Bio Suisse diskutiert Sojaverzicht

Biosoja aus Europa ist knapp. Bio Suisse möchte es daher für die Schweine und das Geflügel einsetzen – nicht bei den Kühen.

Doris Grossenbacher |

Biosoja aus Europa ist knapp. Bio Suisse möchte es daher für die Schweine und das Geflügel einsetzen – nicht bei den Kühen.

Obwohl Sojakuchen ein Nebenprodukt der Sojaölherstellung ist, hat Soja in der Nutztierfütterung bei den Konsumenten ein schlechtes Image. Vor allem solches, das aus Brasilien oder China kommt. Das haben die Grossverteiler erkannt und bewerben neuerdings Poulets, die mit Donau-Soja gefüttert wurden. Im Wiesenmilch-Programm der IP-Suisse wird ganz auf Soja verzichtet. Das bringt die Bioproduzenten in Zugzwang.

Gras statt Soja

Die Fachkommission (FK) Milch von Bio Suisse hat die Soja-Frage diskutiert und ist sich einig: «Soja sollte in der Milchviehration ersetzt werden und zwar am besten durch Eiweiss aus einheimischem Gras.» Dies schreibt «Bioaktuell» in seiner aktuellen Ausgabe. Coop wolle als wichtigster Abnehmer schrittweise auf Biosoja aus China verzichten, heisst es. Doch das Angebot an europäischem Biosoja sei sehr begrenzt. Deshalb würde es Sinn machen, in der Wiederkäuerfütterung auf Soja zu verzichten, damit mehr davon für Bioschweine und Biogeflügel zur Verfügung stehe, die auf hochwertiges Eiweiss angewiesen seien.

Die FK Milch hat ein Argumentarium für einen Sojaverzicht in der Wiederkäuerfütterung zusammengestellt und möchte das weitere Vorgehen in einer Diskussion erarbeiten. Dazu findet nächsten Freitag ein Workshop statt (Kasten).

Diskutieren Sie mit

Die Frage «Wie soll in Zukunft die Knospe-Wiederkäuerfütterung aussehen?» wird an einem Workshop am 30. Oktober in Olten SO diskutiert. Eingeladen sind auch interessierte Produzenten. Die Platzzahl ist beschränkt. Mehr Infos bei Beatrice Scheurer, Bio Suisse: Tel. 061 204 66 18.

Wie Ration ausgleichen?

Gegner der Idee fragen sich, wie die Biorationen ohne Soja, das einen hohen Gehalt an Rohprotein aufweist, sinnvoll ausgeglichen werden können. Denn Maiskleber steht im Biobereich nicht zur Verfügung. Auch die Frage, wie Bio-Mühlenebenprodukte ohne hochkonzentriertes Soja noch im Futter eingesetzt werden können, steht im Raum.

Lukas Inderfurth, Leiter der Medienstelle von Bio Suisse, schreibt dazu auf Anfrage: «Das Protein von Soja kann gut durch proteinreiches Grundfutter oder durch andere Eiweissträger wie Raps- oder Sonnenblumenkuchen, Eiweisserbsen, Ackerbohnen, Lupinen usw. ersetzt werden.» Bio-Mühlenachprodukte würden auch ohne Soja im Mischfutter zum Einsatz kommen. Ob durch den Sojaverzicht ein besserer Milchpreis erzielt werden könnte, müsse zuerst evaluiert werden, so Inderfurth.

Hitzige Debatte

Tatsache ist, dass die Diskussion hitzig verlaufen wird. Denn auch im Biolandbau  gibt es intensive und extensive Strategien in der Milchviehhaltung. Auf ein GMF-Obligatorium (Graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion) konnten sich die Bio-Suisse-Mitglieder bisher nicht einigen.

«Wir können heute noch nicht sagen, wie schnell das Thema Sojaverzicht vorangetrieben werden kann», so Inderfurth.

 

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