So soll die Landwirtschaft im Jahr 2050 aussehen

Mit seiner «Strategie 2050» skizziert der Bundesrat den Weg zu einer nachhaltigen, wettbewerbsfähigen und resilienten Land- und Ernährungswirtschaft. Im Fokus stehen dabei die Ernährungssicherheit, der Umwelt- und Klimaschutz, eine gesunde Ernährung sowie die Transformation des gesamten Ernährungssystems. Ein Ziel ist eine höhere Wertschöpfung in der Landwirtschaft.

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Der Bundesrat hat in seinem Bericht «Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik» eine langfristige Strategie für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft bis 2050 vorgelegt. Ausgangspunkt ist demnach die Erkenntnis, dass die Agrarpolitik die Landwirtschaft künftig nicht mehr isoliert betrachten darf, sondern das gesamte Ernährungssystem von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis hin zum Konsum berücksichtigen muss.

In einer Mitteilung erinnert das Bundesamt für Landwirtschaft an den Bericht und hebt hervor, dass die darin skizzierten Ziele nur erreicht werden können, wenn «eine deutliche Verschiebung weg von tierischen hin zu pflanzlichen Lebensmitteln stattfindet». Zu den Zielen des «Ernährungssystems 2050» gehören neben einem Selbstversorgungsgrad von mindestens 50 Prozent auch eine höhere Wertschöpfung in der Land- und Ernährungswirtschaft.

Von den Herausforderungen zur Vision

Die Herausforderungen sind gross und vielfältig: Klimawandel, Ressourcenknappheit, veränderte Konsumgewohnheiten und geopolitische Unsicherheiten. Das Zukunftsbild soll laut Bund diesen Herausforderungen entsprechen und sowohl ambitionierte Ziele enthalten als auch den Akteuren eine positive Perspektive bieten.

Das Zukunftsbild skizziere eine ganzheitliche Vision des Ernährungssystems gemäss den Anforderungen der Bundesverfassung (Artikel 104 und 104a) und binde alle Akteure mit ein, von der Produzentin bis zum Konsumenten. Die Visionen des Bundes für das Landwirtschafts- und Ernährungssystem im Jahr 2050 lauten:

  • Die Inlandproduktion orientiert sich an der Nachfrage und trägt netto zu mehr als der Hälfte zur Versorgung bei
  • Die Landwirtschaft zeichnet sich durch hohe Wertschöpfung pro Arbeitskraft aus. Die Arbeitsproduktivität steigt gegenüber 2020 um 50 Prozent
  • Die Freisetzung von Treibhausgasen (wie CO2, Methan und Lachgas) liegen in der Produktion mindestens 40 Prozent unter dem Niveau von 1990. Die Emissionen des Pro-Kopf-Konsums sind gegenüber 2020 um mindestens zwei Drittel gesenkt
  • Die Nährstoffflüsse sind weitgehend optimiert. Verluste in Luft und Wasser überschreiten die ökologische Tragfähigkeit nicht
  • Die Lebensmittelverluste von der Produktion bis zum Endkonsum werden gegenüber 2020 um drei Viertel reduziert
  • Die Bevölkerung ernährt sich gesund, ausgewogen und nachhaltig. Als Referenz dienen die Empfehlungen der Schweizer Lebensmittelpyramide
  • Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft ist offen für neue Technologien und ist international führend im Einsatz von umwelt- und ressourcenschonenden Technologien.

Um die Herausforderungen zu meistern und die Ziele zu erreichen sei eine schrittweise, aber konsequente Transformation des gesamten Ernährungssystems erforderlich. Aber: «Die Abweichung zwischen der heutigen Situation und dem mit dem Zukunftsbild angestrebten Zustand ist in vielen Bereichen gross», heisst es im Bericht. Am grössten sei der Handlungsbedarf dabei in den Bereichen Inlandversorgung, Umwelt, landwirtschaftliche Wertschöpfung und Konsum.

Von den Visionen zur Strategie

Im strategischen Teil des Berichts konkretisiert der Bundesrat sein Zukunftsbild für die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft mit dem Motto «Ernährungssicherheit durch Nachhaltigkeit von der Produktion bis zum Konsum».

