Das haben die Braunvieh-Kühe geleistet

Anna-Louise Strodthoff-Schneider* |

Erfreulich ist die konstante Milchleistung aller BS-Abschlüsse und ein Anstieg der Leistung der Erstlaktierenden Kühe. Auch das Eiweiss-% und somit die Eiweiss-kg sind gestiegen.

Alle betreuten Rassen (Braunvieh, Jersey, Hinterwälder, Grauvieh und Rätisches Grauvieh) haben im Jahr 2025 zusammen 121’319 Kontrollabschlüsse abgelegt. Ab 270 Tagen Laktationslänge spricht man von einem Standardabschluss, was 101’700 Kühe erfüllen.

Die Leistung aller Brown-Swiss-Kühe hat mit 7'297 leicht um 5 kg zugenommen. Gerade bei den ausgewachsenen Kühen im Talgebiet stieg sie sogar um 46 kg auf 8'264. Wenn man die Leistung der ausgewachsenen Kühe im Berggebiet miteinschliesst, stieg diese um 12 kg.

Erfreulich ist auch die Entwicklung der Erstlaktierenden. Die Leistung aller Erstmelk-BS-Kühe stieg um 40 kg auf 6'396 kg Milch. Die der Erstlaktierenden der Produktionsstufe 1 (Talgebiet) sogar um 75 kg.

Im Gegensatz zum letzten Jahr ist der Eiweissgehalt bei der Zuchtrichtung BS um 0,03 % auf 3,47 % gestiegen. Der Fettgehalt aller Kühe hat mit -0,01 % auf 4,03 % leicht abgenommen.

Original Braunvieh weit zunehmen

Die Anzahl der Abschlüsse der OB-Kühe inkl. ROB ist, wie in den letzten Jahren, zunehmend. In diesem Jahr stieg die Anzahl der Standardabschlüsse um 111 auf 12'396 Abschlüsse.

Im Durchschnitt gaben die OB- und ROB-Kühe 5'957 kg Milch mit 3,93 % Fett und 3,34 % Eiweiss.

55 Prozent der Kühe im Berggebiet

55 % der braunen Kühe schlossen ihre Laktation im Bergebiet, also in den Produktionsstufen 3 bis 8, ab, was im Vergleich zum letzten Jahr stabil ist.

26.9 % der Kühe haben mindestens eine Wägung auf einer Alp gemacht. Im Tal produzierte eine Kuh durchschnittlich 573 kg Fett und Eiweiss, im Berggebiet 500 kg.

Hohe Lebensleistungen

Von allen Kühen der Herdebuchstufe A und B wiesen 413 Kühe, welche im letzten Jahr eine Laktation abgeschlossen haben, eine Lebensleistung von mehr als 100'000 kg Milch auf. Weitere 641 haben eine Lebensleistung von mehr als 85'000 kg Milch und zusätzlich 9’402 Kühe leisteten über 50'000 kg Milch.

Insgesamt 59 Kühe, welche leben oder im letzten Jahr abgegangen sind, dürfen sich More Than Milk Queen nennen. Dies sind Kühe mit einer Lebensleistung von mehr als 10 Tonnen Fett und Eiweiss. Die Kuh mit der höchsten Leistung nach Fett- und Eiweiss-kg ist die Payoff-Tochter Paya von Sandro & Nicole Castelli, Neudorf LU, welche mittlerweile mehr als 13'810 kg Fett und Eiweiss produziert hat.

Höchste Einzelleistungen

Die höchste Einzelleistung nach Fett- und Eiweiss-kg erreicht mit 1'348 kg Fett und Eiweiss in der vierten Laktation (14'015 kg Milch mit 5,47 % Fett und 4,15 % Eiweiss) die Passat-Tochter Brivela von Marc Schertenleib, Vulliens VD. Es folgt die Joe-Tochter Muesli mit 1’304 kg Fett und Eiweiss (16'420 kg Milch, 4,47 % Fett und 3,47 % Eiweiss), von Walter Rechsteiner, Bächli (Hemberg) SG.

Die Toplisten nach Milch-kg führt die Kuh Blooming Friedi von Walter Rhyner, Hoffeld SG an. Sie hat in ihrer sechsten Laktation 18'131 kg Milch mit 3,15 % Fett und 3,47 % Eiweiss gegeben. Ihr folgt wiederum Rechsteiner BS Joe Muesli, mit 16'420 kg Milch.

Im letzten Jahr haben 20 Kühe ihre Laktation mit mehr als 15'000 kg Milch abgeschlossen. 66 Kühe knackten die 14'000 kg. 5'861 Kühe schlossen ihre Laktation mit mehr als 10'000 kg Milch ab.

Insgesamt produzierten 188 Kühe mehr als 1000 kg Fett und Eiweiss was einer Laktation von 13'386 kg Milch mit 4,04 % Fett und 3,43 % Eiweiss entspricht. 6’544 Tiere erreichten 747 kg Fett und Eiweiss, was einer Laktation von 10'000 kg Milch mit 4,04 % Fett und 3,43 % Eiweiss entspricht.

