An der 21. Sorexpo versammelten sich erneut zahlreiche Liebhaberinnen und Liebhaber des Original Braunviehs auf dem Stierenmarktareal in Zug. Mit rund 340 aufgeführten Tieren bestätigte die Ausstellung auch in diesem Jahr eindrücklich ihren Stellenwert als wichtigste Plattform für die Rasse.
Nach dem erfolgreichen Auftakt in das Schauwochenende am gestrigen Freitag ging es am Samstag bereits in den frühen Morgenstunden in alter Frische weiter. Im Fokus standen nun die Original-Braunvieh-Kühe ab der zweiten Laktation, die sich den zahlreichen Zuschauerinnen und Zuschauern im Ring präsentierten und den Schautag mit viel Qualität und Spannung eröffneten.
Hier geht es zu den Ergebnissen vom ersten Schautag.
In der ersten Abteilung des Samstags richtete sich der Blick von Hodel bereits klar auf typstarke Kühe, welche das Zuchtziel des Original Braunviehs verkörpern. Auf dem Podest standen typstarke Tiere mit viel Jugendlichkeit, einem hoch angesetzten, funktionellen Euter deutlich über dem Sprunggelenk sowie einem stabilen, korrekten Fundament, welche aber dennoch den Zweinutzungstyp verkörperten.
Abteilungssiegerinnen 2. Laktation
Abteilungssiegerinnen 3. Laktation
Krieg sicherte sich zwei Podestplätze
Als erster Höhepunkt des Morgens ging es an die Wahl der Miss Top Euter der mittleren Kühe in der zweiten und dritten Laktation. Das OK unter der Leitung von Robin Winterberger-Zehnder durfte sich dabei über ein voll besetztes Festzelt freuen.
Richter Stefan Hodel zeigte sich vom Line-up begeistert und meinte: «Hier schlägt einem das Herz höher, ein fantastisches Bild. Ich habe schon einige nationale Original-Braunvieh-Ausstellungen richten dürfen, und gerade in der Euterqualität wird es immer besser.» Weiter betonte er: «Es ist heute klar sichtbar, dass man eine gut bemuskelte Tiere mit einem hoch aufgehängten, gut beaderten Euter züchten kann – das ist eine fantastische Züchterarbeit.» Vor seiner Endentscheidung sagte Hodel: «Die Qualität ist hier sehr, sehr hoch. Das sind absolut würdige Vertreterinnen im Ring, die Euterqualitäten sind praktisch identisch».
Den Ausschlag habe letztlich nur Nuancen gegeben: «Die Erstplatzierte hat noch eine Laktation mehr, ein tolles Nacheuter, da gibt es kaum etwas Besseres, perfekte Verbindungen und eine ideale Zitzenplatzierung, zudem liegt das Euterbodenniveau noch eine Spur höher als bei der Zweiten.» Die Zweitplatzierte setzte sich «mit etwas mehr Breite und Zitzenstellung ganz knapp vor die Dritte». Den Doppelsieg holte sich Tobias Krieg aus Eschenbach SG mit Krieg’s Donald Wilma (Euternote 1. LL 87 Punkte) und Krieg’s Harlei Delia (Euternote 1. LL 84 Punkte), vor Anakin Amelia (Euternote 1. LL 87 Punkte) von Rafael Stalder und Petra Zehnder aus Hasle LU auf dem dritten Rang.
Miss Top Euter 2. und 3. Laktation
Abteilungssiegerinnen 4. und ff. Laktation
Lordan-Töchter lieferten enges Rennen
«Ein gigantisches Bild», schwärmte Richter Stefan Hodel unmittelbar vor der Wahl der Seniorschöneuter. «Ich habe meinen Entscheid eigentlich schon gefällt und den ganzen Nachmittag im Unterbewusstsein darüber nachgedacht – und diese fünf Kühe hier im Ring haben ihn nun bestätigt», erklärte Hodel. Bewusst habe er das Spitzenduo aus der Abteilung zusammen gelassen: «Das Paar auf den ersten beiden Rängen sind zwei unglaublich starke Sechstmelkinnen.» Den Sieg holte sich schliesslich Lordan Linda von Thomas Schacher aus Escholzmatt, eine EX-94 eingestufte Kuh, die für den Richter «einfach eine Klasse für sich» ist und insbesondere im Zentralband noch einmal etwas mehr Qualität zeigte. Sie ist keine Unbekannte: So konnte sich die Lordan-Tochter erst kürzlich auch ihren Championtitel an der LUBRA in Grosswangen LU erfolgreich verteidigen.
