Sonnenschein, Chilbi-Duft und perfekt präsentierte Tiere im Schauring: Am Freitag gab es an der beliebten Herbstmesse nicht nur für Landwirtschaftsbegeisterte viel zu sehen. An der 24. Vier-Rassen-Eliteschau blieben auch Besucherinnen und Besucher stehen, die sonst wenig mit Kühen zu tun haben. Für den Kanton Schwyz, der sich dieses Jahr als Olma-Gastkanton präsentierte, bot die Schau eine besondere Bühne: auch zahlreiche Züchter aus dem Kanton waren mit ihren Tieren vertreten.
Was unterscheidet eine Original Braune von einer Brown Swiss? Worauf achten die Richter bei der Wahl der schönsten Kuh? Fachleute erklärten die Besonderheiten der Rassen und machten die Schau auch für Laien verständlich. Unter freiem Himmel präsentierten die Aussteller ihre liebevoll vorbereiteten Kühe, kämpften um die Abteilungssiege und fieberten der Wahl der fünf Miss-Olma-Siegerinnen entgegen.
Holstein machte Auftakt
Den ersten Miss-Titel des Tages sicherte sich die Holsteinkuh C P P Atwood Talassa von Beat von Rickenbach aus Steinerberg SZ. Die mit EX-91 3E eingestufte Kuh steht aktuell in ihrer fünften Laktation und produzierte in 305 Tagen 15 947 kg Milch. Vor einigen Jahren lief sie noch unter der Obhut von Piller Holstein und durfte sich bereits an renommierten Ausstellungen wie der Expo Bulle und der Swiss Expo präsentieren.
Wiederholungstäterin beim Fleckvieh
Anschliessend gehörte der Schauring den Red-Holstein- und Swiss-Fleckvieh-Kühen, die zunächst getrennt rangiert wurden, ehe die gemeinsame Miss Olma Fleckvieh ebenfalls vom Freiburger Richter Lionel Dafflon gekürt wurde. Dabei setzte sich mit Gut's Attraction Frosinone EX-91 eine alte Bekannte durch. Die rote Kuh aus der Zucht von ihrem Besitzer Stefan Gut aus Birmensdorf ZH hatte bereits 2023 an der Olma triumphiert und sicherte sich nun drei Jahre später erneut den Sieg.
Miss Jersey: Klein aber Oho
Nach den Holstein- und Fleckviehkühen waren nun die kleinsten Teilnehmerinnen an der Reihe. Der Urner Toni Kempf übernahm das Mikrofon und kürte bei den Jerseys ERLIgen Casino Carola von Werner Kenel aus Arth SZ zur Miss Olma. Auch leistungsmässig muss sich die mit EX-94 eingestufte Casino-Tochter gegen die anderen Rassen keineswegs verstecken: Mit 9007 kg Milch zeigt sie eindrücklich, was in den zierlichen Jerseys steckt.
Doch nicht nur die Kühe machten im Schauring eine gute Figur. Auch die Ehrendamen Michaela und Nadja Kennel aus Steinerberg SZ standen im Einsatz. Die beiden Schwestern packten zudem hinter den Kulissen mit an: Michaela hatte als Sachbearbeiterin Herdebuch bei Braunvieh Schweiz bereits im Vorfeld an der Katalogerstellung mitgewirkt. Nadja gehörte zum fünften Mal zum Stallteam und war für die Fütterung der Tiere zuständig. Für sie begann der Arbeitstag bereits morgens um vier Uhr.
OB-Sieg geht nach Goldau SZ
Bei den Original Braunen sicherte sich Uwe Uberta von Theo und Fabienne Marty aus Goldau SZ den Titel Miss Olma. Die Uwe-Tochter wurde in ihrer ersten Laktation mit hervorragenden 86 Punkten eingestuft und präsentierte sich nun als ältere Kuh im Schauring. «Die Siegerin hat fast keine Fehler», lobte Richter Toni Kempf. Ausschlaggebend seien letztlich Details gewesen: «Sie ist harmonischer und überzeugt mit dem besseren Fundament, der Beinwinkelung und der Zitzenplatzierung.»
Besondere Olma-Momente
Nach den Abteilungen der jüngeren Brown-Swiss-Kühe folgten die Präsentation einer Zuchtfamilie und die Vorstellung der Hunderttausenderkühe. «Für mich sind das heute die Königinnen im Ring», sagte Kommentator Hans-Jörg Meier aus Waldkirch SG und gratulierte den Ausstellern zu diesen besonderen Olma-Momenten. Besonders beeindruckend war die 13-jährige William Lori von Thomas Schweizer aus Egg (Flawil) SG. Sie hat in ihrem Leben bereits über 135'362 kg Milch produziert.
Miss Brown Swiss kommt aus Solothurn
Bei den Brown-Swiss-Kühen war das Teilnehmerfeld besonders gross. In sechs Abteilungen kämpften die Züchter um die begehrten Klassensiege. Von den Erstlaktierenden bis zu den erfahrenen Kühen präsentierten sich Tiere unterschiedlichster Altersstufen im Schauring.
Bei der Wahl zur Miss Olma Brown Swiss setzte sich Bachmann's BS Rocky Rohda der GG Bachmann aus Seewen SO durch. «Schaut euch diese Kuh an!», schwärmte der Experte. Die Siegerin überzeugte ihn mit ihrem hervorragenden Rahmen, dem gut geneigten Becken und dem trockenen Fundament. Vor allem im Rahmen und im Fundament habe sie sich von der Konkurrenz abgehoben.
Als Reserve folgte Sutter's BS Brice Sindi von Christoph Inauen-Hörler aus Appenzell AI. Gegenüber der Drittplatzierten habe sie vor allem mit ihrem Körper und der Beckenbreite gepunktet, begründete der Urner seinen Entscheid. Die in ihrer ersten Laktation mit 84 Punkten eingestufte Kuh produzierte 10'362 kg Milch und gehörte zur Zuchtfamilie Soraya von Dominik Sutter, die zuvor im Ring präsentiert worden war. Den dritten Platz belegte zudem die Walliserin Volkens Ronaldo Ronja von David Schmid aus Ausserberg VS.
Mit der Wahl der fünften Miss Olma ging die Vier-Rassen-Eliteschau zu Ende. Die fünf Siegerinnen zeigten eindrücklich, wie vielfältig die Schweizer Milchviehzucht ist. Auch beim Messepublikum hinterliess die Schau bleibende Eindrücke.





