
Bisher wurde das Geschlecht nach dem Schlüpfen bestimmt und die männlichen Küken wurden dann getötet.
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Für die Eierproduzenten war das 2025 bezogen auf die Nachfrage nach Schweizer Eiern ein gutes Jahr. Diese war stets hoch – die Inlandproduktion wächst derweil jedoch nur langsam. «Da wir mit lebenden Tieren arbeiten, ist es nicht möglich auf Nachfrageschwankungen kurzfristig zu reagieren», sagt Daniel Würgler, Präsident der Vereinigung der Schweizer Eierproduzenten GalloSuisse auf Anfrage.
Mit der generell hohen Nachfrage und der seit Jahren bestehenden Saisonalität sei es schwierig, alle Nachfragen zu jederzeit zu befriedigen. Vor Weihnachten verschärfte sich die saisonale Nachfrage nochmals und spannte die Marktlage weiter an, wie dem Marktbericht zu entnehmen ist. Sodass die Versorgung zunehmend über Importe aus dem Ausland sichergestellt wird. Das vom Bundesamt für Landwirtschaft bereitgestellte Zusatzkontingent von 10’000 Tonnen Schaleneiern wird bis Ende Jahr voraussichtlich vollständig genutzt.
Bei den Verarbeitungseiern führten geringe Preisunterschiede zwischen Schweizer und Importeiern dazu, dass Lebensmittelhersteller vermehrt auf inländische Produkte setzen. Dies stärkt die Wertschöpfung, setzt aber den Markt zusätzlich unter Druck. 27 Im Biosegment lag die Nachfrage über dem Vorjahr. Die Produktion deckte bis anhin den täglichen Bedarf, jedoch fehlen aktuell Vorräte für Ostern 2026, was zu Unterproduktion führen könnte. Auch die Direktvermarktung profitiert von der starken Nachfrage.
Vogelgrippe verschärft Angebotslage
Zudem wurden auch für die Eierproduzenten die Rahmenbedingungen und Anforderungen für Neubauten oder Ersatzbauten zuletzt immer strenger und erschweren es, das Angebot zu erweitern. Zudem beschäftigen sie auch Themen wie PFAS, Vogelgrippe, Agrarpolitik und verschiedene Initiativen.
Die Rückkehr der Vogelgrippe in der EU führte seit Oktober bis Mitte November 2025 zur Keulung von 2,5 Millionen Tieren. In Verbindung mit steigenden Kosten und strengeren Regulierungen verschärfte dies die angespannte Angebotslage. Die Preise auf dem europäischen Markt haben historische Höchstwerte erreicht – in Belgien stieg der Durchschnittspreis pro Ei auf 18,46 Eurocent – ein Plus von rund 120 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis von 2020 bis 2024.
Ausstieg aus dem Kükentöten
Eine grosse Veränderung gab es mit dem Ausstieg aus dem Kükentöten. «Es ist erfreulich, dass die Eierbranche proaktiv hilft, die Eierproduktion noch nachhaltiger zu gestalten», sagt Daniel Würgler. Seit März dieses Jahres hat die Schweiz eine weltweit einmalige Branchenlösung eingeführt.
Nun wird das Geschlecht der Küken bereits im Ei bestimmt und nicht erst nach dem Schlüpfen. Dies passiert zu einem Zeitpunkt vor einer möglichen Schmerzempfindung. Männliche Bruteier werden dann nicht weiter ausgebrütet. Bisher wurde das Geschlecht nach dem Schlüpfen bestimmt und die männlichen Küken wurden dann getötet. Durch diesen Schritt sind die Preise von Schweizer Eiern leicht angestiegen.
Erneut leichtes Wachstum in der Geflügelfleischproduktion
Die Schweizer Geflügelfleischproduktion legte bis Ende Oktober 2025 im Vergleich zur Periode vom Januar bis Oktober 2024 um gut 1,8 Prozent auf rund 99’700 Tonnen Schlachtgewicht zu. Insgesamt wurden bei den Mastpoulets bis Ende Oktober knapp 97’800 Tonnen Fleisch produziert – gut 1’600 Tonnen Schlachtgewicht mehr als von Januar bis Oktober letztes Jahr.
Bei den Truten gab es gegenüber der Vorjahresperiode von Januar bis Oktober einen deutlichen Produktionszuwachs von 110 Tonnen auf rund 1’843 Tonnen Schlachtgewicht. Gleichzeitig erhöhten sich bis im Oktober auch die Importe deutlich auf 50’450 Tonnen, was plus 8,7 Prozent gegenüber der Periode von Januar bis Oktober 2024 entspricht.
Im laufenden Jahr haben die Versteigerungen von 63’800 Tonnen Kontingente für den Import von Geflügelfleisch einen Totalbetrag von knapp 144 Millionen in die Bundeskasse resultiert. Der Inlandanteil von Geflügelfleisch betrug in der Periode von Januar bis Oktober durchschnittlich 61 Prozent – was gegenüber derselben Vorjahresperiode 2,3 Prozent tiefer ausfällt.