
Ein Appenzeller Unternehmen feiert 40 Jahre Natura-Voliere und weltweit 200 Millionen Natura-Legehennenplätze.
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Im November 1986 nahm in der Schweiz die erste Natura-Voliere ihren Betrieb auf. Vorausgegangen waren zwei Jahre Entwicklungsarbeit bei der R. Inauen AG in Appenzell. Vier Jahrzehnte später feiert das Unternehmen gleich zwei Meilensteine: 40 Jahre Natura-Voliere und weltweit 200 Millionen Natura-Legehennenplätze.
Hat auch den Bund überzeugt
Die Idee hinter der Natura-Voliere stammt von Urs Inauen. Die Legehennen sollen fressen, scharren, Eier legen und ruhen können – für jede Aktivität steht ihnen ein eigener Bereich auf mehreren Etagen zur Verfügung. Zwischen den Ebenen können sich die Tiere frei bewegen. Kotbänder transportieren den Kot laufend aus dem Stall, während die Eier automatisch gesammelt werden.
1984 baute Inauen in Haslen den ersten Prototyp. Nach zwei Jahren Entwicklungsarbeit, Tests und Verbesserungen wurde im November 1986 die erste Natura-Voliere der Schweiz in Betrieb genommen. Das System überzeugte laut Unternehmen mit ruhigen Herden, guter Nestannahme und wenigen Verlegeeiern. Auch das damalige Bundesamt für Veterinärwesen zeigte sich überzeugt.
Vom beschaulichen Appenzell in die weite Welt
Mit dem Käfigverbot stand die Schweizer Eierproduktion vor einem grundlegenden Umbau. Zwischen 1987 und 1992 wurden nach Angaben der R. Inauen AG über 65 Prozent der Schweizer Käfigställe auf Natura-Volieren umgestellt. Bereits 1988 entwickelte das Unternehmen zudem die erste Natura-Aufzuchtvoliere. Damit konnten sich Junghennen schon früh an das Leben im Volierensystem gewöhnen. Und dies lange bevor entsprechende Vorschriften dies verlangten. «Die Schweiz wurde zum Praxislabor der Volierenhaltung, Jahre bevor sie in Europa Standard wurde», heisst es in der Mitteilung.
Ab 1990 exportierte die R. Inauen AG ihre Anlagen nach Holland, England, Frankreich und Deutschland. Mitte der 1990er-Jahre übernahm die Big Dutchman AG den weltweiten Vertrieb. Damit fand das System auch ausserhalb Europas Verbreitung, unter anderem in den USA, Südafrika, Asien und Australien. Anfang 2026 wurde weltweit der 200-millionste Natura-Legehennenplatz erreicht. «Die Idee aus Appenzell ist heute eines der am weitesten verbreiteten Volierensysteme für Legehennen der Welt».
Neue Voliere zum Jubiläum
Zum Jubiläum lanciert die R. Inauen AG die neu entwickelte Natura Step Swiss V26. Sie soll den Hennen mehr Platz bieten und gleichzeitig die Arbeit im Stall erleichtern. Der Eierkanal befindet sich neu vorne direkt am Kontrollgang. Dadurch stehen den Tieren laut Hersteller über 50 Zentimeter mehr begehbare Innenfläche zur Verfügung. Gleichzeitig verkürzen sich die Wege der Eier.

Die Natura Step Swiss V26 (im Bild) soll den Hennen mehr Platz bieten und gleichzeitig die Arbeit im Stall erleichtern.
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Grössere und verstärkte Step-Roste erleichtern den Hennen den Weg zwischen den Ebenen. Auch bei Nestern und Sitzstangen wurde das Platzangebot erweitert. Eine spezielle Technik soll verhindern, dass die Hennen vor dem Compact-Kippbodennest übernachten. Die bewährte Nestmatte soll zusätzlich zu sauberen Eiern beitragen. Die erste V26 läuft seit Mai 2026 in der Ostschweiz.
Weniger Ammoniak und Heizenergie
Neben der Volierenhaltung entwickelt das Unternehmen weitere Stalltechnik. Mit der patentierten Bura-Kotbandtrocknung wird der Kot direkt auf dem Band getrocknet. Dadurch sollen sich die Ammoniakemissionen laut Hersteller um mehr als 70 Prozent reduzieren lassen.
Auch in der Pouletmast setzt die R. Inauen AG auf technische Lösungen zur Verringerung der Ammoniakemissionen. Luft-Luft-Wärmetauscher sollen die Ammoniakbildung deutlich reduzieren und gleichzeitig Energie sparen.
Ein Zwischenbericht der Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) aus dem Jahr 2026 weist bei den untersuchten Mastställen eine durchschnittliche Minderung der Ammoniakemissionen um 55,9 Prozent aus. Zudem wurde eine Propaneinsparung von 62 Prozent festgestellt.