
Die Kühe leiden an Fieber und Durchfall .
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In den letzten Wochen wurden in der Schweiz tausende Kühe krank. Die häufigsten Symptome waren Durchfall und Fieber, was zu starken Leistungseinbussen führte. Auch Betriebe in Deutschland und Frankreich waren betroffen. Über die Ursache für die Krankheit rätselte die Fachwelt. In Frage kamen unter anderem Coronaviren, Salmonellen oder das Schmallenberg-Virus.
Nun konnte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) aus Deutschland den Erreger als nicht näher charakterisiertes Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe identifizieren, zu der auch das Schmallenberg-Virus gehört, wie es in einer Mitteilung vom Montagmorgen heisst. Weiter steht, dass das neu nachgewiesene Virus in allen drei Segmenten die höchste Verwandtschaft mit dem Shamonda-Virus (SHAV) zeige.
Mücken als Überträger
Laut dem FLI wurde das Shamonda-Virus erstmals Mitte der 1960er-Jahre in Nigeria nachgewiesen und trat bis jetzt vereinzelt im westlichen, östlichen und südlichen Afrika und in Japan auf.
Die Übertragung erfolgt durch blutsaugende Gnitzen (Mücken). Das ähnlich wie bei der Blauzungenkrankheit und dem Schmallenberg-Virus. Entsprechend ist mit weiteren Krankheitsfällen zu rechnen, da die Gnitzen bis im November aktiv sind.
Infiziert werden überwiegend Wiederkäuer, insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen. Dass das Virus direkt von Tier zu Tier weitergegeben wird, ist gemäss dem Friedrich-Loeffler-Institut nicht bekannt. Weiter stellt das Virus laut den bisherigen Erkenntnissen kein Gesundheitsrisiko für den Menschen dar.
Fehlbildungen als Folge
Auch zeigt die Krankheit bei den betroffenen Tieren in der Regel eher einen milden bis moderaten Verlauf. «Von besonderer Bedeutung ist jedoch die mögliche Übertragung auf den Fötus während der Trächtigkeit», schreibt das FLI in einer Mitteilung. Abhängig vom Zeitpunkt der Infektion könnten Aborte, Totgeburten und schwere angeborene Fehlbildungen auftreten, heisst es weiter.
Entsprechend kann rund um die Bekämpfung der Besamungszeitpunkt der betroffenen Tiere so gelegt werden, dass das vulnerable Stadium der Trächtigkeit ausserhalb der Zeit liegt, in der die Gnitzen aktiv sind. Beim Schmallenberg-Virus ist das beim Rind etwa während der achten bis vierzehnten Trächtigkeitswoche. Nebst dem Schutz der Tiere vor den kleinen Mücken dürfte eine Impfung gemäss dem FLI den besten Schutz vor einer Infektion mit dem Shamonda-Virus bieten. Eine solche steht aber vorerst nicht zur Verfügung.
Martin Beer, Vizepräsident des Friedrich-Loeffler-Instituts, lässt sich mit folgenden Worten in der Mitteilung zitieren. «Die Untersuchungen der kommenden Wochen werden zeigen, wie rasch sich das Virus ausbreitet, welche Tierarten besonders betroffen sind und mit welchen klinischen Folgen zu rechnen ist. Von entscheidender Bedeutung ist dabei die Frage, ob Infektionen während der Trächtigkeit zu fetalen Schädigungen führen.»
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Etwas verzögert kam auch das Schweizer Institut für Virologie und Immunologie (IVI) zum gleichen Ergebnis wie die Deutschen. Gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sagte das IVI am Montagnachmittag, dass die Krankheit keine über die Tierseuchenverordnung geregelte Tierseuche sei, da es sich nicht um eine hochansteckende Krankheit handle. In den betroffenen Rinderbetrieben in der Schweiz dauert das Krankheitsgeschehen nach IVI-Angaben jeweils rund 14 bis 21 Tage.
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