Höchste Betriebsschnitte

Fünf Betriebe erzielten eine Durchschnittsleistung von mehr als 900 kg Fett und Eiweiss. Führend ist hier der Betrieb von Jürg Enggist aus Uetendorf BE, dessen Betrieb im Jahr 8 Abschlüsse mit durchschnittlich 10'510 kg, 5,11 % Fett und 3,92 % Eiweiss abschloss, was zu 949 kg Fett und Eiweiss führt.

Drei Betriebe erzielen eine Milchleistung von mehr als 12'000 kg Milch. Dies sind die Betriebe von Peter Christen, Baar ZG, Bruno & Franz von Büren, Bischofszell TG, und Joe Kaufmann, Zugerberg ZG. Diese Betriebe befinden sich alle in der Gruppe mit 5 bis 19 Abschlüssen.

In der Gruppe von 20 bis 39 Abschlüssen stehen Reto Beerli, Opfershofen TG, mit 11'501 kg Milch, 4,07 % Fett und 3,54 % Eiweiss sowie Walter Rhyner, mit 11'501 kg Milch, 3,88 % Fett und 3,61 % Eiweiss, gemeinsam an der Spitze.

Der Gruppe ab 40 Abschlüssen steht der Betrieb von Thomas Schweizer, Egg (Flawil) SG, mit 50 Abschlüssen, 11'092 kg Milch, 3,68 % Fett und 3,69 % Eiweiss vor. Auf dem zweiten Rang befindet sich hier der Betrieb von Michael Wallimann, Alpnach Dorf OW, mit 47 Abschlüssen, 10'914 kg Milch, 3,92 % Fett und 3,67 % Eiweiss.

Bekannte Kühe mit den höchsten Lebensleistungen

Die Kuh mit der höchsten Lebensleistung ist, wie im letzten Jahr, Sunehof Etvei Beauty von Franz Abächerli, Hausen a Albis ZH, mit einer Leistung von 173'360 kg Milch mit 4,05 % Fett und 3,54 % Eiweiss. Ihr folgt auf dem zweiten Rang die Payoff-Tochter Paya mit 166'786 kg Milch, 4,71 % Fett und 3,57 % Eiweiss von Sandro & Nicole Castelli. Dritte ist Tau Sissi mit 165'094 kg Milch, 4,04 % Fett und 3.23 % Eiweiss von Josef Fässler-Wyss, Weissbad AI.

Insgesamt 13 Kühe haben eine Lebensleistung von mehr als 150'000 kg Milch. 23 Kühe erreichten mehr als 140'000 kg Milch und 108 Kühe gaben mehr als 125'000 kg Milch.

Höchste Lebenstageleistungen

Im letzten Jahr rangierte sie noch auf dem zweiten Rang, aber nun steht sie mit 31,2 kg Milch pro Lebenstag ganz oben auf dem Podest der Kühe mit den höchsten Lebenstageleistungen: Stricker’s Payssli Loffa von Heini Stricker, Mörschwil SG.

Auf dem zweiten Rang befindet sich R.B. Joe Santana von Urs Beerli, Bichelsee TG, mit 31,11 kg Milch pro Lebenstag. Dritte ist Ackermann’s BS Pixton Finessa von Hansruedi Ackermann, Wittenbach SG, mit 30,49 kg.

*die Autorin arbeitet bei Braunvieh Schweiz

Kommentare (5)

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  • Mister X | 23.03.2026
    Braunvieh hat sehr viele Vorzüge. Leider wurde in den letzten 20 Jahren eine in meinen Augen etwas fragwürdige Zucht betrieben.
    Stierenmütter wurden auf einmal in Einzelboxen gehalten und die Showen mit dem Styling wurden zelebriert. Nach dem Motto: "Mehr Schein als Sein - das ist geil". Die Sunstanz und die Kapazität wurden GEZIELT weggezüchtet. Denn eine Milchkuh braucht dies nicht. Aus einer Raufutterkuh mit Substanz wurde eine "Kraftfutterkuh". Ohne konzentriertem Futter funktioniert diese nicht mehr.
    Fruchtbarkeit und Eutergesundheit sei eine Sache des Managements, hiess es vom einflussreichsten Mann.
    Jongleur, Dynasty, Fantastic, Blooming usw. wurden hochgejubelt. Dann kam noch die Genomische Selektion. Die GS war nicht das Problem, sonder das blinde Vertrauen in diese Technologie, welches heute noch vorherrscht.

    Vermutlich wird es in Zukunft einen neuen BS-Sireanalysten beim grössten Genetikanbieter geben. Ich hoffe, dass er dann realisiert, was die Rasse braucht.
  • HF Bauer | 22.03.2026
    Wie kann man mit solchen Milchleistungen in Zukunft ùberleben?
    • Rechner | 24.03.2026
      Viel Milch bedeutet noch nicht viel Verdienst. Sonst wären ja die irischen oder neuseeländischen Milchbauern schon lange bankrott! Mit Leistungen um die 5000 kg je Kuh.....
  • HF Bauer | 22.03.2026
    Haben BS eine Zukunft mit solchen mageren Leistungen?
    • BS-Kenner | 24.03.2026
      Rechner, deine Aussage stimmt schon. Sie passt leider nicht zum Thema, besonders nicht zum treffenden Kommentar von Mister X. Für neuseeländische Milchbauern rentable Milchkühe wären in der kritisierten BS-Szene chancenlos.
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