Erster CH-Holsteinstier an der Spitze

Die höchsten ISET-Holsteinstiere tragen höchst selten das CH-Länderkürzel auf der Ohrmarke. Eine Ausnahme ist GP-Mystery. Der Etymology-Sohn aus der Zucht von Heinz Meier ist frisch verfügbar und toppt im Gesamtzuchtwert alle anderen.

Die weltweite Konkurrenz in der Holsteinzucht ist gross. Gerade deshalb ist es eine Sensation, was Heinz Meier von Meier’s Holstein aus Kyburg ZH erreichte. Der 13-monatige Stier Gplus Meier’s GP-Mystery führt nach der Zuchtwertschätzung von vergangenem Dienstag die offizielle Topliste der verfügbaren KB-Stiere in der Schweiz an. Er ist mit einem haushohen Gesamtzuchtwert, einem ISET von 1717, die neue Nummer 1. In den letzten Jahren schaffte dies kein Schweizer Holsteinstier. Die Topliste wird neben GP-Mystery dominiert von Holstein- und Red Holstein-Stieren aus den USA, Kanada, Deutschland, Italien und Holland. GP-Mystery sticht heraus: In den Top 20 ist ausser ihm kein einziger Stier zu finden, der in der Schweiz geboren wurde und von dem gemäss den offiziellen Listen der Zuchtverbände Samen angeboten wird.

Lohnende Investition

Heinz Meier, der rund 80 Kühe melkt, macht konsequentes Arbeiten und ständiges Dranbleiben für den Erfolg verantwortlich. «Ich kaufte GP-Mysterys Grossmutter, CNN Jedi Miss A, als Kalb an der 4. Holstein Forum Köster Sale 2017, weil ich mit der amerikanischen Ufm-Dubs Eroy in eine Kuhfamilie investieren wollte, die noch nicht allzu bekannt war, aber trotzdem Tiere mit hohen Zuchtwerten züchten kann», erklärt Meier. Aus dieser Jedi-Tochter wurde Meier’s Casper Misty geboren, die Meier als Kalb im September 2018 an seiner 2. Meier’s Holstein Sale beinahe verkaufte, ohne ihre genomischen Zuchtwerte zu kennen. «Ich habe Misty dann doch nicht angeboten und daraus gelernt, nie ein Tier zu verkaufen, das noch nicht getestet ist», so Meier, der bei der Stierenwahl insbesondere auch auf den US-Zuchtwert TPI achtet und vor allem problemlose Laufstallkühe sucht. Vor einem Jahr sorgte Misty mit ihren Nachkommen dank einem bahnbrechenden Rekord für Aufsehen. Sechs Etymology-Vollgeschwister katapultierten sich dazumal mit hohen ISET-Werten an die Spitze. Eines dieser Geschwister war eben Meier's Mystery, wie er damals noch hiess.

Nach Italien verkauft

Meier genotypisiert seine Tiere unabhängig von KB-Organisationen, um sie frei vermarkten zu können. Und weil GP-Mystery auch in anderen Systemen wie etwa in Italien gut punktete, wählte er  einen unkonventionellen Weg. Er nutzte vergangenen Herbst seine Hofauktion und hoffte auf internationale Käuferschaft. Denn Meier wusste, dass verschiedene Interessenten an Mystery aus Frankreich, Italien, Deutschland und Dänemark kamen. Die italienische KB-Organisation GPlus schlug zu und investierte in den Zuchtstier 11600 Franken. Swissgenetics kaufte bereits vorgängig die beiden Vollbrüder Meier’s Megastar und Meier’s Mygold – beide glänzen mit einem ISET von 1640.

Starke Casper-Mutter

Während von GP-Mystery bereits Samen im Angebot steht, wird seine Casper-Mutter erst im kommenden August dreijährig. Meier’s Casper Misty kalbte letzten Oktober ab, hat nach drei Spülungen zehn Nachkommen und ist mit einem ISET von 1558 die inoffizielle Nr. 1 bei den Holsteinkühen – inoffiziell, weil sie noch nicht linear beschrieben ist. Neben GP-Mystery sticht die Vollschwester Meier’s Etymology Mirla heraus, die mit einem ISET von 1729 die Topliste bei den Holsteinrindern anführt.

Die zweijährige Meier's Casper Misty ist die Mutter von GP-Mystery und neun weiteren Nachkommen mit top Zuchtwerten.
zvg

Vererbung von GP-Mystery

GP-Mystery kombiniert den hohen ISET mit 137 ITP und 148 für Euter. Bei der Anpaarung gilt es die Note für Beckenneigung (90) und die kurzen Zitzen (85), die zudem hinten eng verteilt sind (126), zu beachten. Sein Samen wird von Altagenetics angeboten, ab Mai soll er auch gesext verfügbar sein. Bei Heinz Meier sind möglicherweise bereits die ersten Nachkommen von GP-Mystery unterwegs: «Ich setzte die ersten zwei Samendosen diesen Mittwoch ein und erwarte von ihm Nachkommen, die sehr starke Euter und breite Becken haben und bereit sind, hart zu arbeiten.»

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