Luzern: 24’500 Masthühner notgeschlachtet

In drei Poulet-Mastbetrieben im Kanton Luzern ist das Newcastle-Virus (ND) nachgewiesen worden. Insgesamt sind rund 24'500 importierte Masthühner vom Virus betroffen. Sie wurden gekeult.

pd/blu |

Die Newcastle-Krankheit (ND) wurde im Rahmen einer Tierseuchenverdachtsabklärung nachgewiesen. Beim Virus handelte es sich um einen schwach krankmachenden Virustyp und nicht um die hochansteckende Virusvariante, wie sie in Deutschland zirkuliert, schreibt der Kanton Luzern in einer Mitteilung. Aufgrund der gehäuften Fälle von ND in Deutschland wird dort intensiv geimpft.

Betriebe gesperrt

Der Kanton geht davon aus, dass die aus Deutschland importierten Eintagesküken Kontakt mit diesem Impfvirus hatten, was den Nachweis des Virus in der Schweiz verursacht hat. «Dennoch kann zum jetzigen Zeitpunkt ein in der Umwelt vorkommender wenig infektiöser Virustyp als Ursache nicht ausgeschlossen werden. Die weiteren Abklärungen dazu sind im Gange», so der Kanton weiter.

Damit sich das Virus nicht weiterverbreitet, hat der Veterinärdienst des Kantons Luzern zusammen mit dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) umgehend Massnahmen eingeleitet. So wurden die betroffenen Betriebe gesperrt und die Tötung sowie Entsorgung der betroffenen Masthühner und des Einstreus angeordnet.

Sterberate bis 100 Prozent

Die letzten Fälle der Newcastle-Krankheit sind im Februar und März 2026 in den Kantonen St. Gallen und Schaffhausen aufgetreten. «Es gibt keine Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang mit diesen Fällen besteht», so der Kanton Luzern weiter. In seltenen Fällen kann bei Personen, die direkten und sehr engen Kontakt zu kranken Tieren hatten, eine Bindehautentzündung auftreten. Darüber hinaus bestehen keine gesundheitlichen Risiken für Menschen. Der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern ist unbedenklich.

Von der Newcastle-Krankheit sind vor allem Hühnervögel betroffen, aber auch Gänse, Enten, Tauben, Zier- und Wildvögel. Eine Ansteckung kann symptomlos verlaufen, aber auch schwere gesundheitliche Konsequenzen für infizierte Tiere haben. Entwickeln angesteckte Tiere Symptome, dann fressen sie zunächst schlechter, haben eine erhöhte Körpertemperatur, sind schläfrig und durstig. «Erkrankte Tiere sitzen meist mit offenem Schnabel in dunklen Ecken. Sie schnarchen beim Atmen und niesen häufig», schreibt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf seiner Website. Die von der Krankheit betroffenen Tiere legen weniger oder gar keine Eier mehr oder Eier mit zu dünner und verfärbter Schale.

Die Newcastle-Krankheit ist eine hochansteckende Tierseuche und damit meldepflichtig. Wer Tiere hält oder betreut, muss Verdachtsfälle dem Bestandestierarzt oder der Bestandestierärztin melden. Je nach Virusstamm kann der Schweregrad der Krankheit variieren. Bei der akuten Verlaufsform beträgt die Sterberate 90 bis100 Prozent.

-> Weitere Informationen gibt es hier

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