Zur Umsetzung dieser Vision definiert er vier strategische Stossrichtungen: eine widerstandsfähige Lebensmittelversorgung, eine klima-, umwelt- und tierfreundlich Lebensmittelproduktion, eine nachhaltig stärkere Wertschöpfung und ein nachhaltiger und gesunder Konsum. 

Die strategischen Stossrichtungen zeigen auf, wo es künftig ein verstärktes Engagement brauche, um die langfristigen Ziele zu erreichen. Darauf aufbauend nennt der Bundesrat vier Handlungsfelder als Schwerpunkte: die Stärkung der Innovationskraft und des Wissens; Verbesserung der Ressourceneffizienz und Standortanpassung; Erhöhung der Transparenz und Kostenwahrheit; und die Vereinfachung des agrarpolitischen Instrumentariums.

Die zukünftige Agrarpolitik solle stärker systemorientiert, nachhaltiger, innovationsfreundlicher und einfacher ausgestaltet werden, um Ernährungssicherheit, Umweltverträglichkeit und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.

-> Hier können Sie den Bericht «Zukünftige Ausrichtung der Agrarpolitik» nachlesen.

Kommentare (8)

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  • Kollege | 12.07.2026

    Fazit: Die Vorschriftenflut verdoppelt sich (damit auch der administrative Aufwand) natürlich ohne finanzielle Kompensation, das Ganze unter mehr Wettbewerb gegen Auslandware, gleichzeitig wird ein Modernisierungsdruck aufgebaut welcher massive Investitionen erfordern (die Verschuldung steigt.


    Als Sahnehäubchen setzen Brunner und Konsorten ihre bauernfeindlichen Haufen auf dieses Machwerk, welche alle Auflagen und Vorschriften faktisch gratis erwarten.

    • Victor Brunner | 13.07.2026
      Kollege, als strammer Bauer sollten sie doch den Mumm haben ihren Kommentar mit Namen zu versehen. Anonym schreiben scheint bei den Bauern die Regel sein, passt alles zusammen!
    • Kollege | 13.07.2026
      Die Anonymität schützt vor Denunziation und Verleumdung. Mit meinem einmaligen Namen und den Möglichkeiten des Internets kann meine Person und meine Familie durch durchgeknallte Idioten lokalisiert werden. Ich möchte nicht auf sämtlichen Foren wo Sie rumtingeln, durch Sie namentlich erwähnt werden. Ihre ad personam abwertende, unangenehme Art stösst mich ab.
  • Victor Brunner | 11.07.2026
    Aufhören mit Strategieplanungen, die Bauern diktieren, die Bauern verschliessen sich der Zukunft, sie wollen weiterhin das falsche produzieren, sie wollen weiter "gifteln", die Gesundheit der Konsumenten gefährden und sie wollen weiterhin von den SteuerzahlerInnen über Wasser gehalten werden.
  • Ketzer | 07.07.2026
    Wenn es so weitergeht, hat es 2050 keinen Acker mehr in der Schweiz!
  • Gesunder Menschenverstand | 07.07.2026
    ....eine deutliche Verschiebung weg von tierischen hin zu pflanzlichen Lebensmitteln stattfindet.
    Das heisst, der Bund will uns vorschreiben, was wir essen dürfen, das ist dasselbe wie bei der Ernährungsinitiative!
    Ist der Bundesrat idiolgisch verblendet???
    • Victor Brunner | 11.07.2026
      Gesunder Menschenverstand, es geht ja gar nicht ohne Vorschriften, wie viele Schweine wurden kürzlich in ausländische Schlachthöfe gekarrt und verarbeitet? Fleischkonsum stagnierend. Warum wird im in der Waadt, Wallis und Neunburg immer noch zu viel Weisser produziert obwohl alle wissen der Weinkonsum ist rückläufig. Warum gibt es immer noch Höfe die nur mit Hilfe der SteuerzahlerInnen überleben können, währen die gleichen SteuerzahlerInnen schauen müssen wie sie über die Runden kommen. Bitte nicht die Mär von der "Versorgungssicherheit".
  • Stuessi | 06.07.2026
    Neue Technologien, genmanipulation und alle chemischen Zusätze werden uns dem Ziel sicher näher bringen. Die grossen Firmen werden bestimmen was auf den Tisch kommt. Niemand will den manipulieren Mist,
    mit allen Verträgen mit allen Ländern wirt alles eingeführt.
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