Die Rasse mit dem Herzen auf der Stirn

Die Maine Anjou werden in der Schweiz nur auf einem Betrieb gehalten. Dabei haben sie angesichts des Klimawandels Vorteile. Die Maine Anjou sind weidetauglich, genügsam und bringen auch dann noch eine gute Leistung.

Susanne Meier |

Die Maine Anjou ist eine der 39 Fleischrinderrassen von Mutterkuh Schweiz. Aber eine absolute Nischenrasse: Nur ein einziger Zuchtbetrieb mit zwei Kühen war Ende 2023 im Fleischrinderherdebuch eingetragen. Es ist jener von Patrice Favre in Rossens FR.

Gross gewachsen

Mutterkuh Schweiz stellt im neuen Newsletter die Rasse vor. Und wirft dabei einen Blick zurück ins 19. Jahrhundert. Damals wurden Tiere der lokalen, hellrotweiss gefleckten Rasse Mancelle mit Shorthornrindern gekreuzt. Entstanden ist die Zweinutzungsrasse Maine Anjou – benannt nach den französischen Flusstälern Maine und Anjou. Die Maine Anjou, von den Pays de la Loire südwestlich von Paris stammend, war jahrelang eine der bedeutendsten Fleischrassen Westfrankreichs.

Doch mit der Intensivierung der Landwirtschaft ab den 1970er-Jahren ging es ihr wie vielen anderen Rassen. Sie wurde verdrängt von leistungsstärkeren Züchtungen. Mutterkuh Schweiz hebt aber Eigenschaften hervor, die die Rinder auch für Tierhalter hierzulande interessant machen. Die Maine Anjou sind weidetauglich, genügsam und bringen auch dann noch eine gute Leistung, wenn im Sommer wegen der Trockenheit kaum noch Gras wächst. Dabei erreichen die braunrot-weiss gescheckten und behornten Kühe gemäss dem Rassenbeschrieb mit 142 cm Widerristhöhe ein Gewicht von 700 bis 900 kg. Wie der Maine-Anjou-Verband Deutschland schreibt, wird ein roter Kopf mit herzförmigem Stirnfleck bevorzugt.

Namenswechsel

Wer heute in Frankreich nach Maine Anjou fragt, wird nicht auf die Rinder, sondern auf deren Fleisch hingewiesen. Denn als die französischen Züchter für dieses eine geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) beantragten, mussten sie den Rassennamen ändern. Das Fleisch «AOP Maine-Anjou» darf laut Mutterkuh Schweiz nicht den gleichen Namen tragen wie die Rasse, von der es stammt.

Eigenschaften

  • rot weiss gefleckt
  • grossrahmig
  • gute Tageszunahmen
  • gute Raufutterverwertung
  • hoher Anteil an Zwillingsgeburten
  • Zweinutzungsrasse

Widerristhöhe Kühe 140 – 144 cm Gewicht Kühe 700 – 900 kg Widerristhöhe Stiere 150 – 154 cm Gewicht Stiere 1200 – 1400 kg

Geburtsgewicht 48 – 54 kg Tageszunahmen 1000 – 1200 g Erstkalbealter 28 – 32 Monate Zwischenkalbezeit 376 – 384 Tage

So wurde 2003 aus der Maine Anjou die Rouge des Prés – die Rote von den Wiesen. 90 Prozent der Rouge des Prés werden im Ursprungsgebiet und in umliegenden Regionen gehalten, doch gibt es in ganz Europa Tiere – mal heissen sie Maine Anjou, mal Rouge des Prés.

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