Auf Rang zwei folgte die Miss Sorexpo 2024 & 2025 Lordan Lampedusa von David und Claudia Rieder aus Zugerberg ZG, ebenfalls eine beeindruckende Sechstlaktierende mit herausragender Euterqualität. Den dritten Platz belegte die Viertlaktierende Ledi’s OB Lego Leila von Bruno und Bettina Niederberger-Kohler aus Dallenwil, welche das starke Trio komplettierte. Abschliessend brachte Hodel seine Begeisterung auf den Punkt: „So wollen wir Originalbraunviehkühe im Alter sehen.“
Miss Top Euter Senior
Mütter wissen zu vererben
Nach der Präsentation der Miss Junior und der Miss Jungstar, die am Freitagabend gekürt worden waren, ging es anschliessend an den Mutter-Tochter-Wettbewerb. Richter Stefan Hodel musste sich dabei auf drei Paare festlegen und legte seinen Fokus auf die Vererbungskraft der Mutter, die sichtbare Verbesserung, individuelle Stärken sowie den Typ der Tiere. «Ihr habt die Kühe alle gesehen, sie haben einen Applaus verdient – super Qualität», so der Braunviehliebhaber vor seinem Selektionsentscheid. Danach ging es darum, das stärkste Mutter-Tochter-Paar der Schau zu küren.
Nach der Präsentation der Miss Junior und der Miss Jungstar am Freitagabend ging es am Samstag weiter mit dem Mutter-Tochter-Wettbewerb. Richter Stefan Hodel machte gleich zu Beginn deutlich: «Ich will es nicht noch länger machen als nötig – wir haben hier ganz, ganz starke Mutter-Tochter-Paare.» Entsprechend anspruchsvoll gestaltete sich die Entscheidung. Hodel erklärte, dass er sich bei seiner Beurteilung stark auf die Vererbungskraft der Mutter, die erkennbare Verbesserung bei der Tochter, den Typ sowie auf die individuellen Stärken der Tiere konzentriert habe. «Für alle hat es etwas hier, gewinnen kann aber nur jemand», hielt er fest, bevor er die drei Paare einzeln kommentierte.
Unter kräftigem Applaus des Publikums fiel schliesslich der Entscheid zugunsten des Paars AJA-ob Nino Gilda und ihrer Tochter AJA-ob Ursin Kana aus dem Betrieb von Alfred und Judith Anderegg, Meiringen BE. Gilda, eine Tochter von Nino, überzeugte zusammen mit Kana, gezogen von Ursin, durch ihre ausgeglichene Erscheinung und ihre klare Vererbung. «Ich glaube, es ist ein sehr, sehr gutes Paar – man sieht in beiden die andere. Ausgeglichene, wunderbare Originalbraune mit der richtigen Grösse, einem Top-Euter und sehr gutem Fundament», begründete Hodel seine Wahl. Zum Abschluss gab Hodel den Züchterinnen und Züchtern noch mit auf den Weg: «Züchtet weiter so, nutzt diese Kühe, paart sie schlau an – dann dürft ihr hoffentlich wieder hier stehen.
Whitney hat die höchste Lebensleistung
Mit grossem Interesse verfolgte das Publikum auch die Ehrung der Kühe mit beeindruckender Lebensleistung. Besonders im Mittelpunkt stand dabei Whitney aus dem Betrieb von Thomas Schrackmann, Sarnen OW, die mit einer Lebensleistung von 106’310 kg Milch einmal mehr ihre Ausnahmestellung unter Beweis stellte. Die schauerprobte Kuh war an zahlreichen Ausstellungen erfolgreich im Einsatz und überzeugte nicht nur durch ihre Präsenz im Ring, sondern auch durch ihre konstant hohe Leistung. Mit einer Höchstleistung von über 13’300 kg Milch und sieben Laktationen über 11’000 kg hinterliess sie bleibenden Eindruck in der Szene. «Eine sehr eindrückliche Kuh», lobte Richter Stefan Hodel. «Ich glaube, Marinas Herz schlägt jedes Mal ein bisschen höher, wenn sie Whitney im Ring vorführen darf. Whitney ist die Mutter des KB-Stieres Heimo und sowohl im Exterieur wie auch leistungsmässig sicher sehr, sehr stark», so Hodel.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde Rucola aus dem Betrieb von Luigi Gmür, Ramosch GR, die eine Lebensleistung von 99’756 kg Milch erreichte. Komplettiert wurde das Trio von Perla aus dem Betrieb von Ruedi Föhn-Zurfluh, Muotathal SZ, die mit 84’118 kg Milch ebenfalls eindrücklich zeigte, wie langlebig und leistungsfähig Original Braunviehkühe sein können.
