
Der Futterzusatz Boaver reduziert die Methanemissionen bei Milchvieh. Doch er ist nicht unumstritten.
Kanton Freiburg
Wie das «Elte-Magazin» online schreibt, könnte Bovaer aber in Kombination mit viel Rapsschrot in der Ration zu Problemen führen. Der hohe Schwefelgehalt im Raps mit dem Futterzusatz kann zu giftigem Schwefelwasserstoff im Pansen reagieren. Dänische Experten würden empfehlen, Rapsprodukte zu reduzieren oder durch Sojaschrot zu ersetzen, bis im Herbst 2026 weitere Forschungsresultate vorlägen. Gemäss «Agrarheute» nutzen rund 1400 von rund 2000 Milchviehbetrieben in Dänemark Bovaer.
Verunsicherung
In Norwegen hat eine Molkerei auf die Kritik am Futterzusatz reagiert. Wie «Agrarheute» berichtet, nimmt Tine , die grösste Molkerei des Landes, Milch von Kühen, die mit Bovaer gefüttert wurden, nicht mehr an. Man werde keine Produkte mehr von Kühen verkaufen, deren Futter mit den Methanhemmern versetzt wurden. Boaver habe zu einer Verunsicherung bei Bauern und Konsumenten geführt, so die Molkerei.
Der Futtermittelzusatzstoff «Bovaer» wurde im Februar 2022 in der Europäischen Union zugelassen. Täglich ein viertel Teelöffel davon vermindert nach Angaben des Anbieters dsm-firmenich den Treibhausgasausstoss bei Milchkühen um bis zu 30% und bei Mastrindern sogar um bis zu 45%.
Auch in der Schweiz zugelassen
Bovaer ist gemäss Hersteller DSM in über 45 Ländern zugelassen und zum Verkauf erhältlich , darunter die EU/EEA, Australien, Brasilien, Chile, Pakistan, die Schweiz und die Türkei. Bovaer hemmt ein Enzym, das für die Herstellung von Methan im Rindermagen verantwortlich ist. Pro Jahr könne damit netto pro Kuh eine Tonne CO₂-Äquivalente eingespart werden, so DSM. Das Unternehmen sagt, dass Bovaer seit über 15 Jahren erforscht wird und keine Hinweise auf gesundheitliche Schäden bei Kühen vorliegen. In Ländern, in denen es eingesetzt wird, seien keine Probleme bekannt – ausser den Meldungen aus Dänemark.
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) stellte 2021 fest , dass Bovaer in der empfohlenen Menge für Milchkühe sicher und wirksam ist. Nur das reine Produkt kann die Haut reizen oder beim Einatmen gefährlich sein.
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