Geflügelmastbetrieb muss 77’000 Tiere töten

Nach einem erneuten Ausbruch der Newcastle-Krankheit in Bayern sind in einem Geflügelmastbetrieb 77’000 Masthähnchen getötet worden. Die Viruskrankheit breitet sich derzeit in mehreren europäischen Ländern aus.

aiz/clu |

In einem deutschen Geflügelmastbetrieb im oberbayrischen Buchbach, nicht weit von München ist die für Vögel hoch ansteckende Newcastle-Krankheit ausgebrochen. Drei Stallungen waren betroffen. 77’000 Masthähnchen seien deshalb getötet worden, teilte das zuständige Landratsamt mit. Der Betrieb wurde demnach nach tierseuchenrechtlichen Vorschriften gesperrt.

Um den Betrieb herum wurde eine Schutzzone von mindestens drei Kilometern sowie eine Überwachungszone von mindestens zehn Kilometern eingerichtet, in denen besondere Sicherheitsmassnahmen gelten. In der letzten Zeit war es  in Bayern mehrfach zu Ausbrüchen der Newcastle-Krankheit  gekommen. Weitere Ausbrüche wurden laut Radar Bulletin April 2026  in Lettland, Polen, Deutschland, Tschechien, und Spanien gemeldet.

Situation in der Schweiz

In der Schweiz ist es laut Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) letzmals im März 2022 zu einem Ausbruch der Krankheit gekommen. Dies in einem Geflügelbetrieb in Develier bei Delémont JU. Um eine Weiterverbreitung der Tierseuche zu verhindern, bereitete der kantonale Veterinärdienst die Tötung der Legehennen des betroffenen Betriebes vor und richtete in Zusammenarbeit mit dem BLV rund um den Betrieb eine Schutz- und eine Überwachungszone ein. In diesen Gebieten galten anschliessend für die Geflügelbetriebe besondere Vorschriften.

Newcastle-Krankheit (ND)

Die Newcastle-Krankheit ist eine hochansteckende Virus-Erkrankung des Geflügels, die auch von Wildvögeln verbreitet werden kann. Von der Newcastle-Krankheit sind vor allem Hühnervögel betroffen, aber auch Gänse, Enten, Tauben, Zier- und Wildvögel. Die Newcastle-Krankheit gilt als Zoonose. Menschen werden allerdings nur selten angesteckt – in den meisten Fällen handelt es sich dabei um Geflügelhaltende.

Eine Ansteckung kann symptomlos verlaufen, aber auch schwere gesundheitliche Konsequenzen für infizierte Tiere haben. Entwickeln angesteckte Tiere Symptome, dann fressen sie zunächst schlechter, haben eine erhöhte Körpertemperatur, sind schläfrig und durstig. Erkrankte Tiere sitzen meist mit offenem Schnabel in dunklen Ecken. Sie schnarchen beim Atmen und niesen häufig. Je nach Virusstamm kann der Schweregrad der Krankheit variieren. Bei der akuten Verlaufsform beträgt die Sterberate 90–100 %.  Die Newcastle-Krankheit gilt in der Schweiz als zu bekämpfende Tierseuche (hochansteckend, meldepflichtig).  BLV

-> Weitere Infos zur Krankheit gibt es auf der Website des BLV:  Newcastle-Krankheit (ND)

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