Miss Genetik ist ein Begriff in der Szene
Der Titel Miss Genetik ging an Lordan Urmi von Alois Bürgler aus Nesslau SG. Sie ist eine Kuh, die wohl jedem Braunvieh-Freund ein Begriff ist. Mit dem höchsten Gesamtzuchtwert der Ausstellung von 1342 setzte sie immer noch ein klares Ausrufezeichen und unterstrich eindrücklich ihre aussergewöhnliche genetische Qualität. Lordan Urmi ist eine Kuh, die alles bewiesen hat: leistungsmässig durch starke und konstante Milchleistungen, exterieurmässig mit zahlreichen Schauerfolgen und nicht zuletzt züchterisch als bewährte Stierenmutter.
Damit bringt sie nicht nur Freude im Schauring, sondern wirkt weit über diesen hinaus – als Mutter von Nachkommen, die heute auf vielen Betrieben im Einsatz stehen und ihre Qualitäten weitertragen.
Starke Grand-Champions
Vor neun Jahren begann Robin Winterberger-Zehnder seine Arbeit mit einem Katalog von rund 200 Tieren, im Jahr 2018. Seither entwickelte sich die Ausstellung stetig weiter, heute umfasst der Katalog bereits über 450 Tiere – ein Wachstum, das mit grossen organisatorischen Herausforderungen verbunden war. Nach dieser intensiven Zeit gibt Winterberger-Zehnder nun sein Amt ab. Ebenfalls verabschiedet wurden Lukas Bieger, der während acht Jahren als Stallchef im Einsatz stand, Anita Winterberger-Zehnder als Kassierin sowie Christian Mathis, der sich fünf Jahre im OK engagierte. Alle vier wurden für ihre enorme und unermüdliche Arbeit mit einem grossen Applaus des Publikums herzlich verdankt, bevor es an die Wahl des Grand Champions ging.
Wilma setzt sich durch
Nun ging es an die Wahl der Miss Sorexpo. Mit eindringlichen Worten wandte sich Richter Stefan Hodel noch einmal an das Publikum: «Schaut euch dieses Bild an, was hier in den letzten Jahren verbessert wurde – das ist nicht meine Arbeit, sondern eure Arbeit. Alles Gute weiterhin in Haus, Hof und Stall.» Für ihn zeichnete sich rasch ein klares Podest ab: «Die Kühe, die heute richtig auf den Punkt bereit sind, werden es heute auch mit nach Hause nehmen.» Besonders deutlich wurde Hodel bei seiner Siegerin: «Ich kann es nicht anders sagen, und das meine ich genau so: Diese Drittmelk ist wie geschnitzt.» Er lobte ihre enorme Stabilität und Mobilität sowie das «absolute Hammereuter» mit perfekter Verbindung, viel Breite, feiner Textur und vier funktionellen Zitzen – für ihn eine «absolute Traumkuh». Die Miss überzeugte zudem mit ausreichender Brusttiefe und Brustbreite und setzte sich damit vor die Vize-Miss mit einem ebenfalls aussergewöhnlichen Euter. Trotz ihrer starken Qualitäten musste diese Zweitmelk hinter der Siegerin knapp zurückstehen. In dieser Ausgabe setzte Tobias Krieg aus Eschenbach SG der Ausstellung seinen Stempel auf: Ihm gehörten sowohl die neue Miss Sorexpo Krieg’s Donald Wilma als auch die Drittplatzierte Krieg’s Dom Delia, welche bei den Mittleren auch die Schöneuterwahl dominierten. Den Titel der Vize-Miss holte sich Schacher’s Lordan Linda aus Escholzmatt LU.






















