Bio Suisse sagt Ja zum Spermasexing

Im vierten Versuch haben die Delegierten der Aufhebung des Spermasexing-Verbots zugestimmt. Ein Ja gab es auch für das Projekt Bio Parc.

pd/blu/bki |

Seit dem Verbot von Spermasexing im Jahr 1999 haben die Delegierten bereits dreimal über die Zulassung diskutiert – 2015, 2020, 2021. Die Anträge wurden jeweils abgelehnt.

Demeter wollte eine Verschiebung

«Dieses Jahr standen die Vorzeichen besser, da sich die Ausgangslage geändert hat. Das Angebot an bzw. die Nachfrage nach gesextem Samen ist über die Jahre stark gewachsen», schreibt Bio Suisse in einer Mitteilung. Heute würden zudem mehr gesexte Samendosen von Stieren zur Verfügung stehen, die sich für Bio-Betriebe eigneten. «Gleichzeitig sind im Biolandbau seit dem Jahr 2022 verschärfte Anforderungen an die Wiederkäuerfütterung in Kraft, die den Kraftfutteranteil auf 5 Prozent beschränken», so der Dachverband weiter.

Dem Antrag von 12 Mitgliedorganisationen stand der Antrag von Demeter entgegen. Die Organisation verlangte eine Verschiebung der Aufhebung des Verbots um ein Jahr. Zuerst solle abgeklärt werden, welche Auswirkungen die Aufhebung auf die Wirtschaftlichkeit, die Zuchtentwicklung sowie die Marktauswirkungen hat.

Treibende Kraft aus der Romandie

Die Mehrheit war anderer Meinung. Die Delegierten stimmten dem Antrag «Aufhebung des Verbots von Spermasexing» grossmehrheitlich zu – bei 18 Gegenstimmen und 11 Enthaltungen, heisst es in der Mitteilung von Bio Suisse. Der Vorstand hat im Vorfeld den Antrag der 12 Mitgliederorganisationen unterstützt.«Mit der gezielteren Zucht der Milchviehherde sowie der vermehrten Einkreuzung von Mastrassen könnten sich die Milchviehbetriebe besser an den Erfordernissen der biologischen Produktion sowie des Marktes ausrichten.» Zudem setzten die strengen Fütterungsrichtlinien der einseitigen Zucht auf Milchleistung bereits genügend Grenzen.

Treibende Kraft hinter dem Antrag für die Einführung des Spermasexing war Kurt Zimmermann, Geschäftsführer des Westschweizer Biodachverbands Progana. Er fürchtete, dass vor allem jüngere Biomilchviehproduzenten zu Bundesbio wechseln würden, wenn das Spermasexingverbot aufrechterhalten bliebe, wie er gegenüber dem Onlineportal bioaktuell.ch sagte.

Eigene Knospe für Gemeinden und Parks

Neben dem Spermasexing hatten die Delegierten auch über das Projekt Bio Parc zu entscheiden. Seit dem Jahr 2012 werden Erholungs- und Grünflächen mit der Knospe ausgezeichnet. Das «Problem»: Die Knospe-Richtlinien sind nicht spezifisch auf Erholungs- und Grünflächen ausserhalb der landwirtschaftlichen Produktion ausgerichtet. Sie eignen sich nur bedingt.

Die Delegierten haben einem Antrag des Vorstandes zugestimmt. Spätestens ab 2029 sollen Gemeinden und Parks, die ihre Grünflächen biologisch bewirtschaften, mit der neuen Knospe «Bio Parc» ausgezeichnet werden können. Von diesem Entscheid sollen auch bisherige und neue Bio-Gärtnereien und Bio-Baumschulen profitieren. «Ebenso ist es eine Anerkennung für das Engagement der Städte, Gemeinden und Parkbetriebe, die sich seit Jahren für eine biologische Pflege von Erholungs- und Grünflächen einsetzen und in diesem Bereich Pionierarbeit leisten», schreibt Bio Suisse.

Kommentare (3)

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  • Bergpuur | 16.04.2026
    Endlich wurde auch Zeit. Ein Verbot dass nur die Viehzucht erschwert bringt niemandem was.
  • Paul Wüthrich | 16.04.2026

    Ein logischer Schritt in die falsche Richtung, passend zur Veränderung von BioSuisse. Wir brauchen es nicht, aber wir wollen es, weil wir sonst einige verärgern. Eigentlich kann BioSuisse kurzum mit IPSuisse fusionieren. Ich bin traurig. Der Verband hat sich verändert. Sehr stark verändert. Das Zentrum geht verloren. Das tut weh, weil Biolandbau eine Herzenssache ist

  • Biobauer | 15.04.2026
    Endlich sind die Probleme der jungen westschweizer und anderer Biobauern gelöst. Nun können sie das herumnörgeln an Biorichtlinien aufgeben und sich den wirklichen Problemen widmen.
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