Geflügelpest hinterlässt deutliche Spuren

AgE |

In Frankreich treten die Auswirkungen des jüngsten Seuchenzugs der Geflügelpest immer deutlicher zu Tage. Die Produktion von Mastgeflügel wird nach Einschätzung des Branchenverbandes (Anvol) in diesem Jahr im Vergleich zu 2021 voraussichtlich um 9,7 % zurückgehen. 

Die damit verbundenen wirtschaftlichen Einbussen werden auf fast 479 Mio. Franken (500 Mio. Euro) veranschlagt, davon sollen 105 Mio. Franken (110 Mio. Euro) auf entgangene Gewinne beim Export von Zuchttieren beziehungsweise Genetik entfallen.

Entenmast am stärksten betroffen

Unter den rund 20 Millionen gekeulten Vögeln waren laut Anvol 12 Millionen Masttiere. Am stärksten betroffen war dem Branchenverband zufolge die Entenmast im Einzugsgebiet der Loire, dem Brennpunkt der zweiten Welle. Hier wird mit einem Rückgang der Produktion um mehr als 30% gerechnet.

Bei den Perlhühnern und den Puten sollen die Einbussen jeweils fast 18% erreichen. Bei Hähnchen sollen es nur etwas mehr als 3 % sein. Allerdings können die Mäster laut Anvol somit nicht in vollem Umfang von der Erholung des Verbrauchs profitieren, die stattdessen Importen zugutekomme.

Finanzielle Unterstützung gefordert

Kritik äusserte der Branchenverband in diesem Zusammenhang an der befristeten Zollbefreiung für Lieferungen aus der Ukraine. Das Land könnte bis zu 180’000 t Geflügelfleisch in die EU exportieren.

In den besonders von der Geflügelpest betroffenen Regionen riefen die Branchenverbände unterdessen nach mehr finanzieller Unterstützung durch den Staat, die Gebietskörperschaften und die Europäische Union.

Sperrzonen eingerichtet

Sie beziffern den Aufwand für strukturelle Anpassungen zur Verminderung des Seuchenrisikos auf etwa 11.5 Mio. Franken (12 Mio. Euro). Argumentiert wird, dass diese Summe deutlich geringer als die Entschädigungen sei.

Die Anpassungen sehen insbesondere vor, in den Gebieten mit der grössten Dichte an Geflügelhaltungen zwischen dem 15. Dezember und dem 15. Januar keine Entenvögel zu halten.

Betroffen wären 68 Gemeinden im Südwesten des Landes. Flankierend ist der Zeitraum für die Entschädigung von Verlusten in den Sperrzonen deutlich ausgeweitet worden. Damit soll den betroffenen Betrieben ein Anreiz gegeben werden, die Produktion nicht sofort wieder aufzunehmen. 

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