu einer tieferen Inflation.» Die Aufwertung, die Befürchtung einer Konjunkturverlangsamung und der Rückgang der Rohstoffpreise könnten sich eher in tieferen Inflationsraten niederschlagen.

Auch eine Deflation ist nicht ausgeschlossen: Die Inflation könne hierzulande vorübergehend ins Negative fallen, so der SNB-Direktor. «Mit unserer Geldpolitik stellen wir sicher, dass die Preisstabilität in der mittleren Frist nicht gefährdet wird.»

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