Die Zucht auf Hornlosigkeit braucht Zeit

Die Zucht auf Hornlosigkeit beim Milchvieh wird forciert. Etwa 300 genetisch hornlose Holsteinstiere gibt es weltweit.

Renate Kessen |

Die Zucht auf Hornlosigkeit beim Milchvieh wird forciert. Etwa 300 genetisch hornlose Holsteinstiere gibt es weltweit.

Es gibt sie – genetisch hornlose Rinder. Und sie sind zunehmend gefragt, weil die betäubungslose Enthornung von Kälbern zunehmend umstritten ist. Doch so einfach ist es nicht, die Hornlosigkeit in allen Rassen zu etablieren.

Leistungseinbussen

Bei der Selektion auf Hornlosigkeit ist zunächst mit einem Einbruch des Zuchtfortschritts zu rechnen. In der Züchtung wird es also darum gehen, Nachkommen zu erhalten, die hornlos sind, sich in ihren Leistungsmerkmalen aber nicht wesentlich von gehörnten Tieren unterscheiden. Eine Verdrängung gehörnter Tiere kann relativ rasch erfolgen, da Hornlosigkeit dominant vererbt wird. Leicht geringere Leistungen – vor allem bei Holsteinkühen – müssen zunächst aber in Kauf genommen werden.

Mehrere Generationen

Ein weiteres Problem ist die geringe Anzahl von Hornlos-Vererbern und eine entsprechend enge genetische Basis, die bei intensivem Zuchteinsatz zu Inzuchtdepression führen kann. Ohne den Zuchtfortschritt zu gefährden, rechnen Fachleute deshalb mit fünf bis sechs Generationen, um eine hornlose Population aufzubauen. Laut «VETimpulse» sind in der Holsteinzucht weltweit erst 300 hornlose Besamungsstiere gelistet. Die Zucht auf Hornlosigkeit wird von Züchtern und KB-Organisationen intensiviert.

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