
Mutterkuh Schweiz sucht neue Produzentinnen und Produzenten.
Monika Gerlach
Mutterkuh Schweiz sucht dringend neue Produzenten, zusätzlich zu den 4540 Bauern und Bäuerinnen, die per Ende 2025 bereits Natura-Beef oder NaturaVeal lieferten.
Tolerante Kühe
«Es sind nicht nur Kälber aus der Mutterkuhhaltung, sondern auch Absetzer und alle anderen Labeltiere gesucht», versichert Esther Manser von Mutterkuh Schweiz. «Es gibt keine saisonalen Einschränkungen. Fleisch aus der Mutterkuhhaltung kann rund ums Jahr abgesetzt werden.» Reto Thalmann aus Hergiswil LU produziert seit 2010 Natura-Veal. Vorher hat er gemolken, dann auf 20 Grauviehkühe umgestellt. Von den meisten kann er nicht nur ein, sondern gleich zwei Kälber pro Jahr absetzen.
Er hängt den Kühen nach der Schlachtung ihres eigenen noch ein zweites Kalb an – denn die Rasse gibt viel Milch, die Kühe können ein zweites Kalb grossziehen, bevor sie galt gehen. «So kommen wir auf 1,6 bis 1,8 Kälber pro Kuh», hat er ausgewertet. «Grauviehkühe sind in der Regel tolerant und lassen ein fremdes Kalb saugen.» Dazu kauft er einen Mastrassentränker mit einem anerkannten Fleischrassenstier als Vater, das ist Bedingung von Mutterkuh Schweiz.
Ein Stier zu Miete
Eine weitere Bedingung: Natura-Veal müssen mit maximal 240 Tagen nicht nur das optimale Schlachtgewicht von 95,1 bis 140,0 kg erreichen, sondern auch die erforderliche Fettabdeckung – erwünscht ist 3. Keine Einschränkung gibt es laut Esther Manser bei der Fleischfarbe: «Mit Natura-Veal wurden Rosa und Kalbrot als akzeptierter Standard eingeführt. Farbabzüge hat es nie gegeben.» Reto Thalmann füttert den Kälbern ergänzend zur Weide im Schlupf ein Kälberfutter und Heu ad libitum, um die nötige Fettabdeckung zu erreichen.
Für den Hergisiwiler Produzenten hat die Natura-Veal-Produktion entscheidende Vorteile: «Natura-Beef würden viel mehr Platz beanspruchen. Da die Kälber nur fünf Monate bei uns bleiben, können wir mehr Kühe halten.» So komme er als Nebenerwerbsbetrieb auf eine Standardarbeitskraft (SAK). Einen Herdenstier hingegen hält er nicht. «Da wir saisonal produzieren, mieten wir jeweils einen Limousin-Muni.»