BVD: Grosser Rückschlag bei Ausrottung

Über 20 BVD-Fälle wurden kürzlich im Kanton Thurgau entdeckt. Tierhalter müssen weiter wachsam sein.

Die letzten Infektionsketten der Bovinen Virusdiarrhö (BVD) halten sich laut dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) hartnäckig.

Ein grösserer regionaler Ausbruch in der Ostschweiz führte dazu, dass die Fallzahlen seit dem vierten Quartal 2021 im Vergleich zur Vorjahresperiode wieder steigen.

99,5 Prozent BVD-frei

Jüngst wurden im Kanton Thurgau über 20 BVD-Fälle verzeichnet – ein grosser Rückschlag für das BVD-Ausrottungsprogramm, dank welchem die Fallzahlen in den letzten Jahren gesamtschweizerisch kontinuierlich abgenommen haben. 99,5 Prozent der Schweizer Rinderhaltungen sind seit Jahren frei von BVD.

Im Kanton Thurgau wurden Massnahmen für eine möglichst rasche Eindämmung des Seuchenausbruchs ergriffen. Die BVD-Überwachung wird intensiviert, und insbesondere im Hinblick auf die Sömmerung werden Massnahmen getroffen, um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern.

Risiko Viehhandel

Was müssen Tierhalter sowie Tierärzte tun, um dem Virus Einhalt zu gebieten und das Ziel, eine BVD-freie Schweiz, zu erreichen? Wachsam sein, rasch handeln und mit den kantonalen Behörden Massnahmen zur Prävention und Bekämpfung der Krankheit konsequent umsetzen. Insbesondere auch beim Viehhandel, bei Importen und bei der Sömmerung.

Wichtige Risikofaktoren sind die gemeinsame Alpung frühträchtiger, oftmals noch Antikörper-negativer Rinder und der unkontrollierte Zukauf von Mastkälbern.

BVD

BVD ist eine durch einen Virus verursachte bedingte Durchfallerkrankung. Betroffen sind Wiederkäuer, vor allem Rinder. Die BVD-Erreger, die BVD-Viren, gehören zu den Pestiviren.

Während der Grossteil der BVD-Infektionen symptomlos, d.h. vom Landwirt unbemerkt abläuft, erkranken einige Tiere schwer an Durchfall, Fieber, Nasen- und Augenausfluss sowie Erosionen (nässende Substanzverluste) am Flotzmaul.  Bei trächtigen Tieren können im Falle einer Erstinfektion Fruchtbarkeitsstörungen beobachtet werden. Infektionen zu Beginn der Trächtigkeit können zum Umrindern führen. Eine Infektion während dem zweiten bis vierten Trächtigkeitsmonat kann einen Frühabort auslösen.  Infektionen in der zweiten Trächtigkeitshälfte verlaufen in der Regel für die nun immunkompetenten Föten komplikationslos, d.h. sie bilden Antikörper und eliminieren das Virus.

Kälber, die sich im Mutterleib mit BVD -Viren anstecken, können persistent infizierte, sogenannte PI-Tiere werden. Sie streuen lebenslang Viren und stellen daher die Hauptansteckungsquelle dar. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich.

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