
Bereits drei Trainings reduzieren den Stress auf dem Schlachthof.
Eva Föller, Fibl
Das Fibl-Projekt «Konditionierung von Rindern auf dem landwirtschaftlichen Betrieb» hat einen neuen Ansatz ausprobiert. Landwirtinnen und Landwirte haben vorab mit ihren Tieren das Laufen durch einen Treibgang geübt. Zuvor haben sie die Methode «Low Stress Stockmanship» angewendet, die in einem zweitägigen Kurs erlernt wurde.
Ruhiger Umgang
«Stockmanship lehrt den Zusammenhang zwischen der Aktion des Menschen und der Reaktion der Tiere», schreibt das Fibl. Der Umgang mit den Tieren wird ruhiger und effizienter. Die Projektteilnehmenden trainierten mit ihren Kälbern je dreimal das Treiben durch einen sechs Meter langen Panelgang und die Fixierung in einem Behandlungs- oder Wiegestand. Der Aufwand betrug durchschnittlich zehn Minuten pro Tier, dazu kam je nach Gegebenheiten das Einrichten des Treibgangs, schreibt das Fibl.
Insgesamt haben die Forschenden 76 Tiere im Schlachthof untersucht. Resultat: Die Tiere, mit denen trainiert worden war, wiesen einen signifikant tieferen Gehalt des Stresshormons Cortisol auf. Auch für die Menschen wurde es einfacher.
Weniger Stress auf Weide
Einer der teilnehmenden Landwirte war Damian Laube. Er ist von der Methode überzeugt. Beim ersten Treiben sei es nicht besonders gut gelaufen. «Da kam schon Skepsis auf bei mir. Beim zweiten Mal war ich jedoch überrascht: Da lagen Welten dazwischen», sagt er.
Die neue Methode mache die Arbeit mit den Rindern einfacher, führt er aus. Früher habe er beim Weidewechsel vier Personen benötigt. Und es habe zwei bis drei Stunden gedauert. «Am Ende waren alle gestresst. Heute fahren zwei Personen zur Weide, bauen einen Panel-Korral auf, treiben und verladen die Tiere. Nach 25 Minuten sind wir fertig», sagt Laube.
Stressfreier Umgang mit Rindern - «Low Stress Stockmanship» im Video