Er hält die Investitionen so klein wie möglich

David Aebischer hält Blonde d’Aquitaine. Er setzt auf kostengünstige Infrastruktur, geringen Arbeitsaufwand und Direktvermarktung.

Rahel Thévoz |

Am Murtensee liegt Faoug VD auf 430 Meter über Meer. Ausserhalb des Dorfes liegt der Betrieb von David Aebischer. Der 41-Jährige hält 75 Kühe beziehungsweise etwa 180 Tiere in zwei Gebäuden. Er bewirtschaftet 48 Hektaren, hauptsächlich für den Futterbau mit Wiesen und Weiden sowie Mais, Luzerne, Futtergetreide und weisse Lupinen. Für die Direktvermarktung baut er kleine Mengen Kartoffeln, Weizen, Sonnenblumen und Raps an, um das Angebot zu erweitern.

Das Betriebsleiterpaar David und Gaëlle Aebischer haben zwei Söhne. Er führt den Betrieb in fünfter Generation. Zuerst absolvierte er eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker, bevor er die Lehre zum Landwirt machte. Von seinem Bruder hat er zudem das Metzgerhandwerk gelernt.

Faserfeinheit und Ausbeute

Aebischer hält ausschliesslich Tiere der Rasse Blonde d’Aquitaine. Er hatte zuvor diverse Rassen ausprobiert, aber keine hatte ihn überzeugt. «Die Rasse Blonde d’Aquitaine hat uns mit ihrer Faserfeinheit und mit der Ausbeute, die alle Erwartungen übertrifft, überzeugt», sagt Aebischer. Er importiert alle paar Jahre zwei Zuchtstiere aus Frankreich, einer für die Rinder, einer für die Kühe. Dabei achte er auf Leichtkalbigkeit beim Stier für die Rinder, jener für die Kühe müsse fleischbetont und grossrahmig sein. «Mein Rekord beim Schlachtgewicht liegt bei 676 kg bei einer Kuh und 820 kg bei einem Altstier», ergänzt Aebischer.

Für ihn sei es wichtig, dass die Kühe immer in guter Kondition seien. Kein Tier werde gebremst, da die Rasse nie zu viel Fett anlege. Alle Tiere haben dieselbe betriebseigene Futterration: nährstoffreiche Grassilage, Maissilage mit Heu oder Stroh gemischt. Nur Salz und Mineralstoff werden zugekauft. Die Kälber und die Masttiere bekommen zusätzlich Futterweizen und weisse Lupinen.

Vermarktung über eigene Metzgerei

«Wir schauen, dass die Tiere mit der Fütterung ihr genetisches Potenzial entfalten, die Tiere dieser Rasse nehmen leicht an Gewicht zu, verwerten gut, was man füttert, und wachsen schnell», erklärt der Landwirt. Die Rasse sei gut für ihn, aber passe aufgrund des tiefen Fettgehaltes in kein Label. Je mehr Tiere im Stall seien, die frässen und nicht produzierten, desto mehr koste es. Er ergänzt: «Wir sind nicht intensiv in der Fütterung, aber in der Genetik suchen wir die Tiere, die am wenigsten lang auf dem Betrieb sind, um Fleisch zu produzieren.» Weniger Tiere, die mehr Fleisch produzieren würden, seien rentabler.

«Wir passen den Betrieb an das an, was wir verkaufen können, und nicht das Gegenteil.»

David Aebischer, Landwirt

Aebischer vermarktet die Tiere seit 2014 hauptsächlich über seine Metzgerei. Die alten Kühe werden anderweitig verkauft. Letztes Jahr wurden in der Metzgerei 420 Rinder, Schweine und Lämmer für die eigene Direktvermarktung zerlegt, aber auch Lohnzerlegung für andere Landwirte übernommen. Über den Laden vermarkten Aebischers etwa 150 Schweine, die sie von einem Kollegen beziehen, über den Sommer ganze Poulets, die sie selbst ausmästen, Schweizer Pouletfilets des Grosshandels und etwa 35 bis 40 eigene Stiere und Rinder. Die Schlachtkörper wiegen zwischen 420 und 500 kg mit einem Alter von 400 bis 530 Tagen bei den Stieren und rund 600 Tagen bei den Rindern. Die Stiere sind ausschliesslich mit C1 taxiert, die Rinder mit C2 oder C3. Die Ausbeute liege bei etwa 74 Prozent.

Kostengünstiger Bau

Auf dem Hof arbeitet das Betriebsleiterpaar Aebischer hauptsächlich allein. Sie ist unter anderem zuständig für die Administration, das Personalwesen, die Buchhaltung und den Verkauf im Laden. In der Metzgerei sind zwei Metzger in Vollzeit angestellt, zwei Personen in Teilzeit für das Abpacken und vier Verkäuferinnen im Laden, der am Freitagnachmittag und am Samstagmorgen offen ist. Aebischer selbst arbeitet nicht nur auf dem Betrieb, sondern auch in der Metzgerei, er macht die Abrechnungen und beliefert Restaurants und Altersheime. Diese können nicht bestellen, was sie möchten, er verkauft das, was er an Lager hat.

Aebischers Stall ist sehr offen, damit so viel Luft wie möglich zirkuliert. Er besteht aus einem Dach, zwei Seitenwänden und dem betonierten Boden. Die Stalleinrichtung umfasst Abtrenngitter, Fressgitter und grosse Tränken. Seine Gebäude seien kostengünstig, einfach, funktionell, flexibel und sehr modular. Aebischers Ziel sei immer, so wenig wie möglich in Gebäude zu investieren. Für ihn müssten die Fütterung und die Arbeit mit den Tieren schnell gegen. Er versucht, so wenig wie möglich bei den Tieren einzugreifen, keine Kastration, keine Enthornung, kein Wägen. Jeden Morgen brauche er etwa eine Stunde zum Füttern und Einstreuen und jeden Abend noch knapp 20 Minuten. Es sei kraftstoff- und personalwirtschaftlich effizient. Er sagt: «Wenig investieren, schnell abschreiben», was ihm ermögliche, wieder zu investieren.

9’000 Franken pro Grossvieheinheit

Der Bau des Stalls für 80 Muttertiere mit Kälbern im Jahr 2023 hat ihn 9’000 Franken pro Grossvieheinheit (GVE) gekostet inklusive Teeren des ganzen Areals, eines Güllesilos von 1’200 Kubikmetern und zweier Fahrsilos. Der kostengünstige Bau hatte jedoch zur Folge, dass er nicht die maximalen Beiträge der Strukturverbesserungen à fonds perdu des Kantons Waadt erhielt. Die Summe wird pro GVE gerechnet, aber kann maximal 20 Prozent der gesamten Baukosten sein.

So fasst Aebischer sein Vorgehen zusammen: «Wir passen den Betrieb an das an, was wir verkaufen können, und nicht das Gegenteil.» Aebischers haben immer klein angefangen, danach angepasst, verbessert und nie zu viel Geld ausgeliehen. Und sie schauten immer auf die investierte Zeit, je weniger Zeit man brauche, umso rentabler sei es.

-> Hier gehts zum Betrieb Aebischer

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